Ratenzahlung & Ratenkauf

Wichtigste Fakten im Überblick

Ratenzahlung macht größere Anschaffungen leichter. Käufer erhalten die Ware sofort und begleichen den Kaufpreis in festen Teilbeträgen. Wie funktioniert das und wo liegen die Risiken?

12 Min. Lesezeit

Grundlagen:
Was Ratenzahlung und Ratenkauf bedeuten

Ratenzahlung und Ratenkauf werden im Alltag oft synonym verwendet. Beide Begriffe beschreiben, dass ein Kaufpreis nicht sofort vollständig bezahlt, sondern über einen vereinbarten Zeitraum in Teilbeträgen beglichen wird. Trotzdem lohnt sich ein genauer Blick auf die Unterschiede – vor allem, wenn Finanzierungskosten, Vertragspartner und rechtliche Folgen eine Rolle spielen.

Definition von Ratenzahlung und Ratenkauf

Ratenzahlung und Ratenkauf beschreiben im Alltag meist dasselbe Prinzip: Ein Käufer erwirbt eine Ware oder Dienstleistung und zahlt den Kaufpreis nicht sofort komplett, sondern in mehreren festgelegten Teilbeträgen – den Raten – über einen vereinbarten Zeitraum.

Streng genommen bezeichnet der Ratenkauf den Vertragstyp, während Ratenzahlung die Zahlungsweise beschreibt. In der Praxis werden beide Begriffe jedoch häufig synonym verwendet.

Unterschied zwischen Ratenkauf und klassischem Kredit

Der wichtigste Unterschied zwischen Ratenkauf und klassischem Ratenkredit liegt in den Vertragspartnern und im Zweck der Finanzierung. Beim Ratenkauf schließen Käufer und Verkäufer einen Kaufvertrag, bei dem der Zahlungsaufschub Teil der Vereinbarung ist.  Der Käufer erhält also eine konkrete Ware oder Dienstleistung und zahlt sie in Raten ab. Beim klassischen Ratenkredit schließt der Kunde dagegen einen separaten Darlehensvertrag  mit einer Bank oder einem Finanzdienstleister, die den Kaufpreis sofort an den Händler überweisen. Der Kreditnehmer zahlt anschließend die Darlehenssumme zurück.

Daraus folgen unterschiedliche Rechte und Pflichten: Beim Ratenkauf besteht häufig ein Eigentumsvorbehalt: die Ware gehört rechtlich erst nach der letzten Rate dem Käufer. Beim Bankkredit ist der Käufer sofort Eigentümer, schuldet das Geld aber dem Kreditinstitut.

Wie funktioniert ein Kauf auf Raten?

Ein Kauf auf Raten ist im Handel meist schnell abgeschlossen – online oft mit wenigen Klicks. Trotzdem handelt es sich um eine verbindliche Finanzierung. Vor dem Abschluss sollte der Käufer deshalb wissen, welche Prüfung stattfindet, welche Angaben im Vertrag stehen müssen und was passiert, wenn Raten nicht pünktlich gezahlt werden.

Typischer Ablauf einer Ratenzahlung

1. Kauf
Der Verbraucher kauft im stationären Handel oder Online-Shop und wählt die Zahlungsart Ratenzahlung aus.

2. Bonitätsprüfung
Im Hintergrund läuft meist eine Bonitätsprüfung, etwa über eine Auskunftei, eine Bank oder einen Zahlungsdienstleister ab.

3. Vertragsabschluss
Bei Bewilligung der Finanzierung schließen Käufer und Anbieter einen Teilzahlungsvertrag* und der Käufer erhält seine Ware.

4. Zahlung der Raten
Der Käufer zahlt die monatlichen Raten per Lastschrift oder Überweisung.2

*Der Teilzahlungsvertrag muss zwingend den Gesamtbetrag, den effektiven Jahreszins sowie die Anzahl und Höhe der Raten ausweisen.1

Beispiel für einen Ratenkauf

Ein Verbraucher möchte ein Notebook für 1.200 Euro kaufen und entscheidet sich für eine Finanzierung über zwölf Monate.

Der Händler bietet eine Null-Prozent-Finanzierung an. Nach der Bonitätsprüfung durch den Bezahldienst des Shops wird der Ratenkauf abgeschlossen.

Die monatliche Rate beträgt 100 Euro, der Gesamtbetrag am Ende der Laufzeit liegt bei 1.200 Euro, Zinskosten fallen nicht an.

Zahlt der Käufer eine Rate nicht fristgerecht, kann der Verkäufer unter bestimmten Voraussetzungen vom Vertrag zurücktreten und die Ware zurückverlangen. Allerdings muss er dem Käufer vorher eine zweiwöchige Frist zur Zahlung des ausstehenden Betrags setzen und der Käufer muss mit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Raten in Verzug sein.3

Arten der Ratenzahlung

Ratenzahlung ist nicht gleich Ratenzahlung. Je nach Anbieter, Vertragspartnern und Finanzierungsmodell unterscheiden sich Kosten, Rechte und Risiken deutlich. Besonders wichtig ist, ob der Händler selbst finanziert, eine Bank eingebunden ist oder die Zahlung über Kreditkarte oder Buy-now-pay-later-Anbieter läuft.

  1. Klassischer Ratenkauf beim Händler
    Beim klassischen Ratenkauf gewährt der Verkäufer selbst den Zahlungsaufschub. Man spricht auch von Händlerfinanzierung oder Direktratenkauf. Ein externer Finanzdienstleister ist dabei nicht zwischengeschaltet. Rechtlich gesehen ist der Ratenkauf ein Teilzahlungsgeschäft.4 Käufer und Händler vereinbaren, dass der Kaufpreis nicht sofort, sondern in mehreren Teilbeträgen gezahlt wird. Dieses Verfahren wird häufig genutzt für größere Konsumausgaben, etwa beim Möbelkauf oder im Elektronikhandel.
     
  2. Finanzierung über Banken oder Zahlungsdienstleister
    Wenn ein Kreditinstitut die Finanzierung übernimmt und als Partner des Händlers auftritt, handelt es sich um einen gebundenen Kredit. Der Käufer schließt dann neben dem Kaufvertrag mit dem Händler auch einen separaten Darlehensvertrag mit dem Kreditinstitut ab. Diese beiden Verträge sind rechtlich miteinander verknüpft, sodass ein Widerruf des Kaufvertrags sich auch auf den Kreditvertrag auswirkt und umgekehrt.5
     
  3. Kreditkarte mit Ratenzahlung
    Einige Kreditkarten erlauben es, offene Beträge nicht vollständig, sondern in monatlichen Teilbeträgen zurückzuzahlen. Bei der sogenannten Revolving-Funktion gewinnt der Karteninhaber Flexibilität, allerdings liegen die effektiven Jahreszinsen oft zwischen 15 und 25 Prozent. Die Verbraucherzentrale warnt vor Revolving-Kreditkarten, da sie eine Überschuldung begünstigen, weil kleine Monatsratenden den tatsächlichen Schuldenstand verschleiern und Verbrauchern das Gefühl gibt, sich wesentlich mehr leisten zu können, als es tatsächlich der Fall ist.6

  4. Null-Prozent-Finanzierung

    Bei einer Null-Prozent-Finanzierung zahlt der Käufer den Kaufpreis in Raten zurück, ohne dass dafür Zinsen berechnet werden. Das kann größere Anschaffungen erleichtern. Dennoch sollten Verbraucher prüfen, ob der Preis wirklich günstig ist und ob Zusatzkosten oder Versicherungen anfallen. Denn wenn keine Zinsen berechnet werden können Händler die Finanzierungskosten bereits in den Kaufpreis einkalkulieren.

    Auch ein zinsfreier Kredit wird bei Bonitätsauskünften erfasst und hinterlässt Spuren in der Kreditgeschichte. 

    Mehr zur Null-Prozent-Finanzierung

Kosten und Zinsen beim Ratenkauf

Die monatliche Rate wirkt oft überschaubar. Entscheidend ist aber, wie teuer der Kauf am Ende insgesamt wird. Verbraucher sollten deshalb nicht nur die Ratenhöhe im Blick haben, sondern auch auf den effektiven Jahreszins, die Laufzeit, mögliche Gebühren und Zusatzprodukte wie eine Restschuldversicherung achten.

Effektiver Jahreszins und Gebühren

Der effektive Jahreszins ist die zentrale Vergleichsgröße bei jeder Ratenfinanzierung. Alle Anbieter von Verbraucherdarlehen müssen ihn ausweisen und es gibt auch eine eigene Formel, nach der er berechnet wird.

In der Preisangabenverordnung (PAngV) ist festgeschrieben, woraus sich der effektive Jahreszins zusammensetzt:

  1. Nominalzins
  2. Spezielle Kontoführungsgebühren
  3. Vermittlungskosten7 


In der Praxis können weitere Kosten hinzukommen, die den Ratenkauf verteuern: etwa Restschuldversicherungen, die von Händlern oder Banken oft aktiv beworben werden und in der Regel freiwillig sind und kritisch geprüft werden sollten.

Wie sich die monatliche Rate berechnet

Die meisten Ratenkäufe folgen dem Prinzip des Annuitätendarlehens: Die monatliche Rate bleibt konstant, aber ihre innere Zusammensetzung verschiebt sich. Zu Beginn ist der Zinsanteil hoch, der Tilgungsanteil niedrig. Doch mit jeder Rate sinkt die Restschuld, wodurch weniger Zinsen anfallen und der Tilgungsanteil steigt.

Die Monatsrate hängt vor allem von drei Faktoren ab:

  1. Kreditbetrag
  2. Zinssatz
  3. Laufzeit


Eine längere Laufzeit senkt zwar die monatliche Belastung, erhöht aber häufig die Gesamtkosten. Deshalb sollten Käufer nicht nur prüfen, ob die Rate ins Monatsbudget passt, sondern auch, wie viel sie am Ende insgesamt zahlen. Um die monatliche Rate zu berechnen, multipliziert man den Kreditbetrag mit dem sogenannten Annuitätenfaktor.


Die Formel dafür lautet: 

Rate = Kreditbetrag multipliziert mit [(1 + i)n × i] geteilt durch [(1 + i)n - 1] 

i steht für den periodischen Zinssatz (also bei monatlicher Rechnung der Monatszins)

n steht für die Anzahl der Monate oder Jahre, die der Kreditvertrag läuft

Rechtliche Regelungen beim Ratenkauf

Beim Ratenkauf gehen Käufer und Verkäufer verbindliche Pflichten ein. Verbraucher haben bestimmte Schutzrechte, müssen aber auch die vereinbarten Raten pünktlich zahlen. Besonders wichtig sind Informationspflichten, Widerrufsrecht, Eigentumsvorbehalt und die Regeln bei Zahlungsverzug.

  • Vertragliche Pflichten von Käufer und Verkäufer

    Beim Ratenkauf gehen beide Seiten klare Pflichten ein. Der Verkäufer muss die Ware einwandfrei und ohne Mängel liefern und den Käufer vor Vertragsschluss umfassend über alle Vertragsinhalte informieren. Dazu gehören unter anderem Gesamtbetrag, effektiver Jahreszins, Laufzeit und Ratenhöhe.8 Der Käufer ist verpflichtet, die vereinbarten Raten pünktlich zu zahlen und muss, wenn es vertraglich vorgesehen ist,  wahrheitsgemäße Angaben zur Bonität zu machen.

  • Eigentumsvorbehalt

    Entscheidend beim Ratenkauf sind die Besitzverhältnisse. So kann ein Eigentumsvorbehalt vereinbart werden. Dann bleibt die Ware bis zur vollständigen Zahlung rechtlich Eigentum des Verkäufers.9 Der Käufer darf sie zwar schon nutzen und ist Besitzer, aber noch kein Eigentümer. Erst wenn der Kaufpreis komplett bezahlt ist, geht die Ware in das Eigentum des Käufers über. 

    Lesen Sie hier mehr zum Thema Eigentumsvorbehalt

  • Widerrufsrecht und Kündigung

    Verbraucher können Teilzahlungsgeschäfte grundsätzlich innerhalb von 14 Tagen widerrufen.10 Ohne Angabe von Gründen können sie in dieser Zeit von einem Vertrag zurücktreten. Die Widerrufsfrist beginnt allerdings erst, wenn über das Widerrufsrecht ordnungsgemäß informiert wurde. Wenn diese Belehrung fehlt oder fehlerhaft ist, kann sich das Widerrufsrecht verlängern – in vielen Fällen bis zu zwölf Monate und 14 Tage.

    Darüber hinaus kann der Käufer ein Teilzahlungsdarlehen unter bestimmten Voraussetzungen vorzeitig ganz oder teilweise zurückzahlen. Der Kreditgeber kann in diesem Fall eine Vorfälligkeitsentschädigung verlangen.11 Allerdings darf bei Verbraucherkrediten diese Entschädigung nicht mehr als maximal ein Prozent der vorzeitig zurückgezahlten Summe betragen.
     

  • Was passiert bei Zahlungsverzug?

    Gerät der Käufer mit einer Rate in Verzug, greifen mehrere Mechanismen. Zunächst fallen neben der offenen Rate Verzugszinsen und Mahnkosten an. Bei Verbrauchern liegen die Verzugszinsen in der Regel bei 5 Prozentpunkten über dem jeweils gültigen Basiszinssatz.12

    Bleibt die Zahlung trotz Mahnung und den damit verbundenen Mahnkosten aus, kann der Verkäufer oder Kreditgeber unter bestimmten Voraussetzungen vom Vertrag zurücktreten: Der Käufer muss mit mindestens zwei aufeinanderfolgenden Raten ganz oder teilweise im Rückstand sein, und der Verzugsbetrag muss mindestens 10 Prozent (bei Laufzeiten über drei Jahren fünf Prozent) des Gesamtkaufpreises erreichen. Vor dem Rücktritt muss der Verkäufer dem Käufer meist eine Frist zur Zahlung setzen. Erst dann darf der Verkäufer die Ware herausverlangen.

    Für den Käufer drohen dann negative Einträge in Wirtschaftsauskunfteien, was seine künftige Kreditwürdigkeit dauerhaft belasten könnte.
     

Vorteile und Nachteile der Ratenzahlung

Eine Ratenzahlung kann sinnvoll sein, wenn eine Anschaffung notwendig ist und die monatliche Belastung gut zum Budget passt. Sie kann aber auch teuer werden oder zu unüberlegten Käufen verleiten. Entscheidend ist, ob Verbraucher die Gesamtkosten kennen und die Raten dauerhaft tragen können.

VorteileNachteile und Risiken

Teure Anschaffungen können sofort getätigt werden, ohne den gesamten Kaufpreis auf einmal zahlen zu müssen. Das kann sinnvoll sein, wenn z. B. ein Haushaltsgerät oder ein Fahrzeug dringend ersetzt werden müssen und Liquidität fehlt.

Zinskosten: Je länger die Laufzeit und je höher der Zinssatz, desto teurer wird die Anschaffung im Vergleich zum Barkauf. Wer nicht konsequent auf den effektiven Jahreszins achtet, zahlt unter Umständen deutlich mehr als nötig.

Planungssicherheit: Konstante Monatsraten lassen sich besser ins Haushaltsbudget einplanen als eine große Einmalzahlung. 

Psychologische Effekt: Kleine Monatsraten senken die Kaufhürde. Das kann Impulskäufe fördern und zu schleichender finanzieller Überlastung führen − besonders, wenn mehrere Ratenverträge gleichzeitig laufen.

Feste Zinsstruktur über die gesamte Laufzeit.Ein Eigentumsvorbehalt kann zum Risiko werden. Ist er vereinbart, gehört die Ware dem Käufer rechtlich oft erst nach der letzten Rate. Und bei Zahlungsausfall kann der Verkäufer sie zurückfordern, unabhängig davon, wie viele Raten bereits geleistet wurden.
Bei echten Null-Prozent-Finanzierungen entstehen keine Zinskosten, solange alle Raten pünktlich gezahlt werden.Mehrere parallel laufende Verträge können die Bonität verschlechtern und künftige Kreditaufnahmen erschweren oder verteuern.

 

Ratenzahlung kann ein effektives Mittel zur Verkaufsförderung sein

Wie können Sie als Händler Ratenzahlung sicher anbieten?

Die Ratenzahlung ist eine gute Möglichkeit Ihre Verkaufsförderung zu verbessern und Umsätze zu steigern. Mithilfe von (automatisierten) Bonitätsprüfungen können Sie die Kreditwürdigkeit Ihrer Kunden bereits vor Abschluss des Ratenzahlungsvertrags überprüfen. Aber was können Sie tun, wenn Ihr Kunde die Raten dennoch nicht fristgerecht zahlt ? Ein professionelles Mahnwesen ist zunächst unerlässlich. Wenn die Mahnungen nicht ausreichen, können Sie – oder je nach Vereinbarung auch die Bank – ein Inkassounternehmen wie Creditreform beauftragen. Wir verfolgen dabei einen fairen und kundenorientierten Ansatz, um offene Forderungen möglichst erfolgreich für Sie zu realisieren.

Mehr zum Inkasso mit Creditreform

Alternativen zur Ratenzahlung

Eine Ratenzahlung ist nicht die einzige Möglichkeit, größere Ausgaben zu finanzieren. Je nach Zweck, Laufzeit und Kosten können andere Finanzierungsformen sinnvoller sein. Wichtig ist, Konditionen, Flexibilität und Risiken miteinander zu vergleichen.

Sofortkredit

Die Besonderheit beim Sofortkredit ist, dass er meist komplett digital beantragt werden kann, ohne Filialbesuch und Papierkram. Er wird daher auch Onlinekredit oder Blitzkredit genannt. Meist wird er innerhalb weniger Stunden gewährt, samt Bonitätsprüfung,  Vertragsabschluss und Auszahlung. Dazu geben Antragsteller in der Regel per Online-Banking-Zugang einen digitalen Einblick in ihr Konto und die eigenen Kontoumsätze, die dann von einem Algorithmus ausgewertet werden.

Konditionen und Zinssätze unterscheiden sich dabei rechtlich nicht vom klassischen Bankkredit. Der Unterschied liegt vor allem in der schnellen Abwicklung. Wer einen Sofortkredit aufnimmt, schließt einen vollwertigen Verbraucherdarlehensvertrag ab, mit allen damit verbundenen Rechten, einschließlich dem 14-tägigen Widerrufsrecht und der Möglichkeit zur vorzeitigen Rückzahlung. Die Zinssätze unterscheiden sich je nach Anbieter, Laufzeit und Bonität.

Dispokredit

Der Dispokredit ist besonders flexibel, aber meist teuer. Rechtlich ist er die eingeräumte Überziehung  eines Girokontos, die allerdings nur dann gewährt werden muss, wenn sie vertraglich festgehalten ist. Die Zinssätze müssen transparent ausgewiesen werden. In Deutschland sind sie relativ hoch. Meist kostet die Überziehung zwischen 10 und 15 Prozent.

Für kurzfristige Engpässe bis zur nächsten Gehaltszahlung kann der Dispo praktisch sein. Als Dauerfinanzierung ist er wegen der hohen Zinsen jedoch ungeeignet. Noch teurer kann die geduldete Überziehung sein, wenn das Konto über den eingeräumten Disporahmen hinaus belastet wird.

Buy Now, Pay Later

Buy Now, Pay Later ist vor allem im Onlinehandel als Kurzfristfinanzierung weit verbreitet. Anbieter wie Klarna, Paypal oder Ratepay ermöglichen es, Waren sofort zu bestellen und erst später zu bezahlen. Die Zahlungsoption ist meist in den Checkout-Prozess integriert, die Bonitätsprüfung läuft häufig automatisiert im Hintergrund in Echtzeit.

Kurze Zahlungsziele von 14 bis 30 Tagen sind häufig zinslos. Bei längeren Ratenplänen können jedoch Zinsen und Gebühren anfallen, die je nach Anbieter erheblich variieren. Das größte Risiko liegt im fehlenden Überblick: Viele kleine Zahlungen können sich summieren. Kommt es zum Zahlungsverzug, drohen Mahngebühren, Verzugszinsen und mögliche negative Folgen für die Bonität. Mit dem Beschluss des Deutschen Bundestags zur Umsetzung der neuen europäischen Verbraucherkreditrichtlinie werden ab dem 20. November 2026 auch bisher wenig regulierte Buy-now-pay-later-Modelle stärker in den Verbraucherschutz einbezogen. Anbieter müssen Verbraucher klarer über Kosten und Vertragsbedingungen informieren und die Kreditwürdigkeit genauer prüfen, bevor eine Finanzierung gewährt wird. Ziel ist es, Überschuldung zu vermeiden und Buy-now-pay-later-Finanzierungen transparenter zu machen.

Buy now, pay later-Angebote und Ratenkredite zeigen vor allem bei jungen Menschen unter 30 bereits negative Auswirkungen auf die finanzielle Situation. 

Lesen Sie mehr dazu im SchuldnerAtlas Deutschland

FAQ zu Ratenzahlung

Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema

  • 1. Muss ein Ratenkaufvertrag schriftlich abgeschlossen werden?

    Ja, grundsätzlich gelten für Teilzahlungs- oder Abzahlungsgeschäfte besondere Form- und Informationspflichten. Im stationären Handel kann eine schriftliche Vereinbarung erforderlich sein. Also mit Vertrag und eigenhändiger Namensunterschrift durch den Käufer. Im Fernabsatz, also etwa beim Online- und Versandhandel, gelten teilweise abweichende Regeln. Entscheidend ist, dass Verbraucher vor Vertragsschluss alle gesetzlich vorgeschriebenen Vertragsinformationen erhalten – etwa zu Gesamtbetrag, Laufzeit, Ratenhöhe und Widerrufsrecht.

  • 2. Kann man einen Ratenkauf widerrufen?

    Ja. Verbraucher haben bei Teilzahlungsgeschäften ein 14-tägiges Widerrufsrecht, ohne Angabe von Gründen. Die Frist beginnt erst, wenn die gesetzlich vorgeschriebene Widerrufsbelehrung vorliegt. Fehlt diese, verlängert sich das Widerrufsrecht auf bis zu zwölf Monate und 14 Tage.

  • 3. Bekommt man sofort Eigentum an der Ware?

    Nicht immer. Beim Ratenkauf kann ein Eigentumsvorbehalt vereinbart werden – dann bleibt die Ware bis zur vollständigen Zahlung rechtlich Eigentum des Verkäufers. Der Käufer ist zwar Besitzer und darf die Ware nutzen, wird aber erst nach der letzten Rate zum Eigentümer. Gerät der Käufer in Zahlungsverzug, kann der Verkäufer die Ware unter bestimmten Voraussetzungen zurückverlangen. Bereits gezahlte Raten und mögliche Rückabwicklungsfragen sind dabei gesondert zu berücksichtigen.

  • 4. Können zusätzliche Kosten entstehen?

    Ja, es können zusätzliche Kosten entstehen. Neben dem effektiven Jahreszins können Zusatzprodukte wie Restschuldversicherungen die Finanzierung erheblich verteuern. Diese sind aber in der Regel freiwillig. Auch bei einer Null-Prozent-Finanzierung kann der Händler die Finanzierungskosten in den Kaufpreis einkalkuliert haben.

Teilen auf


Das könnte Sie auch interessieren

handelsvertrag-950x503.jpg

Absatzfinanzierung: Definition, Funktionsweise und Vorteile

Hohe Investitionen bremsen oft eine Kaufentscheidung. Mit einer Absatzfinanzierung liefern Händler und Hersteller die passende Finanzierung gleich mit.

Zum Artikel
Header_Buy_now_pay_later-950x503.jpg

Buy now, pay later: Spontankauf per App

Im Prinzip ist „Buy now, pay later“ eine moderne Variante des Kaufs auf Rechnung – und bietet doch ganz neue Möglichkeiten. Wie es funktioniert und welche Risiken Sie beachten sollten.

Zum Artikel
zahlungsausfaelle-vermeiden_950x503.png

So geht es: Wie sie Zahlungsausfälle vermeiden 

Unbezahlte Rechnungen sind ärgerlich und mit Aufwand verbunden. In 8 Schritten erfahren Sie, wie Sie Zahlungsausfälle effektiv vermeiden können.

 

Zum Artikel
KontaktKontakt