Wie Sie einen Businessplan schreiben

Sie haben eine Geschäftsidee? Erfahren Sie, wie Sie Ihre Idee mit einem fundierten Businessplan in die Tat umsetzen können.

Wie Sie einen fundierten Businessplan schreiben

Sie haben eine Geschäftsidee, die Sie gerne in die Tat umsetzen möchten? Doch mit einer Idee alleine kommen Sie nicht weit – für einen erfolgreichen Start benötigen Sie eine fundierte Planung. Mit einem Businessplan haben Sie die Möglichkeit, Ihr Geschäftskonzept sicher und strukturiert auf den Weg zu bringen. Schritt für Schritt erklären wir Ihnen, was einen gut ausgearbeiteten Plan ausmacht, wie er aufgebaut ist und was Sie beachten sollten.

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Was ist ein Businessplan?

Kurz gesagt handelt es sich um ein schriftliches Dokument, welches das Geschäftskonzept eines Projektes oder Unternehmens erläutert. Oft wird ein Businessplan für ein neu zu gründendes Unternehmen erstellt. Ebenso kann er aber auch bei der Reorganisation oder Neuausrichtung einer Firma von großem Nutzen sein. Jedem Businessplan liegt eine Idee zugrunde, die sich auf ein neues Produkt, eine Dienstleistung, ein Geschäftsmodell oder ein Unternehmen beziehen kann. Neben der Idee wird im Plan auch die Umsetzung beschrieben.

Welchen Zweck hat er?

Ein Businessplan hilft Ihnen dabei, eine Geschäftsidee sowohl intern als auch nach außen zu kommunizieren und zu steuern. Er ist somit Orientierungsleitfaden für Gründer und Grundlage für die detaillierte betriebswirtschaftliche Planung eines Unternehmens. Gleichzeitig wird das Geschäftsvorhaben auf den Prüfstand gestellt, da sich schnell herausstellt, ob das Konzept in sich schlüssig ist. So werden Marktchancen realistisch eingeschätzt und Risiken frühzeitig aufgedeckt. Er bietet auch wichtige Informationen für potenzielle Geldgeber, die mit Hilfe des Plans entscheiden, ob sie in die Geschäftsidee investieren wollen. Für Arbeitsagenturen ist das Einreichen eines Businessplans Grundvoraussetzung für die Existenzgründung und auch Banken schreiben ihn verpflichtend vor.

Wie ist er aufgebaut?

Für die Erstellung eines Businessplans gibt es keine allgemeingültige Gliederung und auch die Reihenfolge kann variieren. Allerdings gibt es wesentliche Bestandteile, die den Inhalt eines Geschäftsplanes vorgeben. Der Umfang kann dabei zwischen 10 und 30 Seiten liegen. Wie eine sinnvolle Gliederung für Start-ups, beziehungsweise eine Unternehmensgründung aussehen kann, zeigen wir Ihnen mit unserer Mustergliederung.

Wie sich das Gründungsgeschehen in Deutschland entwickelt

Um 7 Prozent ging die Zahl der Unternehmensgründungen laut einer gemeinsamen Untersuchung von Creditreform und dem ZEW – Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung im Vergleich zum Vorjahr zurück. In den Jahren 2020 und 2021 hatten sich die Gründerzahlen bei knapp 176.000 neuen Unternehmen eingependelt – trotz Corona-Pandemie und dadurch bedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Für das Jahr 2022 gehen Creditreform und das ZEW von nur knapp 163.000 Gründungen aus. Dieses vorläufige Ergebnis korrespondiert in etwa mit der Gewerbeanzeigenstatistik des Statistischen Bundesamtes von Januar 2023. Demnach sank die Zahl der neu angemeldeten Gewerbe um 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

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Mustergliederung mit hilfreichen Tipps

  • Executive Summary

    Das Executive Summary steht in der Regel zu Beginn eines Businessplans und umfasst rund ein bis zwei Seiten. Auf diesen Seiten wird der gesamte Geschäftsplan zusammengefasst. Ziel ist es, eine möglichst interessante und schlüssige Inhaltsangabe zu schreiben, die zum Weiterlesen anregt. Denn oft entscheiden potenzielle Investoren schon anhand des Executive Summary, ob sie den gesamten Geschäftsplan weiter durchgehen.

    Unser Tipp: Schreiben Sie das Executive Summary ganz zum Schluss, auch wenn es chronologisch an den Anfang des Plans gehört. Es wird Ihnen leichter fallen, die Zusammenfassung zu formulieren, wenn Sie den gesamten Geschäftsplan niedergeschrieben haben.

  • Unternehmen und Management

    Dieser Gliederungspunkt lässt sich in weitere Teilbereiche strukturieren. Angefangen mit einer Ausgangssituation in Form einer Ist-Analyse, kommt es dann zum entscheidenden Fundament in einem Businessplan, nämlich der Präsentation der eigentlichen Geschäftsidee. Fragen Sie sich dabei: Was ist das Besondere an Ihrer Geschäftsidee? Welchen Mehrwert bietet Ihre Geschäftsidee potenziellen Kunden?

    In diesem Zusammenhang legen Sie auch die Ziele des Unternehmens fest und stellen sich selbst bzw. das Gründerteam vor. Wer sind Sie? Was sind Ihre Qualifikationen? Wie beschaffen Sie fehlendes Know-how? Anschließend werden die rechtlichen Rahmenbedingungen festgelegt:

    • Wie lautet die Firmierung Ihres Unternehmens?
    • Welche Rechtsform soll Ihre Firma haben?
    • Wer sind die Eigentümer/Geschäftsführer und wie sind die Anteilsstrukturen verteilt?
    • Wie sieht die Mitarbeiterstruktur aus? (Schlüsselmitarbeiter)
    • Wo ist der Firmensitz?
  • Produkt oder Dienstleistung

    Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihr Produkt oder die Dienstleistung im Detail zu beschreiben.

    Erläutern Sie:

    • Hat Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung ein Alleinstellungsmerkmal?
    • Werden Schutzrechte wie Patente, Lizenzen oder Ähnliches benötigt?
    • Wie sieht das Zukunftspotential im Sinne von Produktmodifikationen und -innovationen aus?
  • Markt und Konkurrenz

    An dieser Stelle ist fundiertes Hintergrundwissen erforderlich. Sie sollten aufzeigen, dass Sie den Markt und die Konkurrenz genau kennen.

    • Beschreiben Sie Ihre Zielgruppe und ermitteln Sie den Bedarf an Ihrem Produkt.
    • Führen Sie eine umfangreiche Marktanalyse durch, inklusive Marktgröße, Segmente und Wachstumspotential.
    • Schildern Sie die Wettbewerbssituation.
  • Marketing

    In diesem Bereich stellen Sie Ihr Marketingkonzept vor. Meistens gibt es neben dem Marketingkonzept einen separaten Marketingplan. Er stellt die einzelnen Maßnahmen in einer Zeitleiste detailliert dar.

    Im Rahmen des Businessplans fokussieren Sie sich auf den Marketing-Mix. Zu den vier klassischen Instrumenten des Marketing-Mix gehören die Produkt-, Preis-, Distributions- und Kommunikationspolitik (in Englisch die sogenannten 4P: Product, Price, Place, Promotion). Konkret beschreiben Sie das Produkt, legen einen Preis fest und überlegen sich, wie Sie das Produkt in den Markt verkaufen können. Dazu planen Sie Kommunikationsmaßnahmen, damit das Produkt auch entsprechend beworben wird sowie Markteintrittsstrategien – also Maßnahmen, mit denen Sie die ersten Kunden für Ihr Produkt/Ihre Dienstleistung gewinnen können.

  • Umsetzungsfahrplan

    Bechreiben Sie hier die Aktivitäten der nächsten Monate sowie die zentralen Meilensteine auf dem Weg zu den gesetzten Zielen, wie zum Beispiel die Ladeneröffnung, der GoLive der Internetpräsenz oder des Onlineshops.

    Unser Tipp: Gerade die Meilensteine können Sie grafisch ansprechend aufbereiten, sodass Sie eine übersichtliche Darstellungsform erhalten.

  • Finanzplanung

    Ein Finanzplan ist meist der umfangreichste Teil und besteht aus verschiedenen Teilplänen. Wir haben hier die wichtigsten zusammengefasst:

    Umsatzplan: Im Umsatzplan legen Sie die angestrebten Netto-Umsätze fest.

    Kostenplan: Im Kostenplan errechnen Sie die Höhe Ihrer Fixkosten sowie die variablen Kosten je nach Beschäftigungsgrad.

    Liquiditätsplan/Kapitalbedarfsplan: Dieser Plan zeigt die Differenz zwischen Ihren Einnahmen und Ausgaben. Dabei müssen Sie bedenken, dass nach Rechnungsstellung ein gewisser Zeitraum verstreicht, bis der Zahlungseingang erfolgt.

    Finanzierungsplan: Da die Finanzierung einer Geschäftsidee in der Regel nicht nur mit dem Eigenkapital des Gründers erfolgen kann, kommt in den meisten Fällen auch Fremdkapital hinzu; zum Beispiel in Form eines Kredites durch eine Bank oder eines Business Angels, der gegen Anteile am Unternehmen Kapital einfließen lässt. Daher müssen Sie sich auch damit beschäftigen, wie Investoren ihr Geld zurückbekommen.

    Investitionsplan: Im Investitionsplan zeigen Sie die bis zum Gründungszeitpunkt geplanten Investitionen auf.

    Rentabilitätsplan: Hierbei beurteilen Sie den wirtschaftlichen Erfolg Ihres Unternehmens, indem Sie die prognostizierten Umsätze den ermittelten Kosten gegenüberstellen.

    Unser Tipp: Eine Firmenauskunft hilft Ihnen dabei, geschäftliche Entscheidungen zu treffen, indem Sie sich vorab Informationen über die finanzielle Situation und Bonität Ihrer neuen Kunden einholen. Achten Sie von Anfang an auf ein Forderungsmanagement, das Ihnen dabei hilft, liquide zu bleiben. ➜ Zu den Firmenauskünften von Creditreform

  • Risikoanalyse

    Bei der Risikoanalyse identifizieren und bewerten Sie mögliche Risiken. Das können Abläufe sein, die aufgrund von Abhängigkeiten nicht immer reibungslos verlaufen. Ein oft genutztes Instrument zur Risikoanalyse ist die SWOT-Analyse (englisch für strengths, weaknesses, opportunities, threats), bei der die Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken in einer Matrix aufgezeigt werden.

    • Aus welchen Stärken ergeben sich neue Chancen?
    • Welche Stärken minimieren Risiken?
    • Welche Schwächen können Sie eliminieren, um neue Chancen zu nutzen?
    • Welche Schwächen können Sie abwenden, damit sie nicht zu Risiken werden?
       

    Bei der Risikoanalyse fragen Sie sich auch was passiert, wenn Ihre Geschäftsidee scheitert. Stellen Sie deshalb ein sogenanntes Worst-Case-Szenario auf, also was könnte im schlimmsten Fall passieren? Wenn Sie sich darüber frühzeitig Gedanken machen, beugen Sie einem vorzeitigen Scheitern Ihrer Existenzgründung aufgrund von Planungsmängeln vor.

  • Unternehmensbewertung

    Nur wer den Wert des eigenen Unternehmens einschätzen und aufzeigen kann, ist für ein Investoren-Gespräch gewappnet. Denn hier wird Kapital gegen Anteile am Unternehmen getauscht. Die Ermittlung des Wertes stellt einen Gründer jedoch vor große Herausforderungen, da viele Daten, wie zum Beispiel Vergangenheitsdaten, fehlen oder hohe Wachstumsraten nur schwer einzuschätzen sind. Deshalb ist die Bewertung von Annahmen abhängig und bereits leichte Veränderungen einzelner Faktoren können das Bewertungsergebnis verändern.

  • Anhang

    Im Anhang haben Sie die Möglichkeit sämtliche Dokumente anzuhängen, die direkt im Businessplan den Lesefluss stören und den Umfang sprengen würden. Idealerweise gehören folgende Dokumente dazu:

    • Lebensläufe des Gründerteams
    • Schutzrechte wie Patente oder Lizenzen
    • Organigramm über die Mitarbeiterstruktur
    • Technische Produktdaten

Welche Alternativen gibt es?

Das Schreiben eines Businessplans ist sehr aufwendig und kann durchaus einen ganzen Monat Ihrer Zeit kosten. Sie müssen sich umfassend mit vielen betriebswirtschaftlichen Themen beschäftigen, die Ihnen möglicherweise noch fremd sind – doch die Mühe lohnt sich. Keine Alternative geht so ins Detail.

Unternehmenspräsentation: Die Unternehmenspräsentation stellt das Unternehmen in der Regel kurz und knackig vor und ist daher zu oberflächlich, als dass sie den Businessplan ersetzen könnte. Eine Unternehmenspräsentation benötigen Sie aber in jedem Fall, um Ihre Firma neuen Kunden vorzustellen.

Tipp: Mit einem ausführlichen Geschäftsplan als Grundlage können Sie viel leichter Ihre Unternehmenspräsentation erstellen.

Business Model Canvas: Das Business Model Canvas besteht aus neun Elementen (Key Partners, Key Activities, Key Resources, Value Propositions, Customer Relationships, Customer Segments, Channels, Cost Structure, Revenue Streams), die übersichtlich auf einem Blatt angeordnet sind. So lassen sich die ersten Ideen gut visualisieren und testen, ob sie auch unternehmerisch sinnvoll ist. Jedoch ist auch diese Methode nicht so genau wie ein ausformulierter Geschäftsplan. Das Business Model Canvas kann auf jeden Fall als Vorstufe für die schriftliche Ausarbeitung des Geschäftskonzepts genutzt werden.

Tipp: Mit Post-its lassen sich die ersten Ideen einfach aufkleben und wieder abnehmen.

Was passiert nach der Gründung?

Der Businessplan ist das solide Fundament, um Ihr Geschäftsvorhaben zu strukturieren. Deshalb sollten Sie nicht vergessen, dass Sie diesen nicht nur für externe Interessensgruppen schreiben, sondern vielmehr für sich selbst. Nach erfolgreicher Gründung sollte das Geschäftskonzept nicht in einer Schublade verschwinden, sondern weiterhin genutzt werden. So können Sie stets überprüfen, ob die vorgenommenen Ziele erreicht wurden und wo im täglichen Geschäft Abweichungen zum Businessplan entstanden sind. Im Idealfall ist der Geschäftsplan Ihr Leitfaden auch über die Gründung hinaus, als eine Art lebendes Dokument. Änderungen können sich jederzeit ergeben aufgrund von neuen Rahmenbedingungen, nicht erfolgreichen Marketingmaßnahmen oder der Wettbewerbssituation. So wird er stetig aktualisiert und wächst mit Ihnen als Gründer mit.

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