Creditreform SchuldnerAtlas Berlin Brandenburg 2025
Der SchuldnerAtlas 2025 zeigt: Berlin und Brandenburg kämpfen mit Überschuldung.
Der Creditreform SchuldnerAtlas liefert jährlich umfassende Daten zur Verbraucherüberschuldung in Deutschland. Er analysiert regionale Unterschiede, Altersgruppen und Geschlechter, um Trends und Ursachen zu erkennen. Unternehmen, Politik und Beratungsstellen nutzen ihn, um gezielte Maßnahmen zur Prävention und Unterstützung zu entwickeln. Das Instrument hilft, finanzielle Risiken zu bewerten und Lösungen für betroffene Haushalte zu fördern.
Überschuldungssituation in Berlin und Brandenburg – SchuldnerAtlas 2025
Auf Grundlage der aktuellen SchuldnerAtlas-Analysen für Berlin und Brandenburg lassen sich wichtige Erkenntnisse zu den Überschuldungsquoten und regionalen Besonderheiten gewinnen. Sowohl die Hauptstadt als auch das Bundesland Brandenburg zeigen deutliche regionale Unterschiede, die auf ihrer jeweiligen wirtschaftlichen und sozialen Struktur basieren.
Berlin: Entwicklung der Überschuldung
Berlin weist eine Schuldnerquote von 10,01 % auf, was leicht unter dem Vorjahreswert liegt (-0,15 Prozentpunkte). Trotz eines Anstiegs der absoluten Fallzahlen konnte die Quote durch ein starkes Bevölkerungswachstum gesenkt werden. Insgesamt sind 305.309 Berlinerinnen und Berliner von Überschuldung betroffen.
Beste und schlechteste Quoten in den Bezirken:
- Beste Quote: Steglitz-Zehlendorf mit 6,42 % – dieser Bezirk zeigt weiterhin die niedrigste Überschuldungsquote in Berlin.
- Schlechteste Quote: Spandau mit 12,81 % – mehr als jeder achte erwachsene Einwohner ist hier überschuldet.
Männer sind mit einer Schuldnerquote von 12,44 % deutlich häufiger betroffen als Frauen (6,81 %). Die Bezirke mit den höchsten männlichen Schuldnerquoten sind Mitte, Neukölln und Spandau. Bei Frauen liegen die höchsten Werte in Spandau und Marzahn-Hellersdorf.
Trotz des Rückgangs der Schuldnerquote bleibt Berlin über dem bundesweiten Durchschnitt von 8,16 %.
Brandenburg: Entwicklung der Überschuldung
Die Schuldnerquote in Brandenburg ist erneut gesunken und liegt bei 7,48 % (-0,06 Prozentpunkte). Dies ist das neunte Jahr in Folge, in dem die Quote im Bundesland rückläufig ist. Insgesamt sind 160.167 Brandenburgerinnen und Brandenburger überschuldet – ein leichter Anstieg der absoluten Fallzahlen um 0,3 % gegenüber dem Vorjahr.
Beste und schlechteste Quoten in den Regionen:
- Beste Quote: Potsdam-Mittelmark mit nur 5,59 % – deutlich unter dem Landesdurchschnitt.
- Schlechteste Quote: Brandenburg an der Havel mit 12,34 % – etwa jeder achte Einwohner ist hier überschuldet.
Die Zahl der harten Überschuldungsfälle ging in Oberhavel (-3,3 %) und Oder-Spree (-3,0 %) deutlich zurück, während sie in Havelland (+1,3 %) und Dahme-Spreewald (+0,4 %) leicht anstieg.
Die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen ist mit einer Schuldnerquote von 12,00 % am stärksten betroffen.
Insgesamt liegt das Bundesland Brandenburg weiterhin unter dem bundesweiten Durchschnitt von 8,16 %.
Vergleich Berlin und Brandenburg
Berlin hat mit 10,01 % eine deutlich höhere Schuldnerquote als Brandenburg (7,48 %). Während Berlin eine höhere Überschuldungsintensität bei Männern und in sozial schwächer aufgestellten Bezirken zeigt, sind in Brandenburg die Unterschiede zwischen den Landkreisen ausgeprägter. Beide Regionen profitieren von einem langfristigen Rückgang der Schuldnerquote, der im Jahr 2025 durch demografische Faktoren begünstigt wurde.
Fazit und Ausblick
Die SchuldnerAtlas-Analysen 2025 zeigen, dass sowohl Berlin als auch Brandenburg weiterhin mit Überschuldungsproblemen zu kämpfen haben, jedoch auch positive Entwicklungen zu verzeichnen sind. Während Berlin von seinem Bevölkerungswachstum profitiert, zeigen sich in Brandenburg regionale Unterschiede, die gezielte Maßnahmen erfordern.
Deutschland verzeichnet erstmals seit 2018 wieder einen Anstieg der privaten Überschuldung. Die finanziellen Belastungen der Verbraucher haben sich angesichts steigender Lebenshaltungskosten und der anhaltenden Wirtschaftskrise deutlich erhöht. Hinzu kommt, dass seit einiger Zeit auch die Arbeitslosenzahlen wieder steigen – ein entscheidender Auslöser für Überschuldungsentwicklungen.
Dass der finanzielle Puffer vieler Haushalte geschrumpft ist, lässt sich jedoch nicht allein auf die „Multikrisen“ der vergangenen Jahre zurückführen. Auch unwirtschaftliche Haushaltsführung, kreditfinanzierte Konsumausgaben oder gescheiterte Selbstständigkeiten tragen dazu bei, dass wieder mehr Menschen in eine Überschuldungsspirale geraten.
Nun scheint die Trendwende eingetreten zu sein: Im Jahresverlauf 2025 hat sich vor allem die Zahl nachhaltiger Zahlungsstörungen („weiche Negativmerkmale“) deutlich erhöht. Die Zunahme dieser Fälle steht in engem Zusammenhang mit den gestiegenen Lebenshaltungs- und Wohnkosten sowie der insgesamt sinkenden finanziellen Belastbarkeit vieler Verbraucher. Viele haben ihre Ersparnisse aufgebraucht und rutschen nun ins Minus.
Besonders in Regionen mit den höchsten Schuldnerquoten ist eine verstärkte Unterstützung notwendig, um die finanzielle Stabilität der Bevölkerung langfristig zu sichern. Um die Überschuldung einzudämmen, braucht es eine Kombination aus präventiven und unterstützenden Maßnahmen:
- Ausbau der Schuldnerberatung und sozialmedizinischer Hilfsangebote.
- Stärkung der Vollzeitbeschäftigung und Schaffung bezahlbaren Wohnraums.
- Frühzeitige Förderung der Finanzkompetenz durch gezielte Bildungsinhalte an Schulen.
Mit diesen Erkenntnissen aus den SchuldnerAtlas-Berichten wird deutlich, wie wichtig es ist, die betroffenen Regionen gezielt zu unterstützen, um den Kreislauf der Überschuldung zu durchbrechen. Detaillierte Informationen erhalten Sie in den aktuellen Analysen im Download-Bereich.
Die Analyse zum SchuldnerAtlas Deutschland 2025 finden Sie hier: SchuldnerAtlas Deutschland 2025
Bei Fragen stehen wir Ihnen per E-Mail unter presseinfo@berlin.creditrefom.de zur Verfügung.
Download zum SchuldnerAtlas Berlin 2025
Download zum SchuldnerAtlas Brandenburg 2025
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