Vorteile, Nachteile & Risiken

0%-Finanzierung

Mit der 0%-Finanzierung lassen sich größere Anschaffungen tätigen, ohne sofort die gesamte Summe bezahlen zu müssen. Wie funktioniert sie genau? Welche Vor- und Nachteile gibt es?

5 Min. Lesezeit

Was ist eine 0%-Finanzierung?

Eine 0%-Finanzierung ist eine spezielle Form des Ratenkaufs, bei der der Kunde den Kaufpreis in monatlichen Raten zahlt – ohne, dass Zinsen anfallen. Das bedeutet, dass der Kunde am Ende nur den ursprünglichen Kaufpreis bezahlt. Diese Finanzierungsform wird häufig beim Kauf von Konsumgütern wie Elektronik oder Möbeln angeboten und richtet sich dabei an Privatpersonen1​​​​​​​.

Abgrenzung zu klassischen Ratenkrediten

Bei klassischen Ratenkrediten schließt die Bank den Kreditvertrag direkt mit dem Kunden ab. Darin ist die Rate sowie die Höhe der Zinsen festgelegt. Bei der 0%-Finanzierung hingegen besteht meist eine Kooperation zwischen dem Händler und der Bank. Der Händler trägt dabei oft die Kosten der Finanzierung und ermöglicht dem Kunden diese Finanzierungsform, um den Absatz zu fördern.

So funktioniert die 0%-Finanzierung

Der Händler bietet dem Kunden die 0%-Finanzierung an, um einen Kaufanreiz zu bieten. Er zahlt der Bank eine Provision. Gleichzeitig bietet er dem Kunden Zusatzprodukte wie Garantieverlängerungen an.

Die Bank übernimmt die Finanzierung, prüft jedoch vorab die Bonität des Kunden, um sicherzustellen, dass er in der Lage ist, seinen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen.

Der Kunde nutzt die Finanzierung, um die Zahlung des Kaufpreises auf mehrere Raten zu verteilen.

So läuft eine 0%-Finanzierung ab

  1. Auswahl des Produkts: Der Kunde entscheidet sich für ein Produkt, das mit einer 0%-Finanzierung angeboten wird.
  2. Antragstellung: Der Kunde füllt einen Finanzierungsantrag aus, der meist direkt im Geschäft oder online verfügbar ist.
  3. Bonitätsprüfung: Die Bank prüft die Kreditwürdigkeit des Kunden. Eine gute Bonität ist Voraussetzung für die Finanzierung.
  4. Vertragsabschluss: Nach erfolgreicher Prüfung wird der Finanzierungsvertrag abgeschlossen.
  5. Ratenzahlung: Der Kunde zahlt die vereinbarten monatlichen Raten, bis der Kaufpreis vollständig beglichen ist.

Rechenbeispiel: 0%-Finanzierung vs. günstiger Ratenkredit

Beispiel: Kauf eines Fernsehers für 1.200 €

0%-Finanzierung: 12 Raten zu je 100 €, Gesamtkosten: 1.200 €

Ratenkredit mit 5 Prozent Zinsen: 1.200 € * 0,05 = 60 € Zinsen insgesamt

12 Raten zu je 105 €, Gesamtkosten: 1.260 €

Wer verdient durch 0%-Finanzierungen?

Obwohl die Finanzierung für den Kunden zinsfrei ist, verdienen Händler und Banken indirekt daran. Händler profitieren von höheren Verkaufszahlen und können durch die Finanzierung Kunden gewinnen, die sich das Produkt sonst nicht hätten leisten können. Banken erhalten eine Provision vom Händler und können Zusatzprodukte wie Versicherungen oder Kreditkarten anbieten.

VorteileNachteile

Keine Zinskosten: Der Kunde zahlt nur den Kaufpreis.

Eingeschränkte Auswahl: Nicht alle Produkte sind mit 0%-Finanzierung erhältlich.

Flexibilität: Große Anschaffungen können in kleinen Raten bezahlt werden.

Versteckte Kosten: Meist sind die Finanzierungskosten schon im Kaufpreis enthalten. Manche Händler berechnen auch Bearbeitungsgebühren oder verlangen eine Anzahlung.

Attraktivität: Der Kunde kann sich ein Produkt kaufen, das er sich ohne zinsfreien Ratenkauf nicht hätte leisten können.

Zusatzprodukte: Oft werden Versicherungen oder andere Services –  wie beispielsweise Garantieverlängerungen – angeboten, die zusätzliche Kosten verursachen.

 

Risiken & Einschränkungen

Risiken für die Bonität: Eine 0%-Finanzierung wird als Kredit bei Wirtschaftsauskunfteien vermerkt. Zu viele Kredite können die Bonität negativ beeinflussen, insbesondere dann, wenn Ratenzahlungen unregelmäßig bezahlt werden.
Vorsicht vor Zusatzprodukten: Händler und Banken bieten oft Zusatzprodukte wie Versicherungen oder Garantieverlängerungen an. Diese können die Gesamtkosten erheblich erhöhen.
Versteckte Zusatzkosten: Manche Angebote enthalten versteckte Gebühren, wie Bearbeitungsgebühren.
Achtung vor der Dispofalle: Wenn die monatlichen Raten nicht rechtzeitig bezahlt werden, können hohe Verzugszinsen oder zusätzliche Gebühren anfallen.

Exkurs: 0%-Finanzierung im B2B-Bereich

Auch im B2B-Bereich wird dieses Finanzierungsmodell zunehmend genutzt, insbesondere für Investitionsgüter und Dienstleistungen. Unternehmen können dadurch ihre Liquidität schonen und größere Anschaffungen tätigen, ohne sofort den gesamten Kaufpreis zahlen zu müssen.
Im B2B-Bereich wird die 0%-Finanzierung vor allem für folgende Zwecke angeboten:

  • Maschinen und Anlagen: Hersteller von Produktionsmaschinen oder Anlagen bieten häufig zinsfreie Finanzierungsmöglichkeiten an, um den Absatz ihrer Produkte zu fördern.
  • IT-Infrastruktur: Anbieter von Softwarelösungen oder Hardware wie Server und Netzwerktechnik ermöglichen Unternehmen oft durch 0%-Finanzierungen eine kostenneutrale Ratenzahlung.
  • Fahrzeugflotten: Automobilhersteller und Leasinggesellschaften bieten Unternehmen zinsfreie Finanzierungsmodelle für Firmenwagen oder Transportfahrzeuge an.
  • Dienstleistungen: Auch Dienstleister – beispielsweise in der Weiterbildung oder Beratung – können ihre Leistungen zinsfrei finanzieren lassen, um die Hemmschwelle für Unternehmen zu senken.


Diese Finanzierungsform bietet Planungssicherheit, Unternehmen sollten jedoch die Vertragsbedingungen genau prüfen und sicherstellen, dass keine versteckten Kosten oder Zusatzprodukte enthalten sind. Zudem brauchen auch Unternehmen eine gute Bonität als Voraussetzung für diese Finanzierungsform.

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Für wen lohnt sich eine 0%-Finanzierung?

Aus Kundensicht: Lohnt sich die 0%-Finanzierung für mich?

Wenn Sie eine größere Anschaffung tätigen möchten und dabei ohnehin einen Ratenkauf in Betracht ziehen, ist die 0%-Finanzierung eine attraktive Möglichkeit, da keine Zinsen anfallen. Sie sollten jedoch die Vertragsbedingungen genau prüfen und versteckte Kosten vermeiden. Auch sollten Sie in der Lage sein, die monatlichen Raten problemlos zahlen zu können, damit die Finanzierung keine negativen Auswirkungen auf Ihre Bonität hat. Wenn Sie merken, dass Sie Ihre Raten nicht mehr zahlen können, sollten Sie Kontakt mit der Bank oder dem Händler aufnehmen. Oftmals können alternative Lösungen wie Ratenreduzierung oder Zahlungsaufschub vereinbart werden.

Aus Händlersicht: Sollte ich eine 0%-Finanzierung anbieten?

Die 0%-Finanzierung ist eine Maßnahme für Ihre Verkaufsförderung, mit dem Ziel den Absatz zu steigern. Mithilfe von Bonitätsprüfungen lässt sich die Kreditwürdigkeit Ihrer Kunden besser einschätzen. Doch was passiert, wenn Ihr Kunde seinen Zahlungsverpflichtungen nicht fristgerecht nachkommt? Wenn Ihr Kunde trotz Mahnungen nicht zahlt, können Sie (oder je nach Vereinbarung auch die Bank) ein Inkassounternehmen wie Creditreform beauftragen. Mit einem besonders kundenschonenden und fairen Ansatz setzen wir alles daran, Ihre offenen Forderungen zu realisieren.

Mehr zum Inkasso mit Creditreform

FAQ zum Thema: 0%-Finanzierung

  • 1. Ist eine 0%-Finanzierung kostenlos?

    Ja, eine 0%-Finanzierung ist kostenlos. Allerdings sollten Sie den Vertrag gründlich prüfen, um zu erkennen, ob möglicherweise versteckte Gebühren oder Zusatzprodukte enthalten sind.

  • 2. Wird die 0%-Finanzierung in einer Wirtschaftsauskunftei eingetragen?

    Ja, die 0%-Finanzierung wird als Kredit vermerkt und kann Ihre Bonität beeinflussen, insbesondere wenn Sie Ihrer Zahlungsverpflichtung nur unregelmäßig nachkommen.

    Schon gewusst: Einmal jährlich können Privatpersonen die von Wirtschaftsauskunfteien über sie gespeicherten Daten kostenfrei einsehen.

  • 3. Ist es möglich, die Finanzierung vorzeitig abzulösen?

    Ein frühzeitiges Ablösen des Vertrages ist meist möglich. Prüfen Sie dazu die Vertragsbedingungen. Um den Vertrag abzulösen, müssen Sie die noch ausstehenden Raten im Ganzen zahlen.

  • 4. Was passiert bei Zahlungsverzug?

    Nicht pünktliche oder gar ausbleibende Ratenzahlungen können hohe Verzugszinsen und zusätzliche Gebühren bedeuten. Dies sollten Sie möglichst vermeiden. Wenden Sie sich an den Händler oder die Bank, wenn Sie Raten nicht mehr zahlen können. Meist ist es möglich, die Raten zu reduzieren oder einen Zahlungsaufschub zu vereinbaren.

Unsere Texte dienen dem unverbindlichen Informationszweck und ersetzen keine spezifische Rechts- oder Fachberatung. Für die angebotenen Informationen geben wir keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

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