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Gründungszahlen – Anstieg ist da

Aus Wiesbaden kommt endlich eine gute Nachricht: Die Zahl der Neugründungen von Gewerben nahm laut Statistischem Bundesamt im ersten Halbjahr 2026 deutlich um über acht Prozent zu. Laut Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn stieg 2025 auch die Zahl der freiberuflichen Existenzgründungen.

Gründungen gelten als Salz in der Suppe eines Wirtschaftsstandortes. Eine lebendige Wirtschaft ist auf viele und vielseitige Unternehmensgründungen angewiesen. Gründer sorgen für Innovationen, Dynamik und Arbeitsplätze. Dennoch gingen die Gründungszahlen in den vergangenen Jahren zurück. Das scheint sich gerade zu ändern.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) Mitte August mitteilte, wurden im ersten Halbjahr 2026 in Deutschland rund 69.600 Betriebe – und damit drei Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – gegründet, deren Rechtsform und Beschäftigtenzahl auf eine größere wirtschaftliche Bedeutung schließen lassen. Das ist laut Destatis der Fall, wenn ein Betrieb durch eine juristische Person oder eine Gesellschaft ohne Rechtspersönlichkeit (Personengesellschaft) gegründet wird. Auch von natürlichen Personen gegründete Betriebe zählen hierzu, sofern die Person im Handelsregister eingetragen ist, Arbeitnehmerinnen oder Arbeitnehmer beschäftigt oder bei der Gründung eine Handwerkskarte besitzt.

Insgesamt gab es laut Destatis im ersten Halbjahr 352.400 Neugründungen von Gewerben, was sogar einem Anstieg von 8,3 Prozent entspricht. Die Gesamtzahl der Gewerbeanmeldungen stieg demnach um 8,1 Prozent auf rund 418.100. Zu den Gewerbeanmeldungen zählen neben Neugründungen von Gewerbebetrieben auch Betriebsübernahmen, Umwandlungen und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Mehr freiberufliche Gründungen als 2024

Der Positivtrend betrifft offenbar auch freiberufliche Existenzgründungen. Das Bonner Institut für Mittelstandsforschung (IfM) verkündete ebenfalls Mitte August, dass deren Anzahl von 95.000 im Jahr 2024 auf gut 111.000 im Jahr 2025 gestiegen ist. Die meisten freiberuflichen Gründungen verzeichnete demnach Berlin – es folgen Hamburg, München, Köln, Leipzig, Frankfurt/Main und Düsseldorf. Die Existenzgründungsintensität, also die Anzahl von Existenzgründungen je 10.000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, lag ebenfalls in Berlin am höchsten, gefolgt von Leipzig und dem Landkreis München. Dazu erklärte das IfM, dass freiberufliche Existenzgründungen häufig in bevölkerungsreichen Städten und Kreisen erfolgen, in denen es auch Hochschulen und Verwaltungseinrichtungen gibt. Diese generieren demnach eine hohe Nachfrage nach beratenden und wissenschaftlichen Dienstleistungen.

Trend zu mehr Gründungen verfestigt sich

Ganz neu ist der Trend steigender Existenzgründungen insgesamt nicht. Laut einer Veröffentlichung des IfM vom April dieses Jahres gingen die Gründungszahlen bereits 2024 nach oben. 2023 hatten sie allerdings mit 329.000 ein Langzeittief erreicht – 2015 waren es nämlich noch 388.000. In den fünf folgenden Jahren hatte die Zahl kontinuierlich abgenommen. Nach einem geringen Anstieg 2021 und 2022 war sie erneut gesunken. 2025 erfolgten dann mit 395.000 so viele Existenzgründungen wie seit über zehn Jahren nicht mehr.

Auch der im Mai veröffentlichte „KfW-Gründungsmonitor 2026“ konstatiert ein deutliches Plus bei der Zahl der Existenzgründungen im Jahr 2025. Die Gründungsintensität habe sich demnach von 115 auf 136 Existenzgründungen je 10.000 Menschen im Alter von 18 bis 64 Jahren erhöht. Die positive Entwicklung ist KfW Research zufolge jedoch maßgeblich durch Nebenerwerbsgründungen getrieben. Ihr Anteil an allen Gründungen liegt laut der Untersuchung bei 70 Prozent. Beständig hoch ist demnach auch der Anteil hybrider Gründungen: Gut vier von zehn Gründern führen ein bisheriges Anstellungsverhältnis nach der Gründung zunächst weiter.

Quellen:
www.destatis.de
www.ifm-bonn.org
www.kfw.de



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