Verschobene Insolvenzwelle?

Verschobene Insolvenzwelle?

Um eine pandemiebedingte Insolvenzwelle abzuwenden, hat die Bundesregierung die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht erneut verlängert. Doch damit sind auch Risiken verbunden.

Aussetzung der Insolvenzantragspflicht

Normalerweise gilt: Ist ein Unternehmen zahlungsunfähig oder überschuldet, muss die Geschäftsführung innerhalb von drei Wochen einen Insolvenzantrag stellen. Lässt sie diese Frist verstreichen, bezeichnet man das als Insolvenzverschleppung. Um Unternehmen zu schützen und eine Corona-bedingte Insolvenzwelle abzuwenden, hat die Bundesregierung bereits im März 2020 beschlossen, die Insolvenzantragspflicht in bestimmten Fällen auszusetzen. Jetzt sollen die bislang geltenden Regelungen sogar bis Ende April 2021 verlängert werden.

Worauf Unternehmer jetzt achten müssen

Eine Insolvenz bleibt somit vielen erspart, die Ihr Geschäft normalerweise nicht mehr hätten weiterführen dürfen. Doch was für einige Unternehmen eine Chance bietet, bringt für andere Risiken mit sich. Denn die wirtschaftliche Situation wird immer unübersichtlicher und der Gläubigerschutz gerät in den Hintergrund. Die Folge: Wer an einen vermeintlich wirtschaftlich stabilen Kunden liefert, dann aber auf seinen Kosten sitzen bleibt, gerät womöglich selbst in Schwierigkeiten. Unternehmer müssen sich gerade jetzt die Frage stellen: Welche Geschäftspartner sind noch verlässlich? Und mit wem kann ich weiterhin gute Geschäfte machen?

Trügerische Sicherheit

Die Konjunktur in Deutschland ist stark eingebrochen. Dennoch sind die Insolvenzen deutlich gesunken: Im Jahr 2020 nahm die Zahl der Unternehmensinsolvenzen um 13,4 Prozent ab. Das ist der niedrigste Stand seit der Einführung der Insolvenzordnung im Jahr 1999. Dies ist nicht zuletzt auf die ausgesetzte Insolvenzantragspflicht zurückzuführen. So konnten sich viele Unternehmen über Wasser halten, die eigentlich nicht mehr überlebensfähig waren.

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Wer in diesen Zeiten unternehmerisch stabil bleiben möchte, muss sehr sorgfältig abwägen. Schließlich gilt es gerade jetzt, weder gute geschäftliche Gelegenheiten verstreichen zu lassen noch unnötige Risiken einzugehen.

Um sich weiter am Markt zu behaupten, müssen Unternehmen sich systematisch neu aufstellen. Vor allem ist es wichtig, sein Risikomanagement kritisch zu prüfen und das eigene Kunden- und Lieferantenportfolio genau im Blick zu haben. Gerne unterstützen wir Sie mit unseren Wirtschaftsauskünften, Monitoring- oder Portfolio-Lösungen dabei, den Überblick zu behalten und helfen Ihnen, Ihre Geschäfte sicher abzuwickeln.

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Aussetzung der Insolvenzantragspflicht: Darum geht es

Um eine pandemiebedingte Insolvenzwelle abzuwenden, hat der Gesetzgeber etliche Regelungen auf den Weg gebracht. Neben Maßnahmen wie Soforthilfen und Förderkrediten war dies vor allem die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht. Sie wurde im März 2020 von der Bundesregierung beschlossen, um den in Bedrängnis geratenen Unternehmen die nötige Zeit zu geben, staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben. Seitdem wurde sie mehrfach verlängert.

Für wen die verlängerte Aussetzung der Insolvenzantragspflicht gilt

Von der Verlängerung der Frist zur Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis Ende April 2021 sollen in erster Linie Schuldner profitieren,

  • die zwischen dem 1. November 2020 und dem 28. Februar 2021 einen Antrag auf staatliche Hilfen zur Abmilderung der Corona-Folgen stellen oder gestellt haben;
  • oder als antragsberechtigt gelten,
  • die aber noch keine Auszahlung erhalten haben;
  • bei denen Aussicht gegeben ist, dass die Hilfen genehmigt werden
  • und die Chance besteht, die Insolvenz abzuwenden.