Aktuelles aus dem Steuerrecht

  • Falschbetankt nicht absetzbar
  • Abzugsbeschränkungen für Solaranlagen
  • Wechsel zur Fahrtenbuchmethode

Falsch betankt nicht absetzbar

Mit den Entfernungspauschalen sind sämtliche Kfz-Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte sowie Familienheimfahrten abgegolten. Auf Ablehnung stoßen bei den Finanzämtern deswegen insbesondere Parkgebühren, Beiträge für Kraftfahrerverbände und Versicherungen, Aufwendungen infolge Diebstahls oder Kosten eines Austauschmotors, selbst wenn sich der Motorschaden auf einer Fahrt zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte  ereignet hat.

Auch die vom Niedersächsischen Finanzgericht im vergangenen Jahr geweckte Hoffnung auf einen unbeschränkten Werbungskostenabzug aller außergewöhnlichen Wegekosten – etwa durch Falschbetankung verursachte Reparaturkosten – hat sich jetzt im Revisionsverfahren vor dem Bundesfinanzhof zerschlagen (Az.: VI R 29/13). Einzige Ausnahme bleiben damit Unfallkosten, die auf einer Fahrt zwischen Wohnung und regelmäßiger Arbeitsstätte oder auf einer steuerlich zu berücksichtigenden Familienheimfahrt entstehen.

Abzugsbeschränkung für Solaranlagen

Die Kosten eines privaten, nicht zur Einkünfteerzielung genutzten Gebäudes bleiben steuerlich selbst dann unberücksichtigt, wenn der Immobilieneigentümer mit einer auf dem Dach betriebenen Photovoltaikanlage gewerbliche Einkünfte erzielt.

In einem erst kürzlich entschiedenen Streitfall lehnte der Bundesfinanzhof (Az.: III R 27/12) den Abzug der anteiligen Gebäudekosten sowohl bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung als auch bei der Ermittlung der gewerblichen Einkünfte aus dem Betrieb der Photovoltaikanlage strikt ab. Begründung: Die Aufwendungen ließen sich nicht nachvollziehbar zwischen der privaten Gebäude- und der gewerblichen Dachnutzung aufteilen.

 

Wechsel zur Fahrtenbuchmethode

Grundsätzlich dürfen Unternehmer, Freiberufler oder Arbeitnehmer den geldwerten und damit steuerpflichtigen Vorteil aus der Privatnutzung von Firmenwagen anhand eines Fahrtenbuchs nachweisen.

Verzichten sie auf die mühsamen Eintragungen, sieht das Einkommensteuergesetz zwingend eine Nutzungswertermittlung nach der Ein-Prozent-Regel vor. Denn unabhängig davon, ob es sich beim überlassenen Fahrzeug um einen Neu- oder Gebrauchtwagen handelt, wird dabei monatlich ein Prozent des inländischen Bruttolistenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen versteuert. Nach einer aktuellen Entscheidung des Bundesfinanzhofs (Az.: VI R 35/12) kommt die grob typisierende Ein-Prozent-Regel auch dann für das gesamte Kalenderjahr zur Anwendung, wenn für dasselbe Fahrzeug später doch noch ein Fahrtenbuch geführt wird. Ein unterjähriger Wechsel zur Fahrtenbuchmethode ist nach der höchstrichterlichen Entscheidung nur für ein anderes Fahrzeug zulässig.

Text: Bernhard Lindgens

© 2018 Verband der Vereine Creditreform e.V.

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