Dann eben einen Kredit

Die finanzielle Situation der Haushalte ist von zwei Größen bestimmt: auf der einen Seite das Einkommen, auf der anderen Seite das Vermögen, das zur Verfügung steht. Das ZEW hat nun im Auftrag der Regierung untersucht, welche Auswirkungen die Finanzkrise 2008 und die darauf folgende Wirtschaftskrise auf die Einkommen und die Vermögen in Deutschland gehabt hat. Das Ergebnis: Im Zuge der Krise sank die Einkommensungleichheit leicht – im Zusammenhang mit den geringeren Einkünften aus Vermögen – und das Armutsrisiko stieg leicht. Diese Veränderungen bezeichnet das ZEW selbst als nur geringfügig.

„Vermögen“ von 32.000 Euro

Allerdings ist auch in dieser Untersuchung festzuhalten, was bereits von anderen Institutionen bemerkt wurde. Auch wenn die jährlichen Haushaltsarbeitseinkommen und der Trend zu einer steigenden Ungleichheit in diesem Bereich in den Jahren nach 2006 gestoppt wurden, bleibt es doch dabei: Die Einkommen und die Vermögen sind in Deutschland recht ungleich verteilt. Nur rund die Hälfte der Haushalte verfügt über ein Nettovermögen von mehr als 32.000 €. Hinzu kommt: Dramatisch entwickelte sich der Anteil der verschuldeten Haushalte, der sich von 6,6 auf 11,5 Prozent fast verdoppelt hat. Und noch eine wichtige Anmerkung macht das Forschungsinstitut, wenn es feststellt, dass der Anteil der besitzlosen Haushalte zwischen 2003 und 2013 von 14 auf 19,5 Prozent zugenommen hat.

Bemerkenswert wohl auch, dass das mittlere Haushaltsvermögen in Deutschland deutlich niedriger liegt als in den europäischen Nachbarländern. Selbst in den sogenannten Krisenländern wie in Spanien steht den Haushalten ein höheres mittleres Nettovermögen vor.

Größere Anschaffungen auf Raten

Auch wenn das zur Verfügung stehende Einkommen im Zuge des Wirtschaftsbooms in den letzten Jahren zugenommen hat, bleibt es dabei, dass vielen Haushalten kein Vermögen über dieses Einkommen hinaus zur Verfügung steht. Das wird dann kritisch, wenn es um größere Anschaffungen geht, die nicht mehr ohne weiteres aus den laufenden Einkünften bestritten werden können. Dann bleibt nur noch der Ausweg über eine Finanzierung, über den Konsumentenkredit. Eine Befragung hat nun Deutschlands Verbraucher unter die Lupe genommen und sie gefragt, inwieweit sie bereit sind – etwa für langlebige Gebrauchsgüter wie Fernseher oder Küchenmaschinen – einen Kredit aufzunehmen. Diese Finanzierung fällt in Zeiten des Nullzinses natürlich leichter – viele Anbieter werben mit 0 Prozent Finanzierungen.

Der Osten ist rot

Die Karte zeigt nun den Anteil der Haushalte in den Regionen, die zur Finanzierung zu einem Kredit bereit wären. Die größeren Landesteile betrachtet, fällt sofort ins Auge, dass in den neuen Ländern von Mecklenburg-Vorpommern bis in den Süden in Sachsen die Verschuldungsbereitschaft (rot gefärbt) besonders hoch ist. Tatsächlich bedeutet die rote Färbung, dass 48 bis 76 Prozent der befragten Haushalte ihre Kreditbereitschaft signalisiert haben. Auch in manchen Landesteilen Westdeutschlands, etwa im südlichen Nordrhein-Westfalen bis in das Saarland oder im Norden, im Emsland, finden sich viele kreditbereite Haushalte. Dagegen ist das Interesse in den ländlichen Räumen von Hessen und rund um Frankfurt, in Stuttgart und in München deutlich geringer, sich zu verschulden.

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