Die Bank seiner Kunden - Außenstände im Großhandel

Für den Großhandel als Bindeglied zwischen den Wirtschaftsstufen ist ein professionelles Kredit- und Forderungsmanagement das A und O. Der Großhandel verringert die Kosten für vor- und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche, übernimmt Risiken für seine Geschäftspartner, muss aber dabei selbst seine Risiken stets im Blick behalten, denn das Zahlungsverhalten der Kunden hat letztlich auch Auswirkungen auf die eigene Liquidität. Helfen kann ein Blick auf die eigenen Finanzkennzahlen sowie Branchenvergleichswerte. Welche Zahlungserfahrungen mache ich mit meinen Kunden? Wie sieht es in meiner Branche insgesamt aus? Gibt es Auffälligkeiten beim Zahlungsverhalten?

Forderungslaufzeiten

Eine zentrale Kennzahl im Kreditmanagement ist die Forderungslaufzeit, also die Zeitspanne zwischen Rechnungsstellung und dem Zahlungseingang beim Lieferanten bzw. Leistungserbringer. In Deutschland hatte sie sich zuletzt auf rund 43 Tage ausgeweitet. Bis eine Forderung realisiert werden kann, vergehen also im Durchschnitt fast 1 ½ Monate. Im Einzelfall kann die Zeitdauer kürzer, aber auch merklich länger, sein. Der Händler muss während dieser Zeit seine Liquidität sichern und seine Außenstände beobachten, um reagieren zu können, falls sich Auffälligkeiten zeigen, die einen Forderungsverlust befürchten lassen.

Eine wichtige Aufgabe des betrieblichen Forderungsmanagements ist es, Zahlungsausfälle so gering wie möglich zu halten – dies auch durch externe Dienstleister im Inkasso und durch Wirtschaftsauskunfteien. Dabei ist Eines entscheidend: seine Kunden zu kennen. Denn je nach Branchenzugehörigkeit unterscheiden sich die Forderungslaufzeiten erheblich. Die Spanne reicht von fast 52 Tagen bei Kunden aus dem Baugewerbe bis lediglich 32 Tagen bei Kunden aus der Konsumgüterbranche. Das Wissen über die Außenstandsdauer jedes Kunden oder einzelner Kundengruppen hilft dem Großhandel bei der Liquiditätsteuerung. Dabei steigt die Forderungslaufzeit, wenn dem Kunden längere Zahlungsziele eingeräumt werden sowie auch bei Zahlungsverzug.

Unterschiede beim Verzug

Ein professionelles Forderungsmanagement berichtet zeitnah, wann es zu Zahlungsverzögerungen beim Kunden kommt und wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls ist.

Das ist umso wichtiger, da das Zahlungsverhalten der unterschiedlichen Kundengruppen des Großhandels nicht einheitlich ist. Die Daten aus dem Creditreform Debitorenregister Deutschland (DRD) zeigen, dass Unternehmen aus der Grundstoffbranche sowie aus dem Baugewerbe mit 19,0 bzw. 17,2 Tagen lange Zahlungsverzögerungen verursachen.

Bei Kunden aus der Chemieindustrie kommt es hingegen kaum zu längeren Verzögerungen – im Durchschnitt sind es 4,2 Tage. Eine Anpassung des Kundenstamms kann demnach dazu beitragen, Liquidität zu gewinnen, weil es weniger Zahlungsverzögerungen gibt. „Klumpenrisiken“ sind zu vermeiden.

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