Fragebogen zur akuten Liquiditätskrise

Auf dem Weg in die Insolvenz geht ein Unternehmen durch eine Reihe von Krisenlagen, in deren Verlauf sich die Ereignisse immer mehr zuspitzen. Grundsätzlich gilt: Je früher die Krise erkannt wird, desto höher sind die Chancen der Sanierung. Letztes Stadium vor der Insolvenz ist die akute Liquiditätskrise.   

Eine Liquiditätskrise ist nicht mehr zu übersehen. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer erkennen dies allerdings erst in dieser fortgeschrittenen Lage und wagen erst jetzt, von einer Krise zu sprechen. Dabei befinden sie sich bereits im letzten Stadium der Krisenentwicklung. Umsätze und Gewinne gehen rapide zurück, Rechnungen können nicht mehr fristgerecht bezahlt werden, Mahnungen stapeln sich, der Kontokorrentkredit ist dauerhaft ausgereizt, Bank oder Sparkasse geben keine weiteren Kredite mehr, Lieferanten liefern nur noch gegen Vorauskasse. 

Hier ist auf die besondere Rolle der Krankenkassen hinzuweisen: als Inkassostellen für die Beiträge zur Sozialversicherung stellen sie bei ausbleibenden Zahlungen von sich aus einen Antrag auf Eröffnung eines Unternehmensinsolvenzverfahrens! 

Tatsächlich hilft es wenig, wenn man sich in dieser Phase mühsam ins Ziel rettet und um eine Insolvenz herumkommt. Ohne eine strategische Neu­ausrichtung des Unternehmens (als Konsequenz aus der frühen Strategiekrise) wird es kaum gehen.

In der Broschüre "Gründerzeiten 13" gibt das BMWi einen Fragebogen an die Hand, der hilft, die Liquiditätskrise dingfest zu machen. Wir geben an dieser Stelle auch die kurzen, aber praxisnahen Tipps wider, die dabei unterstützen, die Gefahren für den Fortbestand des Unternehmens in den Griff zu bekommen.

Signale für eine Liquiditätskrise

Kunden

  • Sie verlieren viele Stammkunden (25 Prozent und mehr).
  • Sie haben hohe Außenstände (mehr als 10 Prozent des Umsatzes)
  • Kundenbeschwerden häufen sich.

Absatz

  • Der Absatz geht stark zurück (25 Prozent und mehr).
  • Sie können häufiger Liefertermine nicht einhalten.

Lieferanten

  • Mahnungen von Lieferanten häufen sich.
  • Lieferanten liefern nur noch gegen Vorkasse.

Bank

  • Es gibt häufiger Ärger mit der Bank.
  • Die Bank erhöht die Zinsen für Kredite.
  • Die Bank verlangt mehr Sicherheiten für (laufende) Kredite Produktion/Leistung
  • Die Produktionsanlagen des Unternehmens sind kaum noch ausgelastet.

Personal

  • Sie müssen Kurzarbeit einführen.
  • Sie können Löhne und Gehälter nicht mehr zahlen.

Finanzen

  • Der Gewinn geht stark zurück (25 Prozent und mehr).
  • Sie können Rechnungen nicht mehr termingerecht bezahlen.
  • Sie überziehen immer wieder Ihre Kontokorrent ­Kreditlinie.
  • Sie sind mit der Rückzahlung von Krediten im Rückstand.
  • Es drohen Pfändungen wegen unbezahlter Forderungen.

Controlling

  • Sie können Ihren Steuerberater nicht mehr bezahlen.
  • Es gibt keine aktuellen Betriebswirtschaftlichen Auswertungen (BWA) durch den Steuerberater mehr.

Insolvenzabwehr: 10 Wege aus der Liquiditätskrise

  • 1   Kassensturz machen – Wie viel Geld ist in Kasse und auf Konten vorhanden?
  • 2   Prioritätenliste erstellen – Welche privaten und beruflichen Verbindlichkeiten sind wann fällig?
  • 3   Bareinlage aus eigenen Mitteln, privaten Kreditrahmen ausschöpfen.
  • 4   Sonderverkauf, Verkauf von nicht betriebsnotwendigen Vermögensteilen, „frisches“ Beteiligungskapital besorgen.
  • 5   Einholen von Forderungen, Inkassounternehmen beauftragen.
  • 6   Offene Gespräche mit Bank, Sparkasse und Lieferanten führen und dabei Vertrauen stärken. 
  • 7   Stundung von Verbindlichkeiten (Bank, Sparkasse und Lieferanten, Krankenkasse, Finanzamt).
  • 8   Finanzamt: Vorauszahlungen herabsetzen.
  • 9   Kontokorrentkredite in langfristige Darlehen umwandeln.
  • 10  Kreditvolumen erhöhen.
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