Insolvenzkriminalität nur schwer zu fassen

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) registriert kriminelle Handlungen, die ihr zur Aufklärung gegeben wurden. Nicht enthalten sind Taten, die direkt von der Staatsanwaltschaft oder von den Finanzbehörden verfolgt werden. Ein großes Dunkelfeld ergibt sich auch daraus, dass gerade im Bereich der Wirtschaftskriminalität viele Taten nicht zur Anzeige kommen. Auch wenn die Zahlen der vorliegenden Statistik schon etwas älter sind, zeigen sie doch zweierlei: Zum einen nehmen die Insolvenzdelikte ab, was im Zuge der abnehmenden Zahl von Insolvenzen wenig verwundert. Zum anderen gibt es aber eine relativ hohe Fallzahl. So kommen auf gut 26.000 Un-ternehmensinsolvenzen mehr als 11.000 Delikte!

Zum Phänomenbereich der Insolvenzdelikte zählen gemäß Definition PKS die Tatbestände: 

  • Bankrott und besonders schwerer Fall des Bankrotts (§ 283, 283a StGB), 
  • Verletzung der Buchführungspflicht (§ 283b StGB), 
  • Gläubiger- und Schuldnerbegünstigung (§ 283c und 283d StGB) sowie 
  • Insolvenzverschleppung (§ 84 GmbHG; § 130b, 177a HGB; § 15a IV, V InSO).

Quelle: Bundeskriminalamt

Mit 11.087 registrierten Fällen gingen die Zahlen im Jahr 2013 um 4 Prozent zurück. Der durch Insolvenzdelikte verursachte Schaden wurde im Jahr 2013 mit ca. 2,41 Mrd. Euro beziffert und war damit rund 29 Prozent höher als im Vorjahr (1,87 Mrd. Euro).

Da Insolvenzstraftaten oftmals mit weiteren Begleitdelikten einhergehen (z. B. Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt gemäß § 266a StGB), dürfte der tatsächlich verursachte Schaden in diesem Bereich über die in der PKS ausgewiesene Schadenssumme hinausgehen.

Quelle: Bundeskriminalamt

Fatal ist vor allem, dass gerade bei großen Insolvenzfällen massive kriminelle Energie zum Einsatz kommt. Da geht es nicht nur um gefälschte Bilanzen und Testate, sondern auch um Betrug und Unterschlagung, die von Tatbeständen wie Gläubigerbegünstigung kaum zu erfassen sind.

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