Plattfuß behoben? – Mifa arbeitet am Turnaround

Es war eine ostdeutsche Erfolgsgeschichte. Der Fahrradhersteller Mifa hatte nicht nur Kunden im Fahrradhandel, sondern auch bei großen Discountern wie Aldi. Wer solche Abnehmer hat, braucht sich wohl keine Sorgen zu machen; die Aktie und die Anleihe fanden sich auf guten Plätzen auf den Kapitalmärkten. Dann kam im Frühjahr 2014 fast über Nacht die Hiobsbotschaft: Die Bilanzen waren gefälscht.

Vorräte und Lager wurden nicht richtig verbucht, unter dem Strich stand ein Verlust von 13 Millionen Euro, der das Unternehmen aus Sangershausen in Sachsen-Anhalt mit einem Schlag ins Abseits rückte. Jetzt war nicht mehr von modernen effizienten Produktionsmethoden beim Fahrradbau die Rede, sondern von neuem Führungspersonal, das sich die Türklinke im Monatstakt in die Hand gab.

Schließlich ein Hoffnungsschimmer für die rund sechshundert Beschäftigten: Ein indischer Weltmarktführer will beim Marktführenden in Deutschland investieren, um sich besser auf diesem lukrativen Markt zu platzieren. Von einer Investition von 15 Millionen ist die Rede, der Anteil der indischen Hero Cycles soll etwa neunzig Prozent betragen. Doch die Verhandlungen, die den Betrieb hätten entschulden sollen, verlaufen ergebnislos. Am Ende steht der Insolvenzantrag.

Doch auch hier zeigt sich noch Hoffnung. Die Eigenverwaltung an der Seite eines Sachwalters würde dem erweiterten Vorstand die Möglichkeit geben, unter dem Schutz des Insolvenzrechts die Sanierung erfolgreich fortzusetzen. Ein neues, auch im Handel erfahrenes Vorstandsmitglied, Thomas Meyer, kommt hinzu. Ohne Investoren geht es auch jetzt nicht – die wären auf Basis des Insolvenzplans und eines gesunden Marktes noch zu gewinnen.

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