Schuldnerklima lässt Befürchtungen aufkommen

Die aktuell hervorragende Konjunktur ist nicht nur für die Unternehmen förderlich. Auch die Verbraucher haben gute Laune und konsumieren, so dass die Binnenkonjunktur ebenfalls neue Spitzenwerte erreicht. Beeinflussen lassen sich die Konsumenten dabei auch wenig von dem nach wie vor schlechten politischen Umfeld, das durch Stichworte wie „Griechenland-Krise“ oder der schwierigen Situation im Nahen Osten gekennzeichnet ist. Die Kehrseite der Lust auf Konsum: Die Verschuldungsbereitschaft steigt. Damit zeichnen sich mögliche Anstiege in der gesamtdeutschen Überschuldungslage für die Zukunft ab, denn die Anschaffungen werden im Wesentlichen durch Kredite finanziert.

Der SchuldnerKlima-Index Deutschland erscheint einmal im Quartal. Er basiert jeweils auf einer bundesweiten und bevölkerungsrepräsentativen Online-Befragung von rund 1.000 Bürgern im Alter zwischen 18 und 69 Jahren. Im Sommer 2015 hat sich das SchuldnerKlima in Deutschland spürbar eingetrübt. Der aktuelle Index liegt mit 101 Punkten (Frühjahr 2015: 110 Punkte) nur noch knapp im positiven Bereich. Das Risiko sich zu überschulden, ist somit wieder besonders hoch.

Auffällig ist, dass die deutschen Verbraucher ihre aktuelle wie auch die künftige wirtschaftliche Lage wieder merklich schlechter als noch im Vorquartal einschätzen. Konsumieren, trotz der Befürchtungen? Nur noch 31 Prozent (Frühjahr 2015: 35 Prozent) der Deutschen bewerten ihre aktuelle Lage mit einer guten oder sehr guten Schulnote. Auch der Blick in die Zukunft fällt pessimistischer aus. Rund 33 Prozent (Frühjahr 2015: 37 Prozent) der Verbraucher bewerten ihre zukünftige Lage gut bis sehr gut. Zudem ist auch die Sparneigung der deutschen Verbraucher fast sprunghaft gesunken. Aktuell sparen nur noch 32 Prozent der Deutschen regelmäßig.

Die Kreditnutzung der deutschen Verbraucher hat im Sommer 2015, nach einem Rückgang im Frühjahr, wieder zugenommen. Auch für die Zukunft planen wieder mehr Verbraucher die Inanspruchnahme eines Kredits für Konsumzwecke. Derzeit geben 64 Prozent (Frühjahr 2015: 62 Prozent) der Verbraucher an, Kredite oder sonstige finanzielle Verbindlichkeiten zu haben. Für die Zukunft plant mehr als jeder dritte deutsche Verbraucher (37 Prozent; plus 13 Punkte), weitere Anschaffungen, vorwiegend Konsumgüter, mit Krediten zu finanzieren.

Weniger Sparen und mehr Kredit

Der subjektive Schuldenstress ist im Sommer 2015 spürbar gestiegen. Derzeit haben etwa 11 Prozent der deutschen Verbraucher häufig das Gefühl, dass ihnen ihre finanziellen Verbindlichkeiten über den Kopf wachsen könnten. Frauen (13 Prozent) geben häufiger als Männer (9 Prozent) an, Stress mit Schulden zu haben. Zudem haben rund 36 Prozent (Frühjahr 2015: 31 Prozent) der Deutschen dieses Gefühl „manchmal“. Auch der Anteil derjenigen, die Personen aus ihrem persönlichen Umfeld kennen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, hat in diesem Sommer merklich zugenommen (52 Prozent; plus 4 Punkte).

Der im Frühjahr geäußerte Zweifel an einer dauerhaften Abnahme des Überschuldungsrisikos bestätigt sich im Sommer. Die Überschuldungsampel stellt sich für nicht wenige Verbraucher auf rot. Aufgrund der überdurchschnittlichen Konsumlaune der Deutschen ist auch für die nächsten Monate nicht mit einer Abnahme des Überschuldungsrisikos und der Schuldnerzahlen zu rechnen.

Den vollständigen Bericht stellt Creditreform Boniversum zur Verfügung:
http://www.boniversum.de/fileadmin/media/document/SKID/Gesamtbericht_SchuldnerKlima-Index_Sommer_2015.pdf

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