Schweiz registriert wieder steigende Unternehmensinsolvenzen

„Es wird hart für die Schweizer Firmen“, sagt Ludovic Subran, Chefökonom der Euler Hermes Gruppe. „Der starke Franken trifft die Wirtschaft besonders hart, weil die Euro-Zone noch immer der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt ist“. Wie steigende Exportrisiken und mangelnde Absicherung die Wirtschaft der Eidgenossen gefährden, zeigen auch die aktuellen Zahlen zu den Insolvenzen, in der Schweiz auch immer noch Konkurse genannt. Pünktlich zum Ende des ersten Halbjahres 2015, am 09. Juli 2015, veröffentlicht Creditreform Schweiz die aktuelle Bilanz.

Firmenkonkurse steigen, weitere Zunahme erwartet

Im ersten Halbjahr 2015 mussten die Richter über 2.267 Firmen den Konkurs infolge von Überschuldung erklären, was einer Zunahme um 1,6 Prozent entspricht. Rechnet man die Entwicklung auf das ganze Jahr hoch, so muss bei gleichbleibendem Trend mit rund 4.530 Pleiten gerechnet werden, eine Zunahme um knapp 7 Prozent. Die Zahl der Unternehmenslöschungen durch eine Konkurspublikation nach OR731b ging im gleichen Zeitraum um 7,4 Prozent zurück – bis Ende des Jahres rechnet Creditreform mit einem Rückgang um 4,1 Prozent bei den Konkursen infolge von Mängeln in der Organisation.

Abb. 1) Firmen- und Privatkonkurse

Damit zeigt sich, dass der Rückgang der Insolvenzen von 2013 auf 2014 keinen Trend einläutete. Für die Unternehmen in der Schweiz ist das konjunkturelle Umfeld härter geworden – dies insbesondere auch nach der Aufhebung der Euro-Untergrenze im Januar durch die SNB.

Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen die Unternehmen die Kosten unter Kontrolle halten, was für Betriebe, welche in der Schweiz produzieren und so kaum vom Import-Vorteil der Wechselkurs-Situation profitieren können, besonders schwierig ist. Der Druck auf die Lohnkosten resp. die Arbeitsleistung wird weiter zunehmen.

Abb. 2) Publizierte Firmenkonkurse

Die Aufteilung der Insolvenzen auf die einzelnen Rechtsformen zeigt, wo die erhöhten Risiken liegen. Die GmbH hat seit dem Jahr 2007 die Aktiengesellschaft als beliebteste Rechtsform bei den Neueintragungen überholt. Anfang dieses Jahres waren bereits über ein Viertel aller eingetragenen aktiven Unternehmen eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung (27,2 Prozent). Bei den Insolvenzen im ersten Semester 2015 fielen jedoch 46,2 Prozent auf diese Unternehmensform – also ein deutlich höheres Risiko.

Abb. 3) Insolvenzen nach Rechtsform
Abb. 4) Insolvenzen alle Firmen und Konkurse von Inhabern

53,7 Prozent aller im Zeitraum Januar bis Juni publizierten Insolvenzen betrafen Firmen, die jünger als 5 Jahre waren. Bei den Einzelunternehmen sind es gar 68,9 Prozent! Insgesamt gehen drei Viertel aller Insolvenzen auf Unternehmen zurück, die noch nicht 10 Jahr alt sind. Mit zunehmendem Alter geht das Risiko bei den Einzelunternehmen gegenüber allen Rechtsformen zurück.

Somit ist das Alter und die Rechtsform ein Merkmal, welches für die Beurteilung der Ausfallwahrscheinlichkeit von großer Bedeutung ist. In den Bonitätsbeurteilungen werden diese Merkmale entsprechend berücksichtigt.

Weitere Informationen liefert:

Schweizerischer Verband Creditreform
Claude Federer
Tel.: +41 (0) 71 221 11 80
Fax: +41 (0) 71 221 11 85
E-Mail: claude.federer@creditreform.ch 

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