Sicherheit, Sicherheit über alles

Sicherheit geht den Deutschen über alles. Und so ist auch der Argwohn beim Bestellen und Bezahlen im Netz weit verbreitet. Ganz grundlos ist die Vorsicht hierzulande aber nicht. So weist eine aktuelle Erhebung der Creditreform Boniversum, die auf einer repräsentativen Online-Umfrage von 1.045 Verbrauchern im Alter von 18 bis 69 Jahren basiert, aus, wie viele Personen schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht haben: Der Missbrauch von persönlichen Daten beim Online-Shopping im Speziellen und bei Transaktionen im Internet im Allgemeinen weist eine nicht zu unterschätzende Größenordnung auf. Über ein Drittel der befragten Personen (34 Prozent; 19,2 Millionen Verbraucher) bereits gibt an, einmal erlebt zu haben, dass persönliche Daten im Internet missbraucht, also gegen den eigenen ausdrücklichen Willen verwendet worden sind. 12 Prozent der Verbraucher berichten sogar von häufigen Missbrauchserfahrungen persönlicher Daten. Überdurchschnittlich betroffen sind Männer, Personen unter 40 Jahren, Personen mit gehobenem Bildungsabschluss, Gering- und Normalverdiener sowie Personen, die im Westen Deutschlands leben. Immerhin: Die meisten deutschen Online-Nutzer (66 Prozent) haben noch keine negativen Erfahrungen mit Datenmissbrauch im Internet gemacht.

Aber bitte auf Rechnung

Und so empfinden die meisten Verbraucher ein hohes Sicherheitsgefühl bei Transaktionen im Internet. Am sichersten fühlen sich Verbraucher beim Online-Banking und beim Online-Shopping. 69 Prozent der Befragten geben an, dass sie die Weitergabe ihrer Daten bei Online-Bankgeschäften für sicher halten – 44 Prozent der Verbraucher haben beim Online-Shopping ein sicheres Gefühl.

Besonders wichtig ist den Verbrauchern beim Online-Einkauf die „Sicherheit der Bezahlung“ (94 Prozent). Danach folgen mit Abstand die Kriterien „Preis-Leistungs-Verhältnis“ (88 Prozent), „Einfachheit der Bezahlung“ (86 Prozent) sowie die „Einfachheit des Bestellvorgangs“ (84 Prozent). Das Kriterium „Schnelligkeit der Lieferung“ wird von den Verbrauchern als am wenigsten wichtig eingestuft (75 Prozent).

Wird die Forderung der Verbraucher nach sicheren Zahlungsarten nicht bedient, brechen sie den Kaufvorgang ab. 67 Prozent geben an, dies bereits schon mal getan zu haben. 38 Prozent der Verbraucher brechen ihren Bestellvorgang auch ab, wenn keine für sie passenden Bezahlverfahren angeboten werden.

Was aber bedeutet für die Konsumenten ein sicheres Bezahlverfahren? Bezahlsysteme wie „PayPal“ oder „Sofortüberweisung.de“ (46 Prozent), „Kauf auf Rechnung“ (31 Prozent) und „Kreditkarte“ (9 Prozent) zählen zu den drei meistgenutzten und beliebtesten Bezahlverfahren der Deutschen. Ebenso werden diese Verfahren von den Verbrauchern als am sichersten eingestuft. Speziell beim „Kauf auf Rechnung“ steht der Sicherheitsaspekt bei den Verbrauchern im Vordergrund – insbesondere Frauen bevorzugen unter diesem Aspekt den Kauf auf Rechnung.

Gar nicht erst in Vorleistung gehen

Das hat einen guten Grund. Marion Lanaro, Mitglied der Geschäftsleitung bei Boniversum, erklärt dazu: „Verbraucher empfinden den Kauf auf Rechnung nach wie vor als sichere Zahlungsweise. Sie ist nicht nur sehr bequem – der Verbraucher kann sich die Ware vor Bezahlung in Ruhe ansehen –, sondern er kann dabei auch sparsam mit seinen Daten umgehen. Er braucht nicht mehr Daten anzugeben als beispielsweise in einem öffentlichen Telefonbuch zu finden sind. Weiterer Vorteil: im Falle von Reklamationen oder Rücksendungen, muss der Verbraucher nicht warten bis das Geld wieder auf sein PayPal-, Kreditkarten-, oder Bankkonto zurücküberwiesen wird. Er zahlt die Ware ja erst, wenn er entschieden hat, dass er sie auch behält“.

Im Rahmen der Umfrage wurden die Verbraucher auch nach ihrer allgemeinen Einschätzung zur Sicherheit beim Bezahlen im Internet befragt. Die Hälfte der Verbraucher (51 Prozent) geht davon aus, dass das Bezahlen im Internet in den letzten fünf Jahren sicherer geworden ist. Überwiegend sind Männer und jüngere Personengruppen dieser Auffassung. Eine Auffassung also, die sich durchsetzen wird – wenn sich die Angriffe auf das Netz, die immer wieder Schlagzeilen machen, nicht zu sehr ausbreiten.

© 2018 Verband der Vereine Creditreform e.V.

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