Vorliebe der deutschen Verbraucher für Online-Shopping bleibt auf hohem Niveau - aber auch der klassische Einzelhandel behauptet sich

Die jüngste Entwicklung zeigt: Der klassische Einzelhandel kann sich gegenüber dem Online-Handel behaupten. Sah es einmal so aus, als wäre das Ladengeschäft chancenlos, weil viele – vor allem jüngere Konsumenten – die Vorteile von Bestellung und Lieferung zu Hause nutzen würden, so zeigt eine aktuelle Untersuchung, dass der Verbraucher beide Wege zu nutzen weiß. Vier von zehn Einkäufen werden schon online getätigt, aber immer noch kauft die Mehrheit bevorzugt im klassischen Einzelhandel ein. Dies zeigen die Ergebnisse einer Verbraucherbefragung des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. (bevh) und Creditreform Boniversum.

Insgesamt bleibt die Nutzung des Online- und Versandhandels in Deutschland auch 2016 – trotz leichter Einbußen – auf höchstem Niveau. Damit korrespondierend entwickelte sich der Umsatz des Online- und Versandhandels 2014 und auch 2015 etwas verhaltener als in den Jahren zuvor. So konnte die aktuelle Analyse „Die Wirtschaftslage im deutschen Interaktiven Handel B2C 2015/2016“ belegen, dass der Umsatz im Interaktiven Handel – das sind klassische Bestellwege und E-Commerce – von 2014 auf 2015 auf ähnlichem Niveau zulegte wie von 2013 auf 2014. Der Umsatz im Interaktiven Handel steigerte sich zuletzt von 50,2 auf 52,4 Milliarden Euro um 4,4 Prozent. Auch im Sommer 2016 werden nach Angaben der Verbraucher vier von zehn aller Einkäufe „lieber“ im Online- und Versandhandel getätigt – bei aktuell leicht zurückgehender Tendenz (40,2 Prozent; - 1,2 Punkte). Umgekehrt geben allerdings derzeit rund 60 Prozent der befragten Verbraucher an (59,2 Prozent; + 1,2 Punkte), bevorzugt im klassischen Einzelhandel einzukaufen.

Bücher bleiben Online-Favorit, Lebensmittel zunächst (noch) Nachzügler

Zum dritten Mal in Folge belegt der Produktbereich Bücher den Spitzenplatz in der Käufergunst beim Einkauf im Online- und Versandhandel – mit allerdings wiederum zurückgehender Tendenz (2016: 64,5 Prozent; - 2,9 Punkte). Der Produktbereich „Unterhaltungselektronik / Bild- und Tonträger“ (59,2 Prozent; - 4,0 Punkte) rangiert auch in diesem Jahr auf Rang zwei, ebenfalls mit zurückgehenden Online-Präferenzwerten. Auf den Rängen drei und vier folgen die Produktbereiche „Telekommunikation / Handy und Zubehör“ vor „Computer und Zubehör“. Die Online-Präferenzwerte dieser letztgenannten drei besonders technik- und unterhaltungsaffinen Warengruppen verbleiben deutlich über den entsprechenden Vergleichswerten für den Einkauf im klassischen Einzelhandel. Schlusslichter in der Online-Käufergunst sind die Kategorien „Heimwerkerbedarf / Gartenzubehör und Blumen“ (13,7 Prozent) sowie „Lebensmittel“ (5,4 Prozent). Diese werden immer noch bevorzugt im klassischen Einzelhandel gekauft. Jedoch weisen die beiden Warengruppen im Mehrjahresvergleich mit die höchsten Zuwächse der Nutzergunst im Online- und Versandhandel auf. Sie haben folglich noch das größte Wachstumspotenzial – letzteres gilt insbesondere für den Lebensmittelsektor.

Zwar setzt sich der Abwanderungstrend Richtung Online- und Versandhandel für Lebensmittel weiterhin fort. Trotzdem werden Brot, Gemüse und Co. immer noch bevorzugt im Supermarkt um die Ecke gekauft. Eine Spitzenstellung im Online- und Versandhandel scheint aufgrund der Preissensibilität der Kunden, der hohen Dichte an Supermärkten und Discountern und der lebensmittelspezifischen Frischedimension auch in Zukunft schwerlich erreichbar.

Männer kaufen lieber online ein als Frauen

Männer favorisieren weiterhin stärker als Frauen den Kauf im Online- und Versandhandel. Der Abstand zwischen beiden Gruppen hat sich in diesem Jahr wieder vergrößert (2016: 5,6 Punkte; 2015: 3,4 Punkte). Ähnliches gilt für die eher jungen und für die eher alten Altersgruppen. Die Online-Nutzungspräferenzen beider Gruppen haben sich in diesem Jahr (leicht) verringert und zudem wieder auseinanderentwickelt. So liegt die Online-Präferenz bei Personen unter 40 Jahren 2016 wieder um rund 3,9 Prozentpunkte (2016: 42,6 Prozent; - 0,3 Punkte) über dem entsprechenden Wert der Personen über 40 Jahre (2016: 38,7 Prozent; - 1,8 Punkte). Im Vorjahr betrug der Abstand nur rund 2,4 Punkte.

In der Gesamtbetrachtung, ob nach Geschlecht, Alter, Einkommen oder beruflichem Status, stagniert die Vorliebe für den Einkauf im Online- und Versandhandel oder ist sogar leicht rückläufig. Zwei Ausnahmen sind jedoch zu beobachten. Sowohl bei der Gruppe der Studierenden und Schüler (42,5 Prozent; + 1,6 Punkte) wie auch der Rentner (38,8 Prozent; + 0,6 Punkte) wächst die Anzahl derjenigen, die lieber online einkaufen, stetig. Auch im Mehrjahresvergleich weisen die beiden Gruppen mit die höchsten Zuwachsraten auf.

Und wie in den Vorjahren weisen Personen, die den Einkauf im Online- und Versandhandel favorisieren, eine höhere Affinität zur Kreditnutzung auf. Ein Grund mehr für den Einsatz von Prüfsystemen im Hinblick auf Zahlungsweise und Bonität der Besteller.

Quelle: bevh und Creditreform Boniversum

© 2018 Verband der Vereine Creditreform e.V.

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