Wieder mehr Zeit für Kunden

Rechnungen ausstellen und dann bis zu drei Monate auf den Zahlungseingang warten – das kann ein kleines Unternehmen wie die Agentur Yoove schnell in Liquiditätsschwierigkeiten bringen. Das Berliner Startup verschaffte sich durch eine Zusammenarbeit mit Crefo Factoring neue Finanzierungs- und Handlungsspielräume.

Das Thema von Fabian Paul und seinen Mitarbeitern bei der Agentur Yoove heißt „Mobilität der Zukunft“. Das Berliner Startup unterstützt Unternehmen aus dem Energie- und Mobilitätsbereich, ihre Angebote erfolgreich am Markt zu platzieren. Dazu gehören neben vielen Serviceleistungen wie der Akquisition von Standorten für die Infrastruktur auch „mobilitätsaktive Erlebnisevents“. Zum Beispiel per Segway, also auf einem elektrogetriebenen Einpersonen-Transporter, oder in einem E-Auto. Solche Touren sollen dazu beitragen, einen „Wow-Effekt“ zu erzielen, wie die Mitarbeiter von Firmengründer Paul sagen. Damit das gelingt, muss Yoove schon einmal einen großen Aufschlag hinlegen:  So setzte die Agentur kürzlich im Rahmen eines Auftrags einer großen Airline 100 Segways, zehn Logistikfahrzeuge und mehrere Elektroautos in Bewegung, ließ obendrein 675.000 Flyer drucken, 50.000 Taschen herstellen und schickte 200 Promotor los. Ein großer Auftrag für die 2010 als reiner Segway-Anbieter gestartete Agentur. Richtig zufrieden ist der geschäftsführende Gesellschafter Paul aber immer erst, wenn die Kunden seine Rechnung bezahlt haben. Das kann jedoch mitunter dauern. „Bei großen Konzernen sind Zahlungsziele von 60 bis 90 Tagen üblich. Andere Kunden zahlen meist innerhalb von 30 bis 60 Tagen“, berichtet er. Nicht selten geht es um erhebliche Summen. Rechnungen über 50.000 bis 100.000 Euro sind für Projekte bei Yoove durchaus üblich.

In der Zeit, in der die Agentur auf ihr Geld wartet, wird sie selbst finanziell in die Pflicht genommen – von Vermietern, fremden Dienstleistern und den eigenen Mitarbeitern. „Da kann es rasch mal zu einer Liquiditätslücke kommen“, sagt Paul. Lange Zeit haben er und seine Mitarbeiter versucht, es nicht so weit kommen zu lassen. Sie haben zügig Rechnungen verschickt, kontinuierlich Zahlungseingänge verfolgt und bei Bedarf Zahlungserinnerungen verschickt. „Aber irgendwann fehlten uns als kleinem Unternehmen mit 16 fest angestellten Mitarbeitern die Kapazitäten. Viel lieber wollten wir für unsere Kunden kreativ sein.“

In dieser Situation wurde Paul hellhörig, als ihn ein Berater der Berliner Sparkasse auf Crefo Factoring aufmerksam machte. Das Unternehmen ist mit seinen eigenständigen Gesellschaften in die Creditreform Gruppe eingebunden und berät an bundesweit 15 Standorten Mittelständler dabei, wie diese ihre Forderungen in Liquidität umwandeln können.

Die Lösung: Forderungsverkauf

Factoring ist neben Leasing und den üblichen Bankkrediten inzwischen ein fester und anerkannter Bestandteil im Gesamtkonzept der Finanzierung und Risikostreuung vieler Unternehmer. Crefo Factoring erwirbt fortlaufend kurzfristige Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen und zahlt umgehend einen anteiligen Rechnungswert – üblicherweise 80 bis 90 Prozent der Brutto-Rechnungssumme. Den verbleibenden Betrag erhalten die Kunden unmittelbar nach Rechnungsausgleich durch ihre Debitoren an Crefo Factoring. Oder – im Fall der Zahlungsunfähigkeit – spätestens 150 Tage nach Forderungsfälligkeit. Der Vorteil für die Firmen: Ihre Zahlungseingänge sind schnell, sicher und exakt berechenbar. Das verschafft ihnen unternehmerische Freiheit und erhöht ihre Wettbewerbsfähigkeit. Sie können eigene Verbindlichkeiten schneller zurückführen und damit ihre Zinsbelastung bei Banken reduzieren oder mit zügiger Zahlung Skontierungsmöglichkeiten bei Lieferanten ausschöpfen.

In Gesprächen mit Harry Kern, Geschäftsführer und Mitgesellschafter der Crefo Factoring Berlin-Brandenburg ­GmbH, erkannte Paul schnell, welche Finanzierungs- und Handlungsfreiräume er gewinnt, wenn er Forderungen verkauft. Aber in einem Punkt hatte er Bedenken: „Welchen Eindruck hinterlässt es bei meinen Kunden, wenn die Rechnung plötzlich den Briefkopf von Creditreform trägt? Denken sie möglicherweise, Yoove stehe kurz vor der Insolvenz?“ Kern kennt solche Bedenken aus vielen Gesprächen mit Kunden. Seit 17 Jahren betreibt er das Factoringgeschäft. „Anfangs musste ich viel Aufklärungsarbeit leisten. Factoring war erst wenig bekannt und wurde häufig mit Inkasso verwechselt. Das ist heute anders. Factoring ist ein etabliertes Finanzierungsinstrument. Aber nach wie vor sind viele Unternehmen unsicher, wie ihre Kunden darauf reagieren“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter.

Um Irritationen bei den Auftraggebern von Yoove zu vermeiden, entwickelten Kern und Paul die Idee, proaktiv tätig zu werden. „Wir haben unsere Kunden vor dem Versand der ersten Rechnung informiert, warum wir diesen Schritt gehen. Alle haben geantwortet, dass sie damit kein Problem haben“, so Paul.

Yoove überträgt sämtliche Forderungen an Crefo Factoring. Das vereinfacht die Abläufe bei beiden Geschäftspartnern. Dennoch kann es manchmal sinnvoll sein, nur einen Teil des Debitorenstamms abzugeben – zum Beispiel, wenn ein Unternehmen Auftraggeber hat, die Rechnungen schnell und zuverlässig zahlen.

„In diesen Fällen bieten wir das sogenannte Ausschnittfactoring an. Dabei reicht der Kunde nur Rechnungen ausgewählter Debitoren zum Ankauf an. Er bleibt aber flexibel und kann jederzeit weitere Bestände herein- oder herausnehmen“, erläutert Kern.

Er beschreibt Crefo Factoring als Manufaktur, die abgestimmt auf jeden Einzelfall passende Lösungen entwickelt. „Aufgrund unserer Erfahrung und der lokalen Präsenz verstehen wir die Geschäfte unserer Kunden, auch wenn es sich wie bei Yoove um ein Startup handelt. Manch anderer kommt da rasch an seine Grenzen, weil er gewohnt ist, ein Unternehmen mit Blick auf die Historie zu bewerten – was bei einem Start­up schwierig ist. Wir richten den Blick mehr nach vorn und versuchen, das Potenzial eines Unternehmens zu erfassen.“ 

Einsparungen höher als Kosten

Selbstverständlich sind mit dem Einsatz von Factoring Kosten verbunden. Sie setzen sich zusammen aus der Factoringgebühr, die im unteren Skontobereich liegt, dem Factoringzins, der sich am Euribor orientiert und tagesgenau berechnet wird, sowie den Limitprüfungsgebühren. Die genauen Konditionen ermittelt Crefo Factoring individuell. Der Anspruch lautet: Die Kosten müssen transparent sein – und die erzielten Einsparungen sollten deutlich darüber liegen.

Crefo Factoring führt fortlaufend Bonitätskontrollen der Debitoren durch, überwacht deren Kreditlimit und stellt diese Informationen seinen Kunden zur Verfügung. Das verschafft diesen eine größere Sicherheit bei der Entscheidung, mit wem sie Geschäfte machen wollen. „Ich bin froh, diesen Schritt gemacht zu haben. Seitdem hat sich unsere Liquiditätssituation deutlich verbessert. Wir haben Planungssicherheit und müssen nicht mehr viel Zeit und Energie aufwenden, um säumigen Zahlern hinterherzulaufen“, freut sich Paul. Schließlich hat Yoove ehrgeizige Ziele: Die Berliner wollen sich als führende Kommunikations- und Serviceagentur für Mobilitätsangebote etablieren und ihren Umsatz bis 2020 verdoppeln.


Quelle: Creditreform Magazin
Text: Stefan Weber

© 2017 Verband der Vereine Creditreform e.V.

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