Geschäftspartner in finanzieller Schieflage?

Geschäftspartner in finanzieller Schieflage?

Sie vermuten ein Geschäftsrisiko? Wie Sie finanzielle Schwierigkeiten bei Ihren Geschäftspartnern frühzeitig erkennen können, erfahren Sie in diesem Artikel.

25 Anzeichen, dass es Ihrem Geschäftspartner finanziell nicht gut geht

Wenn Ihr Geschäftspartner in finanzielle Schwierigkeiten geraten ist und eine Insolvenz droht, ist es für Sie als Gläubiger meist zu spät, um Zahlungen aus offenen Forderungen noch zu erhalten. Sobald der Insolvenzverwalter das Insolvenzverfahren eröffnet hat, werden Zahlungen eingestellt und das vorhandene Vermögen des Schuldners ermittelt. Meist fällt die verbleibende Insolvenzmasse gering aus, dass ausstehende Forderungen nur noch teilweise bis gar nicht mehr realisiert werden können. Damit Sie Forderungsausfälle möglichst vermeiden, sollten Sie frühzeitig Kenntnis davon haben, wie sich die wirtschaftliche Situation Ihrer Kunden entwickelt. Dann sind Sie nämlich in der Lage, vorbeugende Maßnahmen zu treffen und können so das Forderungsausfallrisiko minimieren.

Oft zeichnet sich lange vor einer drohenden Insolvenz ab, dass sich Ihr Kunde in finanziellen Schwierigkeiten befindet. Dazu haben wir Ihnen im Folgenden 25 mögliche Anzeichen zusammengestellt, die auf eine Zahlungsunfähigkeit hindeuten können. Tritt eines dieser Anzeichen einmalig oder isoliert auf, muss dies nicht sofort Grund zur Beunruhigung sein; erst wenn mehrere Anzeichen gleichzeitig und wiederholt auftreten, sollten Sie besser genauer hinschauen. Grundsätzlich gilt jedoch, dass nicht jede Zahlungsschwierigkeit automatisch in eine Insolvenz führt und es sich auch lediglich um vorrübergehende Liquiditätsprobleme handeln kann. Sie müssen also nicht zwangsläufig von einer weiterführenden Geschäftsbeziehung absehen, sollten jedoch die wirtschaftliche Situation im Blick behalten.

Verändertes Bestell- und Zahlungsverhalten

  • Der Schuldner nutzt sein Zahlungsziel plötzlich voll aus und macht keinen Gebrauch mehr von Skontoabzug.
  • Es werden häufige, dafür kleinere Bestellungen getätigt.
  • Es kommt zu Blitzaufträgen. Der Schuldner ordert auffällig viel (Hinweis darauf, dass bei anderen Lieferanten bereits eine Liefersperre besteht).
  • Der Schuldner zahlt unüblich in bar (Hinweis auf Kontopfändung).
  • Er fragt deutlich längere Zahlungsziele für Lieferungen an.
  • Es kommt zur Überschreitung von Zahlungszielen, sodass der Schuldner (mehrfach) zur Zahlung aufgefordert werden muss.
  • Der Schuldner erteilt neue Aufträge, obwohl ältere Forderungen noch ausstehen.
  • Es werden Teilzahlungen geleistet statt der fälligen Gesamtzahlung.

Betriebliche Krisensignale

  • Es kommt zur Schließung von Niederlassungen.
  • Der Schuldner ändert seine Bankverbindung.
  • Das Unternehmen wird umbenannt.
  • Sie stellen einen häufigen Personalwechsel in der Geschäftsleitung und Buchhaltung fest.
  • Es kommt zu Entlassungen im Unternehmen oder zur Einführung von Kurzarbeit.
  • Es laufen Gerichtsprozesse für und gegen das Unternehmen.
  • Der Geschäftssitz wird verlegt.
  • Sie bekommen häufig wechselnde Ansprechpartner.

Auffälliges Schuldnerverhalten

  • Der Schuldner stellt Reklamationen, um die fälligen Verbindlichkeiten hinauszuschieben.
  • Mündliche Zahlungszusagen werden nicht eingehalten.
  • Mängelanzeigen erfolgen erst bei telefonischem Mahnanruf.
  • Der Schuldner fordert häufig Rechnungskopien oder Liefernachweise an.
  • Er bittet um Aufschub mittels Ratenzahlung oder macht Vergleichsvorschläge.
  • Der Schuldner weicht Fragen zu seinem Unternehmen aus.
  • Sie erreichen die Geschäftsführung des Schuldners nicht mehr.

Weitere Anzeichen

Neben den bereits aufgezählten Punkten gibt es noch zwei weitere Anzeichen, die auf mögliche Liquiditätsprobleme hinweisen:

  • Die Bonität hat sich verschlechtert.
  • Es liegen negative Zahlungserfahrungen anderer Lieferanten vor.

 

Um finanzielle Schwierigkeiten bei Ihren Geschäftspartnern frühzeitig erkennen zu können, benötigen Sie eine aufmerksame Buchhaltung. Einige der 25 genannten Anzeichen treten schleichend auf und manche fallen erst auf, wenn es bereits zu spät ist, um noch vorbeugende Maßnahmen treffen zu können.

Tipp:

Erkundigen Sie sich bereits vor Geschäftsabschluss über die wirtschaftliche Situation Ihres Kunden. Mit einer Bonitätsauskunft sind Sie immer auf der sicheren Seite, wenn es darum geht, die Liquidität Ihrer Kunden zu prüfen. So können Sie selbst entscheiden, ob Sie den Auftrag annehmen und wenn ja welche Zahlungsart Sie festlegen.

Vorteile einer Bonitätsauskunft

Mit einer Bonitätsauskunft wägen Sie geschäftliche Risiken ab und schützen sich vor Forderungsausfällen. Je nach Umfang der abgerufenen Bonitätsauskunft erhalten Sie dabei die folgenden wirtschaftsrelevanten Informationen über ein Unternehmen:

  • Eine Bonitätsbewertung inklusive Ausfallwahrscheinlichkeit
  • Ein Überblick, wie sich die Bonität im Vergleich zu den beiden Vorjahren entwickelt hat
  • Wichtige Hinweise zu Zahlungsweise und Krediturteil
  • Strukturdaten und Beteiligungsverhältnisse
  • Geschäftszahlen, Jahresabschlussinformationen, sowie Bilanzbonität
  • Das Zahlungsverhalten gemessen an Zahlungserfahrungen bei anderen Lieferanten
     

Besonders in dauerhaften Geschäftsbeziehungen empfiehlt es sich, Geschäftspartner mittels Monitoring über einen längeren Zeitraum zu überwachen. Damit werden Sie über jede bonitätsrelevante Änderung umgehend informiert und können rechtzeitig handeln.

Sollten Sie aufgrund der erhaltenen Informationen feststellen, dass sich die Bonität Ihres Kunden verschlechtert hat, haben Sie die Möglichkeit, absichernde Maßnahmen zu treffen. Dazu gehört beispielsweise das Ändern der Zahlungsart von Kauf auf Rechnung zu Vorauskasse und das Vereinbaren von Abschlags- oder Ratenzahlungen. Dadurch können Sie Ihre Geschäftsbeziehung zunächst aufrechterhalten und minimieren gleichzeitig das Risiko eines Forderungsausfalls. Für den Fall, dass Ihr Geschäftspartner insolvent wird, haben Sie jedenfalls keine hohen Rechnungsbeträge mehr offen.


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