Definition, Funktionsweise
und Vorteile

Absatzfinanzierung

Hohe Investitionen bremsen oft eine Kaufentscheidung. Mit einer Absatzfinanzierung liefern Händler und Hersteller die passende Finanzierung gleich mit.

10 Min. Lesezeit

Was ist Absatzfinanzierung?

Absatzfinanzierung räumt eine wichtige Hürde beim Kauf aus dem Weg. Denn wer ein teures Produkt kaufen möchte, scheitert oft nicht am Willen, sondern am Preis. Genau hier setzt die Absatzfinanzierung an: Unternehmen bieten ihren Kunden nicht nur ein Produkt an, sondern gleich die passende Finanzierungslösung dazu.

Ob Ratenkauf, Leasing oder zinsfreie Teilzahlung − der Kaufpreis wird so aufgeteilt, dass er sich in den Alltag integrieren lässt. Das senkt die finanzielle Hemmschwelle, erhöht die Kaufbereitschaft und macht aus einem „zu teuer" ein „das kann ich mir in Etappen leisten".

Wie funktioniert der Ablauf bei Absatzfinanzierung?

Der Ablauf einer Absatzfinanzierung folgt einem klaren Muster, auch wenn die Details je nach Modell variieren. Kurz gesagt: Der Händler verkauft, der Finanzpartner finanziert und der Kunde zahlt in Raten. 

  1. Kaufentscheidung
    Ein Kunde wählt ein Produkt und entscheidet sich im Checkout oder am Point of Sale für eine Finanzierungsoption. Dort wählt er Laufzeit und Ratenhöhe. Die Berechnung erfolgt oft automatisiert  in Echtzeit.
  2. Bonitätsprüfung
    Im Regelfall übernimmt ein eingebundener Finanzierungspartner wie eine Bank oder ein Zahlungsdienstleister die Bonitätsprüfung. Nach der Genehmigung kommt der Vertragsabschluss: Der Kunde unterzeichnet digital einen Kreditvertrag oder eine Ratenzahlungsvereinbarung. Damit ist die Finanzierung rechtlich besiegelt.
  3. Auszahlung 
    Der Händler bekommt anschließend den vollen Kaufpreis sofort oder innerhalb weniger Tage vom Finanzierungspartner ausgezahlt. Der Kunde zahlt seine Raten gemäß dem vereinbarten Zeitplan direkt an den Finanzierungspartner zurück. Das Ausfallrisiko liegt damit beim Partner, nicht beim Händler.1

Vorteile Absatzfinanzierung für Händler

  • Sie erhalten den Kaufpreis sofort und tragen kein Ausfallrisiko.
  • Sie verbessern die betriebliche Liquidität unmittelbar und senken das Risiko auf ihrer Seite.
  • Sie steigern den Absatz ihrer Produkte, denn dank günstiger Raten werden ihre Waren für mehr Kunden zugänglich.
  • Zusätzlich erhalten sie in der Regel für jeden erfolgreich vermittelten Finanzierungsvertrag eine Provision.
  • Die gesamte Abwicklung von der Antragsprüfung bis zur Vertragsunterzeichnung übernimmt der Finanzierungspartner. Der Händler muss sich also nicht selbst um administrative Details kümmern.2

Vorteile Absatzfinanzierung für Hersteller

  • Wachstumshebel: Im B2B-Bereich kann der Umsatz steigen, wenn ein Hersteller seinen Abnehmern großzügige Zahlungsziele einräumen kann, verbunden mit einer schnellen und günstigen Erhöhung der Liquidität.
  • Das Risiko eines Zahlungsausfalls sinkt auf null, denn der Finanzpartner übernimmt Bonitätsprüfung und Zahlungsabwicklung.
  • Absatzfinanzierung kann ein hilfreiches Instrument sein, um Kunden auch in einer angespannten wirtschaftlichen Gesamtsituation entgegenzukommen. Laut einer Auswertung des Creditreform Debitorenregisters gewähren Unternehmen ihren Kunden durchschnittlich ein Zahlungsziel von 31,46 Tagen, vor zwei Jahren waren es noch 29,93 Tage.3 

Finanzierung kein Randthema mehr

Zwei Drittel der Nutzer von Finanzierungsprodukten sprechen Händler gezielt auf entsprechende Angebote an. Finanzierung ist längst kein Randthema mehr, sondern fester Bestandteil der Kaufentscheidung. Händler reagieren damit nicht nur auf die Nachfrage, sondern gestalten sie mit.

Modelle der Absatzfinanzierung

Die Absatzfinanzierung umfasst sowohl die Finanzierung des Endkunden als auch – im weiteren Sinne – die Finanzierung des Händlernetzes. Je nach Akteur und Zielgruppe unterscheidet sich, wer die Finanzierung bereitstellt und für wen sie gedacht ist. Die vier wichtigsten Modelle im Überblick:

  • Herstellerfinanzierung

    Bei der Herstellerfinanzierung bietet der Hersteller selbst die Finanzierung an − oft über eine eigene Finanzierungstochter oder eine eng eingebundene Partnerbank. Wer beispielsweise in einem Autohaus ein Fahrzeug erwirbt, erhält eine Finanzierung der Automarke, auch wenn im Hintergrund tatsächlich die unternehmenseigene Bank die Abwicklung übernimmt. Alle großen Automarken haben ihre eigene Finanztochter; für Kunden entsteht auf diese Weise der Eindruck, alles aus einer Hand zu bekommen. Für die Hersteller ist das ein starkes Markenbindungsinstrument, denn sie schaffen es auf diese Weise, den Ertrag pro Kunde zu steigern. Sprich: Die Kunden leisten sich teurere Autos, wenn sie die Fahrzeuge finanzieren können.4

    Außerdem profitieren Hersteller durch eine starke Markenbindung, die Chance auf höhere Abschlussquoten, direkte Kontrolle über das Kundenerlebnis und sofortige Liquidität durch den Finanzierungspartner.

    Der Aufbau einer solchen Struktur erfordert allerdings zu Beginn eine Kooperationsvereinbarung mit einem Finanzierungspartner und die Integration der Finanzierungslösungen in bestehende Prozesse. Das bedeutet initialen Aufwand und laufende Kosten.

  • Händlerfinanzierung

    Der Begriff Händlerfinanzierung bezeichnet alle Finanzierungsinstrumente, die die Leistungsfähigkeit eines Händlers sichern oder erweitern. Dazu gehört ein breites Spektrum an Finanzierungslösungen. Die bedeutendste Variante ist die Einkaufsfinanzierung, auch Floorplan-Finanzierung genannt. Sie ermöglicht die Vorfinanzierung des Warenbestands, damit ein Händler ausreichend Ware vorhalten kann, ohne sofort volles Eigenkapital einsetzen zu müssen.

    Zur Händlerfinanzierung zählen neben der Einkaufsfinanzierung auch Betriebsmittel- und Investitionskredite für langfristige Anschaffungen. In einigen Segmenten – insbesondere im Automobilhandel – werden Immobilienfinanzierungen für Standorte und Betriebsgebäude als Teil der Händlerfinanzierung verstanden.

    Aus Herstellerperspektive ist die Händlerfinanzierung ein Instrument zur Steuerung des Vertriebskanals: Sie stellt sicher, dass Händler ausreichend Ware abnehmen, vorhalten und verkaufen können. Hersteller können mit diesem Angebot die Partnerschaft zum Handel stärken und ihre Absatzchancen vergrößern.5

    Allerdings sollte die Bonität der Händler überprüft werden, denn falls dieser bis zum Erreichen des Zahlungsziels zahlungsunfähig werden sollte, kann es zu einem Zahlungsausfall kommen.

  • Einkaufsfinanzierung

    Die Einkaufsfinanzierung, auch Floorplan-Finanzierung genannt, macht das größte Volumen in der Händlerfinanzierung aus. Sie dient der Vorfinanzierung des Warenbestands und löst das Liquiditätsproblem, das entsteht, wenn ein Händler Waren vom Hersteller abnehmen muss, bevor er sie an den Endkunden veräußern kann. Der Händler erwirbt Waren vom Hersteller auf Kredit, der durch die Finanzierungsgesellschaft bereitgestellt wird. Der Hersteller erhält den Kaufpreis unmittelbar, der Händler hat dagegen Zeit zur Tilgung der Verbindlichkeit gegenüber der Finanzierungsgesellschaft bis zum Weiterverkauf der Ware. Bis dahin fallen Bereitstellungszinsen an. Die finanzierten Waren dienen typischerweise als Sicherheit.

    Das zentrale Risiko der Einkaufsfinanzierung ist die Lagerdauer: Je länger eine Ware unverkauft beim Händler bleibt, desto mehr Zinsen muss dieser bezahlen und desto größer kann der Wertverfall sein. Händler brauchen daher ein gutes Floorplan-Management in Abstimmung mit der Einkaufs-, Vertriebs- und Finanzierungsplanung.6

  • Endkundenfinanzierung

    Die Endkundenfinanzierung ist eine zentrale Säule der Absatzfinanzierung. Bei ihr erhält der Endabnehmer eines Produkts ein Finanzierungsangebot, um den Kaufabschluss zu erleichtern und den Absatz des Herstellers oder Händlers zu steigern. Bei B2C-Produkten richtet sich das Angebot an Privatpersonen, im B2B-Bereich an gewerbliche Kunden.

    Das am häufigsten genutzte Instrument ist der klassische Ratenkredit, bei dem der Kaufpreis zuzüglich Zinsen in gleichmäßigen Monatsraten zurückgezahlt wird. Daneben sind aber auch das Finanzierungsleasing und der Mietkauf etabliert. Sie werden häufig im gewerblichen Endkundengeschäft eingesetzt. Wichtig ist die Bonitätsprüfung des Endkunden, sie wird in der Regel von der finanzierenden Stelle in die Wege geleitet.

    Bei einer Endkundenfinanzierung gibt es für den Händler eine Abschlussprovision für jeden vermittelten Vertrag. Für Hersteller mit eigenen Finanzierungsgesellschaften ist die Endkundenfinanzierung ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells. Denn sie erhöht die Kaufkraft der Endkunden, verkürzt Entscheidungszyklen am Point of Sale und schafft über die Laufzeit des Finanzierungsvertrags eine intensive und direkte Kundenbeziehung, die für Anschlussgeschäfte genutzt werden kann.

Praxisbeispiele für Absatzfinanzierung

Die folgenden Beispiele zeigen, wie die Absatzfinanzierung in verschiedenen Branchen konkret eingesetzt wird – jeweils mit Blick auf die Händler- und Einkaufsfinanzierung auf der einen sowie die Endkundenfinanzierung auf der anderen Seite.

  • Bau- und Agrarbereich

    Im Agrarbereich könnte eine Absatzfinanzierung folgendermaßen aussehen: Ein mittelständischer Landmaschinenhändler rechnet im Frühjahr vor der Aussaat damit, eine größere Charge Traktoren und Anbaugeräte verkaufen zu können. Er nimmt diese daher vom Hersteller ab. Da die Verkaufserlöse aber erst im Laufe der Saison eingehen, würde eine sofortige vollständige Bezahlung der Fahrzeuge und Geräte die Liquidität des Händlers erheblich belasten. Über eine Floorplan-Finanzierung wird der Lagerbestand vorfinanziert: Der Hersteller erhält seinen Verkaufspreis sofort, der Händler tilgt die Verbindlichkeit erst bei Abverkauf der jeweiligen Maschine.

    Auf der Endkundenseite bietet der Händler dem Landwirt eine Ratenfinanzierung oder ein Leasingmodell an. Das kann sogar auf das saisonale Cashflow-Muster abgestimmt sein, beispielweise mit niedrigeren Raten in den Wintermonaten und höheren Raten nach der Ernte.

    Im Baumaschinenbereich funktioniert das Modell ähnlich: Lagerware wird vorfinanziert, Endkunden finanzieren über Leasing oder Mietkauf − und haben durch die steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten sogar noch einen Vorteil.

  • Geräte- und Maschinenbau

    In Branchen, in denen die Geräte schnell an Wert verlieren, steht die Absatzfinanzierung vor anderen Herausforderungen. Im IT- und Maschinenbausegment wird der Wertverlust durch technologische Alterung beschleunigt − darauf muss die Finanzierung Rücksicht nehmen, besonders wenn es um die Leasingkonditionen oder den kalkulierten Restwert geht.

    Auf der Endkundenseite dominieren Finanzierungsleasing und Mietkauf, da sie die Bilanz des Kunden schonen und technologische Obsoleszenz (also die Abnutzung von Produkten, Maschinen und Bauteilen) durch vertraglich geregelte Austauschzyklen regeln. Spezialanbieter setzen dabei auf ein „All-In"-Mietmodell, das den Händler oder Hersteller in die Stellung eines Vermieters versetzt und so wesentliche Wettbewerbsvorteile gegenüber dem klassischen Direktverkauf schafft.

  • Fahrzeughandel

    Im Automobilhandel hat sich das Instrument der Absatzfinanzierung etabliert. Fahrzeughersteller haben Finanzierungsgesellschaften als eigenständige rechtliche oder organisatorische Einheiten gegründet, um das eigene Händlernetz mit Finanzmitteln zu versorgen und damit den Absatz der eigenen Marke zu fördern, sogenannte Captives. Die Einkaufsfinanzierung im Autohandel basiert dabei auf dem Drei-Monats-EURIBOR, also dem Zinssatz, zu dem sich Banken im Euroraum gegenseitig kurzfristig Geld leihen. Dazu kommt meist noch ein bonitätsabhängiger Zinsaufschlag.

    Im Neuwagengeschäft wird dem Endkunden häufig eine Drei-Wege-Finanzierung angeboten. Diese eröffnet am Vertragsende drei Optionen: Zahlung oder Weiterfinanzierung der Schlussrate oder Rückgabe des Fahrzeugs. Typische Laufzeiten sind zwölf bis 72 Monate. Die Nachfrage nach solchen Modellen ist erheblich: Laut einer Studie von IPSOS für den Bankenfachverband werden 41 Prozent aller Autos finanziert, bei den Neuwagen sind es 49 Prozent.7

  • Investitionsgüter

    Im Bereich hochpreisiger Investitionsgüter, beispielsweise medizinischer Großgeräte oder Produktionsanlagen, tritt die Absatzfinanzierung in einer spezialisierten Form auf. Hier gibt es spezielle Finanzinstitute, die Zugang zu staatlichen Fördergeldern im Blick haben und damit zinsgünstige Kredite anbieten können. Auch Bürgschaften oder Zuschüsse spielen hier eine wichtige Rolle. Die Förderbanken arbeiten mit Finanzdienstleistern zusammen, die diese Angebote für ihre Kunden abrufen können. Neben der Förderfinanzierung bieten sie Instrumente wie Leasing, Darlehen, Miete, Mietkauf oder Pay-per-use an.

    Auf der Endkundenseite, also für Unternehmen wie Kliniken, Arztpraxen oder Labore, bietet das Finanzierungsleasing die Möglichkeit, bilanzneutral zu investieren. Arztpraxen und Labore können so High-End-Technik ohne Eigenkapitaleinsatz finanzieren, während die monatliche Belastung planbar bleibt und Kreditlinien bei der Hausbank geschont werden.

Mögliche Finanzierungsarten für Absatzfinanzierung

Wenn Unternehmen ihren Kunden den Kauf ihrer Produkte auch dann ermöglichen möchten, wenn der volle Kaufpreis nicht sofort verfügbar ist, stehen ihnen verschiedene Instrumente der Absatzfinanzierung zur Verfügung. Die wichtigsten Formen im Überblick:

Finanzierungsart

Definition 

Anwendung

Beispiel

Ratenkredit

Der Käufer finanziert den Kaufpreis über ein Darlehen, das er in gleichbleibenden monatlichen Raten zurückzahlt. Die Raten bestehen aus Zins und Tilgung und werden über eine fest vereinbarte Laufzeit zurückgezahlt. Der Zinssatz, die Laufzeit und die Ratenhöhe sind von Beginn an vertraglich fixiert, was dem Käufer volle Planungssicherheit gibt.Der Ratenkredit ist die meist genutzte Form der Absatzfinanzierung im Endkundengeschäft. Der Händler schließt für dieses Angebot typischerweise eine Kooperation mit einer Bank oder einem Finanzierungspartner: Der Kunde beantragt den Kredit direkt am Point of Sale, und der Händler erhält den Kaufpreis unmittelbar ausgezahlt.Ein typisches Beispiel ist die „0%-Finanzierung" im Möbel- oder Elektronikhandel, bei der der Händler die Zinskosten subventioniert, um den Kauf zu erleichtern.8

Leasing

Leasing ist eine Finanzierungsform, bei der der Kunde ein Wirtschaftsgut gegen monatliche Raten für eine festgelegte Laufzeit nutzt. Das Eigentum verbleibt beim Leasinggeber. Am Vertragsende gibt es dann die Möglichkeit, das Produkt zurückzugeben, zu einem vorher vereinbarten Restwert zu kaufen oder den Leasing-Vertrag zu verlängern.Leasing ist besonders im Fahrzeug- und Maschinenbereich weit verbreitet.Ein Autohaus etwa bietet ein Fahrzeug für 36 Monate zu einer monatlichen Leasingrate an; der Kunde fährt stets ein aktuelles Modell, ohne großes Kapital zu binden.

Mietkauf

Auf den ersten Blick ähnelt der Mietkauf dem Leasing, unterscheidet sich jedoch in einem wesentlichen Punkt: Der Käufer wird automatisch Eigentümer des Gutes. Das passiert entweder von Beginn an oder mit Zahlung der letzten Rate, ohne dass ein separater Kaufvertrag nötig wäre. Die monatlichen Raten enthalten damit bereits die vollständige Kaufpreistilgung.Diese Form ist besonders bei Maschinen, medizinischen Geräten oder IT-Ausstattung üblich.Ein Zahnarzt finanziert eine neue Behandlungseinheit per Mietkauf: Er nutzt das Gerät sofort, zahlt es in Raten ab und ist nach 48 Monaten automatisch Eigentümer. Steuerlich wird der Vorgang wie ein ratierlicher Kauf (Zahlung in Raten) behandelt.

Rahmenkredit

Der Rahmenkredit, auch revolvierende Kreditlinie genannt, stellt dem Kunden einen vorab genehmigten Kreditrahmen zur Verfügung, den er flexibel, wiederholt und bedarfsgerecht in Anspruch nehmen kann. Zinsen werden nur auf den tatsächlich abgerufenen Betrag berechnet und getilgte Beträge stehen sofort wieder zur Verfügung.Dieses Finanzinstrument ist besonders für Geschäftskunden interessant, die damit Schwankungen in ihrer Liquidität ausgleichen wollen. Einen Rahmenkredit kann ein Kunde entweder direkt bei einer Bank nehmen oder sich bei einem Lieferanten einräumen lassen.Wenn ein Handwerksbetrieb bei seinem Baustoffhändler eine Kreditlinie in Höhe von über 50.000 Euro hat, kann er Materialien laufend auf Rechnung bestellen, tilgt am Monatsende den genutzten Betrag und kann sofort wieder abrufen, ohne für jeden Auftrag eine neue Finanzierung zu beantragen.

Factoring

Beim Factoring verkauft ein Unternehmen seine offenen Forderungen an einen spezialisierten Finanzdienstleister, den sogenannten Factor, und erhält dafür meist innerhalb von 24 bis 48 Stunden den Rechnungsbetrag abzüglich einer Gebühr ausgezahlt.Beim echten Factoring übernimmt der Factor auch das Ausfallrisiko. Beim unechten Factoring verbleibt dieses beim Verkäufer. Zusätzlich übernimmt der Factor häufig das gesamte Debitorenmanagement inklusive Mahnwesen.Ein mittelständischer Maschinenbauer, der seinen Kunden 60 Tage Zahlungsziel einräumt, kann so seine Liquidität sofort verbessern, ohne auf den Zahlungseingang warten zu müssen. Das freigewordene Kapital kann direkt wieder in Produktion oder Vertrieb fließen.

 

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Für wen eignet sich Absatzfinanzierung?

Absatzfinanzierung kann sich für viele Unternehmen lohnen, egal ob es sich um Maschinen, Autos oder Konsumgüter handelt. In vielen Branchen ist Absatzfinanzierung inzwischen nicht nur ein Verkaufsinstrument, sondern auch ein strategischer Wettbewerbsfaktor. Denn die Möglichkeit, hochpreisige Produkte durch Ratenzahlung oder Leasing zu erwerben, beeinflusst nicht nur die Kaufentscheidung einzelner Kunden, sondern prägt ganze Marktstrukturen. Durch Kooperationen mit Finanzdienstleistern können sich nicht nur Großkonzerne, sondern auch kleinere Unternehmenneue Absatzpotenziale erschließen.

Doch für welche Unternehmenstypen lohnt sich der Einsatz von Absatzfinanzierung besonders? Und welche strategischen Vorteile ergeben sich daraus?

1. Kleine und mittlere Unternehmen (KMU)

Für kleine und mittlere Unternehmen ist Absatzfinanzierung ein wirksames Instrument, um gegen größere Wettbewerber zu bestehen. Durch Ratenzahlung oder Leasing können auch Kunden mit begrenzter Liquidität hochpreisige Produkte erwerben. Die Finanzierungsmöglichkeit senkt die Kaufhemmschwelle: Statt einer hohen Einmalzahlung entstehen überschaubare monatliche Belastungen, die in die laufende Unternehmenskalkulation passen.

2. Händlernetzwerke

Händlernetzwerke profitieren von einer Absatzfinanzierung gleich mehrfach: Zum einen können sie durch attraktive Finanzierungsangebote ihre Abschlussquoten erhöhen und Kunden binden. Zum anderen stabilisiert die Lagerfinanzierung (Floorplan-Finanzierung) die Liquidität der einzelnen Händlerstandorte – neue Fahrzeuge oder Geräte müssen nicht sofort bezahlt werden, sondern erst beim Verkauf. Das Institut für Automobilwirtschaft zeigt, dass Händler durch erfolgreiche Vermarktung von Finanzierungsprodukten ihren Ertrag pro Kunde mehr als verdoppeln können.

Besonders wichtig: Finanzierung schafft wiederkehrende Kontaktpunkte über die gesamte Vertragslaufzeit hinweg, was Cross-Selling-Potenziale für Versicherungen, Wartungsverträge oder Anschlussgeschäfte eröffnet.

3. Hersteller mit hohem Investitionsvolumen

Für Hersteller kapitalintensiver Güter, beispielsweise aus der Automobil-, Maschinenbau- oder Baubranche, ist eine eigene Finanzierungstochter (Captive Finance) oft der strategische Schlüssel zur Marktdurchdringung. Das verspricht höhere Marktanteile, stabilere Umsätze und bessere Profitabilität. Es dauert jedoch einige Jahre, bis sich die Investition in eine eigene Finanzierungsgesellschaft statistisch signifikant auszahlt.

Der große Vorteil liegt in der strategischen Kontrolle: Hersteller können Zinssätze subventionieren, um die Nachfrage zu steuern. Sie können Restwerte ihrer Produkte stabilisieren und Kunden über mehrere Produktzyklen hinweg an die Marke binden.

Fazit: Wann lohnt sich Absatzfinanzierung?

Absatzfinanzierung entscheidet oft darüber, ob ein Geschäft zustande kommt – oder scheitert. Doch nicht jedes Unternehmen profitiert gleichermaßen. Wann also wird sie vom optionalen Verkaufsinstrument zum strategischen Erfolgsfaktor?

Entscheidungsgrundlage

Als Entscheidungsgrundlage gilt: Eine Absatzfinanzierung lohnt sich immer dann, wenn der Kaufpreis eine unmittelbare Hürde darstellt, wenn Liquidität im Händlernetz gebunden wird oder wenn eine langfristige Kundenbindung strategisch wichtig ist. Der Einstieg muss dabei nicht komplex sein. Entscheidend ist die Wahl des richtigen Finanzierungsmodells und eines verlässlichen Partners, der die Abwicklung übernimmt. 

FAQ zu Absatzfinanzierung

Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema

  • 1. Wer trägt das Ausfallrisiko bei der Absatzfinanzierung?

    In der Regel übernimmt der Finanzierungspartner – also eine Bank oder ein spezialisierter Zahlungsdienstleister – das Ausfallrisiko. Der Händler erhält den vollen Kaufpreis sofort ausgezahlt und ist damit aus dem Zahlungsfluss heraus. Beim echten Factoring gilt dasselbe Prinzip: Der Factor übernimmt die Forderung inklusive des Risikos. Nur beim unechten Factoring verbleibt das Ausfallrisiko beim verkaufenden Unternehmen.

  • 2. Müssen Unternehmen eine eigene Finanzierungsabteilung aufbauen, um Absatzfinanzierung anzubieten?

    Nein. Gerade für KMU und kleinere Händlernetzwerke ist das weder notwendig noch empfehlenswert. Spezialisierte Finanzdienstleister übernehmen die gesamte Abwicklung von der Bonitätsprüfung über den Vertragsabschluss bis zum Mahnwesen. Der Händler oder Hersteller profitiert vom Finanzierungsangebot, ohne eigene Strukturen aufbauen oder Kreditrisiken managen zu müssen.

  • 3. Was ist der Unterschied zwischen Leasing und Mietkauf?

    Beide Modelle ähneln sich auf den ersten Blick, unterscheiden sich jedoch in einem wesentlichen Punkt: Beim Leasing verbleibt das Eigentum am Wirtschaftsgut beim Leasinggeber, und der Kunde entscheidet erst am Vertragsende, ob er das Produkt kaufen, zurückgeben oder den Vertrag verlängern möchte. Beim Mietkauf hingegen wird der Kunde automatisch Eigentümer, entweder von Beginn an oder mit Zahlung der letzten Rate, ohne dass ein separater Kaufvertrag erforderlich ist.

  • 4. Was ist eine Floorplan-Finanzierung und für wen ist sie gedacht?

    Die Floorplan-Finanzierung, auch Einkaufsfinanzierung genannt, ist ein Instrument zur Vorfinanzierung des Warenbestands. Sie richtet sich an Händler, die Waren vom Hersteller abnehmen müssen, bevor sie diese an den Endkunden verkaufen können. Der Hersteller erhält seinen Kaufpreis sofort, der Händler tilgt die Verbindlichkeit erst beim Weiterverkauf der Ware. Besonders verbreitet ist dieses Modell im Automobil-, Landmaschinen- und Baumaschinenhandel.

  • 5. Lohnt sich Absatzfinanzierung auch für kleinere Unternehmen?

    Ja, auch für KMU kann die Absatzfinanzierung ein wirksames Instrument sein, um gegen größere Wettbewerber zu bestehen. Durch die Zusammenarbeit mit einem Finanzierungspartner können auch kleinere Unternehmen ihren Kunden attraktive Raten- oder Leasingangebote machen, ohne selbst Kapital binden oder Risiken tragen zu müssen. Die Kaufhemmschwelle sinkt, die Abschlussquote steigt − und das, ohne eigenen administrativen Mehraufwand.

  • 6. Wie profitieren Hersteller von der Absatzfinanzierung?

    Hersteller, die Finanzierungslösungen in ihr Vertriebsmodell integrieren, gewinnen auf mehreren Ebenen: Sie können Zinssätze gezielt subventionieren, um die Nachfrage zu steuern, Restwerte ihrer Produkte stabilisieren und Kunden über mehrere Produktzyklen hinweg an die Marke binden. Hersteller mit eigener Finanzierungstochter, sogenannte Captives, erzielen laut Studien höhere Marktanteile, stabilere Umsätze und eine bessere Profitabilität, auch wenn sich diese Investition erst nach einigen Jahren statistisch signifikant auszahlt.

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