Verkaufsförderung

Maßnahmen & Definition 
Für Sales Promotion

Erfahren Sie, wie effiziente Verkaufsförderung funktioniert und mit welchen Maßnahmen zur Sales Promotion Sie Geschäftserfolg & Umsatz steigern können.

7 Min. Lesezeit

Was ist Verkaufsförderung?

Was bedeutet Verkaufsförderung? Definition: Verkaufsförderung, auch Sales Promotion genannt, soll den Absatz eines Produktes oder einer Dienstleistung steigern. Das gelingt durch konkrete, zeitlich begrenzte Aktionen, etwa Probieraktionen, auffällige Positionierungen am Point of Sale, Rabatte, Geld-zurück-Garantien und Gutscheine oder Bundles (Produktbündel).

Was Verkaufsförderung von Werbung unterscheidet

Werbung und Verkaufsförderung: Verkaufsförderung soll sich unmittelbar an der Kasse niederschlagen: es geht um direkte Kaufanreize mit dem klaren Call-to-Action „kauf mich“. Werbung kann Verkaufsförderung bekannt machen, etwa wenn sie aktuelle Aktionen bewirbt. Dann unterstützt sie die Promotion und verschafft ihr Reichweite. Daneben ist Werbung aber meist auf langfristigere Ziele wie Image und Markenbekanntheit ausgerichtet.

Zielgruppen von Verkaufsförderung

Die Hauptzielgruppe von verkaufsfördernden Maßnahmen sind Endkunden, sie sollen mit Rabatten, Angeboten, Gratisproben und Ähnlichem zum Kauf animiert werden. Trotzdem gibt es noch andere wichtige Zielgruppen im Hintergrund. Gerade bei der Platzierung am Point of Sale ist der Handel eine wichtige Zielgruppe und dafür braucht es auch einen geschulten Außendienst, der hinter der Verkaufsförderung steht.

Ziele der Verkaufsförderung

Verkaufsförderung hat das Ziel, den Absatz von Waren kurzfristig zu erhöhen und für Aufmerksamkeit sowie die Sichtbarkeit der Marke sorgen. Zudem soll sie die Kundenbindung stärken und zur Neugewinnung von Kunden beitragen.

Die Verkaufsförderung unterstützt außerdem gezielt die Einführung neuer Produkte und trägt gleichzeitig zur Differenzierung vom Wettbewerb bei, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen.

Arten der Verkaufsförderung

Je nach Zielgruppe gibt es verschiedene Arten der Verkaufsförderung. Grundsätzlich unterscheidet man drei zentrale Arten. Zunächst die Handels-Promotion, die den Absatz über den Handel unterstützt, die Konsumenten-Promotion, die der direkten Ansprache der Endkunden dient, die Außendienst-Promotion, um den Vertrieb zu motivieren und zu unterstützen. 

Handels-Promotion

Die Handels-Promotion ist eine nicht zu unterschätzende B2B-Maßnahme, besonders für Marken ohne eigenes Verkaufsnetz. Diese Art der Verkaufsförderung soll Händler davon überzeugen, Produkten eine prominente Verkaufsfläche zu geben, sie auffällig zu platzieren, größere Mengen einzukaufen oder aktiv zu bewerben. Dabei helfen Mengenrabatte oder Werbekostenzuschüsse. Unternehmen zahlen auch Listungsgebühren, wenn neue Produkte ins Sortiment aufgenommen werden. Auch Regalmieten können anfallen oder Gebühren für exklusive Gebietsrechte. All das soll dafür sorgen, dass die jeweiligen Produkte nicht in der Regalecke verstauben, sondern im Handel gezielt in Szene gesetzt werden.

Konsumenten-Promotion

Die Konsumenten-Promotion animiert zum Kauf oder lädt zum Ausprobieren neuer Produkte ein. Coupons, Sonderangebote und Gutscheine locken mit Rabatten oder Extras, Produktproben senken die Kaufschwelle, indem sie zum risikofreien Testen einladen. Gewinnspiele dagegen sind oft Teil einer Marketingaktion und wecken Aufmerksamkeit. Welche Maßnahme zur jeweiligen Kundengruppe passt, ist sehr unterschiedlich. Die Google-Studie „Decoding Decisions: Marketing in the messy middle"1 belegt, dass Kunden sehr loyal sind und bei Preisrabatten eher ihren bevorzugten Einzelhändler als ihre bevorzugte Produktmarke wechseln. Doch der Preis ist nicht alles: 75 Prozent der Kaufentscheidungen werden laut der Studie nicht vom Preis bestimmt.

Außendienst-Promotion

Auch die Außendienst-Promotion ist ein wichtiges Standbein der Verkaufsförderung. Außendienstmitarbeiter stehen im direkten Kontakt entweder mit den Endkunden oder mit dem Handel, je nach Vertriebskonzept. Daher brauchen sie ein tiefes Wissen über die entsprechenden Produkte, aber auch allgemeine verkäuferische Fähigkeiten. Durch gezielte Schulungen und Trainings lernen sie Verkaufstechniken und Argumentationshilfen. Außerdem brauchen Außendienstmitarbeiter passende Präsentationsmaterialien und Verkaufsleitfäden. Interne Verkaufsanreize, sogenannte Incentives steigern oftmals die Leistung zusätzlich. So etwa Bonuszahlungen, Prämien oder Sachleistungen.

Verkaufsfördernde Maßnahmen

Es gibt verschiedene Arten von verkaufsfördernden Maßnahmen. In unserer Übersicht zeigen wir, welche das sein können:

  • Rabattaktionen und zeitlich begrenzte Preissenkungen

    Rabatte lösen das Schnäppchen-Gefühl aus und funktionieren daher sehr gut. Statt aber Dauerrabatte zu gewähren, nutzen zeitlich begrenzte Aktionen den psychologischen Effekt der Verknappung und können Kaufdruck erzeugen. Wirksam sind gestaffelte Rabatte, die entweder zeitlich begrenzt sind oder sich auf den Warenkorbwert beziehen.

    Ein Sale kann beispielsweise in der ersten Woche 50 % Rabatt gewähren, in der Woche danach 20 % und danach nur noch 10 %. Oder die Rabatthöhe steigt mit dem Warenwert: 10 % Nachlass gibt es etwa ab 50 Euro, 20 % ab 100 Euro. 

    Ein gutes Beispiel für zeitlich begrenzte Preisaktionen sind saisonale Events wie Black Friday oder Sommerschlussverkäufe.

  • Bündelangebote und Produktpakete

    Bündelangebote kombinieren mehrere Produkte zu einem attraktiven Gesamtpreis. Das können Pakete aus zusammenpassenden Produkten sein, etwa der Fahrradschlauch plus Mantel oder die Kamera plus Speicherkarte. Solche Pakete bieten einen echten Mehrwert für die Kunden. Praktisch für Händler, um Lagerbestände abzubauen, kann eine Kombination aus Bestsellerprodukten und Ladenhütern sein. Produktpakete dagegen funktionieren, weil Kunden das Gefühl haben, zu sparen, während die Unternehmen gleichzeitig die Absatzmenge erhöhen können.

  • Gutscheine, Coupon-Codes und Erstkäufer-Rabatte

    Gutscheine wirken ähnlich wie Rabatte, können aber gezielter spezielle Zielgruppen ansprechen. Typisch sind Erstkäufer-Rabatte, um die Einstiegshürde für neue Kunden zu senken. Ähnlich wie bei Rabatten, funktionieren auch Coupons gut mit gestaffelten Mindestbestellwerten, etwa 20 Euro Rabatt ab 100 Euro Einkaufswert. Auch Bundles können über Gutscheine weitergegeben werden. Wichtig ist, dass die Shopsysteme die Mehrfachnutzung und die Kombination von Gutscheinen verhindern.  

  • Gewinnspiele, Wettbewerbe und Werbegeschenke

    Gewinnspiele können mehrere Effekte haben: Sie generieren Leads, aber als Teil einer Kampagne können sie auch die Markenbekanntheit vergrößern oder über Social Media für mehr Reichweite sorgen. Kombiniert mit kreativen Aufgaben als Wettbewerb, sind Gewinnspiele eine gute Möglichkeit, um User-Generated-Content zu erzeugen.

    Werbegeschenke, die tatsächlich genutzt werden, sorgen sie dafür, dass die Marke im Bewusstsein bleibt. Psychologisch greift außerdem das Reziprozitätsprinzip: Wer etwas geschenkt bekommt, fühlt sich zur Gegenleistung verpflichtet.

  • Produktproben und Demos

    Sampling (das kostenlose oder stark vergünstigte Bereitstellen von Produktproben) gibt Kunden die Möglichkeit, ein Produkt vor dem Kauf zu testen. Das ist wirksam bei erklärungsbedürftigen Produkten oder Innovationen oder wenn es um Qualität und Geschmack geht. Kategorien wie Kosmetik, Lebensmittel oder Software profitieren daher von Samples. Daneben gibt es den sogenannten Endowment-Effekt: Dieser tritt ein, wenn Verbraucher ein Produkt bereits in ihren Alltag integriert haben – etwa durch eine kostenlose Testphase mit begrenzter Zeitspanne – und es dann nicht mehr missen wollen.

  • Freemium-Angebote

    Viele Apps und Online-Angebote arbeiten mit einem Freemium-Modell, das neben einer kostenlosen Basisversion auch einen Premium-Bereich mit weiteren Features bietet. Typischerweise lassen sich zwei bis fünf Prozent der Free-User zu zahlenden Kunden machen. Damit das funktioniert, muss die Gratisversion wertvoll genug sein, um Nutzer zu gewinnen und zu binden, aber limitiert genug, um Upgrade-Anreize zu schaffen. Erfolgreich sind beispielsweise Beschränkungen bei der Nutzungsintensität, beim Funktionsumfang oder beim Support-Level.

  • Upselling und Tripwire-Strategien

    Upselling nutzt den Kaufentscheidungsmoment, in dem sich ein Kunde oder eine Kundin bereits für ein Produkt entscheidet. Wenn dann eine hochwertigere Variante angeboten wird, kann das sehr wirkungsvoll sein. Cross-Selling nutzt den gleichen Augenblick, bietet aber passende Zusatzprodukte an. Im Online-Shop ist das die Anzeige „Kunden kauften auch…“

    Die Tripwire-Strategie dagegen nutzt ein extrem günstiges Einstiegsprodukt. Auf diese Weise sollen Erstkäufer gewonnen werden, die dann anschließend über Upselling auf hochwertige Produkte umsteigen.

  • Visuelle Verkaufsförderung am Point of Sale (POS)

    Die Gestaltung eines Verkaufsraums beeinflusst Kaufentscheidungen massiv. Gezielte Sinnesreize, Gerüche, Beleuchtung und die Raumpsychologie wirken sich auf das Kaufverhalten aus. Auch die Sichtbarkeit von Produkten hat einen großen Effekt. Eine typische Strategie: Hochpreisartikel stehen auf Augenhöhe, Impulsware im Kassenbereich und im Supermarkt stehen Grundnahrungsmittel oft im hinteren Bereich.

  • Treueprogramme und Loyalty-Systeme

    Loyalitätsprogramme sind sehr etabliert und effektiv − kein Wunder also, dass viele Unternehmen sie nutzen. Hier greift ebenfalls der Endowed Progress Effect: Kunden mit bereits gesammelten Punkten kaufen häufiger, um Belohnungen zu erreichen. Besonders wirksam sind Koalitionsprogramme wie Payback, die mehrere Händler verbinden und höhere Punktsammelgeschwindigkeit ermöglichen.

Finanzierungsmöglichkeiten anbieten

Bei höherpreisigen Produkten oder Investitionsgütern kann der Preis eine erhebliche Hürde für Käufer darstellen. Bei der Absatzfinanzierung bietet ein Unternehmen nicht nur ein Produkt an, sondern auch dessen Finanzierung, um diese Hürde zu senken. Eine Ratenzahlung oder ein Kredit teilt den Kaufpreis auf. Dies kann bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle spielen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

  • Ratenkauf / Teilzahlung

Beim Ratenkauf wird der Kaufpreis in mehrere regelmäßige Zahlungen aufgeteilt, die über einen definierten Zeitraum laufen. Kunden können hohe Anschaffungskosten so besser verteilen. Dies kann vor allem bei mittleren bis hohen Warenkörben die Kaufbereitschaft deutlich erhöhen.

  • Buy Now, Pay Later (BNPL)

Buy Now, Pay Later (BNPL)-Angebote sind vor allem bei jüngeren Zielgruppen beliebt und haben sich als starke Conversion-Treiber erwiesen. Laut Juniper Research2 wird die die Nutzung dieser Angebote weltweit steigen, von 360 Millionen im Jahr 2024 auf das Doppelte bis 2029. Demnach bezahlen bereits 40 Prozent der BNPL-Nutzer mindestens einmal pro Monat mit dieser Zahlungsmethode.

  • 0-%-Finanzierung

Die 0 %-Finanzierung erlaubt Kunden, den Preis eines Produktes über einen definierten Zeitraum ohne zusätzliche Zinskosten aufzuteilen. Dieser zinsfreie Zeitraum senkt die wahrgenommene finanzielle Belastung und macht die Bestellung daher leichter.

  • Leasing

Beim Leasing kauft ein Kunde ein Produkt nicht, kann es aber für einen vereinbarten Zeitraum gegen Leasinggebühren nutzen. Diese Form der Absatzfinanzierung eignet sich besonders für teure Investitionsgüter wie beispielsweise Autos. Auf diese Weise können Kunden mit Budget- oder Liquiditätsengpässen dennoch langfristige Entscheidungen treffen.

  • Mietkauf

Der Mietkauf kombiniert Nutzung und Kauf: Der Kunde nutzt das Produkt und tilgt es über regelmäßige Raten. Doch erst, wenn der festgelegte Zeitraum der Nutzung um ist und die Zahlungen vollständig sind, wechselt das Produkt den Besitzer. Dieser Weg macht große Anschaffungen leichter planbar und langfristig erschwinglicher.

  • Händlerfinanzierung

Bei der Händlerfinanzierung stellt ein Unternehmen selbst die Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung oder arbeitet dafür mit einem Finanzierungspartner zusammen. Der Finanzierungsprozess ist damit Teil des Vertriebs, was Kunden das Gefühl gibt, alles aus einer Hand zu bekommen.

Im Vergleich: Vor- und Nachteile von Verkaufsförderung

Verkaufsförderung bietet Unternehmen viele Vorteile, da sie auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen kann. Die Verkaufsförderung kann sich aber auch nachteilig auswirken. Daher sollten die Instrumente der Verkaufsförderung stets gezielt und maßvoll eingesetzt werden. Verkaufsförderung sollte idealerweise durch Markenaufbau und langfristige Marketingmaßnahmen ergänzt werden. Folgende Vor- und Nachteile gibt es:

VorteileNachteile
Schnelle Absatzsteigerung
Ein zentraler Vorteil der Verkaufsförderung ist die schnelle Steigerung des Absatzes. Preisnachlässe, Sonderangebote oder zeitlich begrenzte Aktionen erzeugen einen unmittelbaren Kaufanreiz und führen zu spontanen Kaufentscheidungen. Unterstützend wirken dabei auffällige Platzierungen wie Displays, Zweitplatzierungen oder Impulsregale an der Kasse, die zusätzliche Käufe fördern.

Kurzfristige Wirkung
Meist wirkt Verkaufsförderung nur kurzfristig. Zwar können Umsätze schnell gesteigert werden, nach dem Ende der Aktion sinkt die Nachfrage jedoch häufig wieder auf das ursprüngliche Niveau. Eine langfristige Bindung an das Produkt oder die Marke wird dadurch oft nicht aufgebaut. Performancemarketing ohne Markenaufbau und Branding nutzt einer Marke langfristig nicht.

Erhöhung der Kaufmenge
Verkaufsförderung hilft zudem dabei, die gekaufte Menge pro Kunde zu erhöhen. Insbesondere bei hohen Lagerbeständen oder Saisonware können Mengenrabatte, Multipack-Angebote oder Produkt-Bundles dazu beitragen, Bestände schneller abzubauen.

Sinkende Gewinnmargen
Verkaufsfördernde Maßnahmen verursachen zusätzliche Kosten, etwa durch Preisnachlässe, Werbematerialien oder Sonderplatzierungen. Diese Kosten können zu einer Margenreduktion führen und besonders bei häufigen Aktionen die Wirtschaftlichkeit eines Produkts beeinträchtigen.

Stärkung der Kundenbindung
Ein weiterer Vorteil liegt in der langfristigen Bindung bestehender Kunden. Treueprogramme, Sammelpunkte, Cashback-Aktionen oder exklusive Angebote für Mitglieder erhöhen die Kauffrequenz und den Warenkorbwert. Gerade im Einzelhandel zeigt sich, dass loyale Kunden häufiger und mehr einkaufen.

Gewöhnungs- und Mitnahmeeffekte
Kunden können sich an Verkaufsaktionen gewöhnen und zu Schnäppchenjägern „erzogen“ werden. Sie warten dann gezielt auf die Rabatte, der reguläre Preis wirkt dann als zu hoch. Zudem profitieren oft auch Käufer von Preisnachlässen, die das Produkt ohnehin gekauft hätten. In solchen Fällen entsteht kein zusätzlicher Absatz, sondern lediglich ein geringerer Erlös.

Gewinnung neuer Kunden
Verkaufsfördernde Maßnahmen erleichtern außerdem die Ansprache neuer Kundengruppen. Gratisproben, Testgrößen oder Geld-zurück-Garantien senken die Kaufhemmnisse und regen dazu an, neue oder unbekannte Produkte auszuprobieren.

Verstärkter Wettbewerbsdruck
Aggressive Verkaufsförderung kann einen Preiskampf auslösen, bei dem sich Wettbewerber gegenseitig mit immer niedrigeren Preisen unterbieten. Dies kann langfristig zu einer Abwärtsspirale führen, von der kein Anbieter nachhaltig profitiert.

Ausbau von Marktanteilen
Nicht zuletzt ermöglicht Verkaufsförderung, Marktanteile zu sichern oder auszubauen. Durch attraktive Preisaktionen, bessere Konditionen oder gezielte Promotions können Kunden von Wettbewerbern abgeworben und die eigene Marktposition gestärkt werden.
 

 

Rechtliche Vorgaben bei der Verkaufsförderung

Für verkaufsfördernde Maßnahmen, Werbung und Marketing gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, die faire Wettbewerbsbedingungen gewährleisten sollen. Auch der Verbraucherschutz spielt dabei eine wichtige Rolle. In Deutschland und auf EU-Ebene gibt es dafür verschiedene rechtliche Grundlagen.

In Deutschland ist vor allem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)3 relevant. Es regelt, welche Verkaufsaktionen erlaubt sind und welche als unlauter gelten. Unternehmen dürfen demnach keine unlauteren Geschäftspraktiken anwenden. Das bedeutet, dass Kunden nicht durch irreführende Werbung, falsche Versprechungen oder Preisangaben zu Käufen gedrängt werden dürfen. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)4 und das Preisangabenverordnungsgesetz (PAngV)5 geben den gesetzlichen Rahmen vor, beispielsweise was Transparenz und korrekte Preisangaben angeht.

Auf europäischer Ebene greifen Vorgaben aus der EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken6 sowie aus der Richtlinie über Verbraucherschutz bei gewerblichen Transaktionen7. Diese stellen sicher, dass Verbraucher vor irreführender Werbung, Täuschung oder unklaren Vertragsbedingungen geschützt sind.

Alle Rabatte, Sonderangebote oder zeitlich begrenzten Aktionen müssen klar, wahrheitsgemäß und nachvollziehbar kommuniziert werden. Dazu gehört, dass der ursprüngliche Preis korrekt angegeben wird, die Bedingungen der Aktion transparent sind und keine versteckten Kosten existieren. Dies soll Verbraucher vor Täuschung schützen.

Verkaufsförderung: Wichtiges Instrument mit großer Bandbreite

Verkaufsförderung ist ein wichtiges Instrument im Marketing-Mix: Sie schafft unmittelbare Kaufanreize wirkt sich direkt auf die Verkaufszahlen aus. Im Gegensatz zur klassischen Werbung, die langfristig auf Markenbekanntheit und Image abzielt, konzentriert sich Sales Promotion auf konkrete, zeitlich begrenzte Aktionen mit dem klaren Ziel: den Abverkauf steigern.

Die Bandbreite der Maßnahmen ist groß und reicht von Rabattaktionen über Produktproben bis hin zu Finanzierungsangeboten. Dabei richtet sich Verkaufsförderung nicht nur an Endkunden, sondern auch an den Handel und den eigenen Außendienst. Jede dieser Zielgruppen spielt eine wichtige Rolle im Verkaufsprozess und benötigt passende Anreize.

Erfolgreich ist Verkaufsförderung dann, wenn sie strategisch eingesetzt wird: maßvoll dosiert, rechtlich einwandfrei umgesetzt und in eine übergeordnete Marketingstrategie eingebettet. So wird aus kurzfristigem Absatzerfolg ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.

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FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Thema Verkaufsförderung

Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema

  • 1. Was ist der Unterschied zwischen Verkaufsförderung und Werbung?

    Verkaufsförderung zielt auf unmittelbare Kaufentscheidungen ab und setzt auf konkrete Anreize wie Rabatte oder Produktproben. Werbung hingegen verfolgt meist langfristige Ziele wie den Aufbau von Markenbekanntheit und Image. Während Sales Promotion direkt an der Kasse wirken soll, schafft Werbung Reichweite und unterstützt die Positionierung einer Marke.

  • 2. Welche Zielgruppen sprechen verkaufsfördernde Maßnahmen an?

    Die Hauptzielgruppe sind Endkunden, die durch Angebote und Aktionen zum Kauf motiviert werden sollen. Daneben gibt es aber auch die Handels-Promotion, die sich an Händler richtet, sowie die Außendienst-Promotion, die den eigenen Vertrieb schult und motiviert. Alle drei Zielgruppen sind für den Erfolg von Verkaufsförderung wichtig.

  • 3. Welche verkaufsfördernden Maßnahmen sind besonders wirksam?

    Das hängt stark von der Zielgruppe und dem Produkt ab. Rabattaktionen und zeitlich begrenzte Angebote erzeugen Kaufdruck; Produktproben senken die Kaufschwelle bei neuen oder erklärungsbedürftigen Produkten und Treueprogramme stärken die langfristige Kundenbindung. Finanzierungsangebote wie Buy Now, Pay Later sind besonders bei höherpreisigen Produkten effektiv.

  • 4. Kann Verkaufsförderung auch negative Auswirkungen haben?

    Ja, wenn sie zu häufig oder zu aggressiv eingesetzt wird. Kunden können sich an Rabatte gewöhnen und nur noch auf Sonderangebote warten, was den regulären Preis entwertet. Zudem sinken durch Preisnachlässe die Gewinnmargen, und es besteht die Gefahr eines Preiskampfes mit Wettbewerbern. Verkaufsförderung wirkt außerdem meist nur kurzfristig und ersetzt keinen nachhaltigen Markenaufbau.

  • 5. Welche rechtlichen Vorgaben müssen bei Verkaufsförderung beachtet werden?

    In Deutschland regelt vor allem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)3, welche Maßnahmen zulässig sind. Irreführende Werbung, falsche Preisangaben oder versteckte Kosten sind verboten. Alle Aktionen müssen klar, wahrheitsgemäß und transparent kommuniziert werden. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)4 und die Preisangabenverordnung (PAngV)5 geben Rahmenbedingungen vor, ebenso wie EU-Richtlinien zum Verbraucherschutz.

  • 6. Wie lange sollte eine verkaufsfördernde Aktion dauern?

    Die Dauer hängt vom Ziel der Aktion ab. Zeitlich begrenzte Aktionen erzeugen durch Verknappung einen psychologischen Kaufdruck und sind daher oft wirksamer als Dauerrabatte. Typische Zeiträume reichen von wenigen Tagen bei Flash-Sales bis zu mehreren Wochen bei saisonalen Aktionen wie dem Sommerschlussverkauf. Wichtig ist, dass die Aktion nicht zu lange läuft, um Gewöhnungseffekte zu vermeiden.

  • 7. Eignet sich Verkaufsförderung für jedes Produkt?

    Grundsätzlich ja, allerdings sind unterschiedliche Maßnahmen für unterschiedliche Produkte geeignet. Rabatte funktionieren gut bei Konsumgütern, Produktproben eignen sich für Kosmetik oder Lebensmittel, Freemium-Modelle für digitale Angebote und Finanzierungen für höherpreisige Investitionsgüter. Die Maßnahme sollte immer zur Produktkategorie, zur Zielgruppe und zur Unternehmensstrategie passen.

  • 8. Wie lässt sich der Erfolg von Verkaufsförderung messen?

    Der Erfolg kann durch verschiedene Kennzahlen gemessen werden, so etwa:

    • Umsatzsteigerung während der Aktionsphase
    • Erhöhung der Kaufmenge pro Kunde
    • Anzahl der Neukunden
    • Conversion-Rate
    • Return on Investment (ROI) der Aktion
    • langfristige Effekte wie Kundenbindung und Wiederkaufrate.

    Wichtig ist, nicht nur die unmittelbaren Verkaufszahlen zu betrachten, sondern auch die Profitabilität und Nachhaltigkeit der Maßnahme.

Unsere Texte dienen dem unverbindlichen Informationszweck und ersetzen keine spezifische Rechts- oder Fachberatung. Für die angebotenen Informationen geben wir keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.


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