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Unternehmen im Umbruch – Interim Manager gefordert

Vielfach ist die Rede davon, dass die Pandemie-Krise die Unternehmen zu Veränderungen zwingt, die auch nach dem Ende des Lockdowns erhalten bleiben. Homeoffice und Videokonferenzen werden auch in Zukunft eine wichtige Rolle in der Arbeitswelt spielen.

Aber nicht nur die Organisation der betrieblichen Office-Arbeit, auch die Produktion, das Marketing und der Vertrieb bis zur Auslieferung werden sich neu aufstellen. In Corona-Zeiten macht es Sinn, von der Krise als Chance zu sprechen.

Wenn es um Turnaround und Restrukturierung geht, sind Interim Manager gefragt. Mit einem „Manager auf Zeit“ wird projektbezogen externes Know-how eingesetzt, das über eine Beratung hinausgeht. Nicht nur in der angloamerikanischen Welt, sondern auch in Deutschland hat das Interim Management an Boden gewonnen. Historischer Hintergrund war hierzulande die Wiedervereinigung, das Zusammenwachsen von Ost- und Westdeutschland. Die Dachgesellschaft „Deutsches Interim Management (DDIM)“ hat sich zur Rolle der Berufsgruppe in der aktuellen Situation im Frühjahr 2021 geäußert. In welcher Branche waren Interim Manager besonders gefragt, wie lautete die Aufgabenstellung angesichts der Anforderungen durch den Lockdown?

Wachsendes Marktvolumen

Rund 11.000 Führungskräfte agieren in Deutschland als Interim Manager. Dabei ist die Berufsgruppe 2020 auch nicht unbeschadet durch die Pandemie gekommen, schafft doch der Lockdown auch für das persönliche Einbringen des Managers auf Zeit einige Hürden. Doch auch im Krisenjahr steht die Berufsgruppe für ein Marktvolumen von knapp zwei Milliarden Euro (Rückgang gegenüber dem Vorjahr von knapp 10 Prozent). Doch für das laufende Jahr ist man – wenn dieser Ausdruck angebracht ist – optimistisch: Nun beträgt das Marktvolumen 2,2 Milliarden Euro mit einer Auslastung von 154 Tagen. Der allgemeine Veränderungsdruck führt in vielen Branchen zu einem Handlungsdruck der Entscheidungsträger. Trotz oder gerade wegen der Umsatzeinbrüche sind Interim Manager gefragt.

Laut Aussage des Verbandes kamen die meisten Projektanfragen aus dem Bereich „Automotive“. Dabei wird sich das Volumen aus diesem Bereich noch um 20 Prozent erhöhen. Wichtige Branche im Interim Management bleibt auch der Maschinen-und Anlagenbau mit 19 Prozent der Anfragen. Die Manager gehen davon aus, dass sich die gute Auftragslage in der Elektrotechnik- und der Elektronik-Branche in 2021 fortsetzen wird. Besonders relevant im Hinblick auf weitere Aufträge sind die Branchen „Food“ und „Healthcare“.

Finanzierung neu denken

Pandemiebedingt gewinnen Themen rund um die Liquidität und damit der Bereich „Finanzierung“ an Bedeutung. Für die entsprechend qualifizierten Manager wurde bereits 2020 eine Steigerung der Nachfrage um 9 Prozent registriert – für 2021 erwartet man eine Fortsetzung der hohen Nachfrage. Angesichts der Veränderungen der Arbeitswelt und den entsprechenden Anforderungen an die Mitarbeiter gehen die Prognosen für die weiteren Entwicklungen im Management „Human Relations“ ebenfalls nach oben.

Die typischen Aufgabenstellungen zeigen, wo die Betriebe in der aktuellen Lage Kompetenz suchen. Laut Umfrage gab es 2020 mit rund 8 Prozent mehr als doppelt so viele Anfragen aus dem Bereich „Restrukturierung und Sanierung“ als im Vorjahr. Angesichts der wirtschaftlichen Schieflage vieler Unternehmen sagen die Befragten für 2021 eine weitere Steigerung des Nachfrage-Volumens in diesem Segment von fast 11 Prozent voraus. Am häufigsten nachgefragt wird nach wie vor die Kompetenz der Interim Manager als Change Manager mit fast 12 Prozent aller erwarteten Aufträge im laufenden Jahr. Die Provider sehen in der Prozessoptimierung die stärkste Nachfrage insgesamt in 2021.

Jetzt keine Schockstarre

Die internen Manager sind auf der einen Seite verstärkt gefordert, weil die Betriebe dringenden Handlungsbedarf haben – auf der anderen Seite werden manche Investitionsentscheidungen verschoben und Projekte „eingefroren“. Auch die Branche selbst ist von den Veränderungen getrieben. Arbeiten im „Remote-Modus“ spielen eine immer größere Rolle, gerade auch weil der Interim Manager sich persönlich einbringt. Letztendlich aber werden Reisekosten gespart, Team- und Projektbesprechungen lassen sich besser vorbereiten und Entscheidungsprozesse werden beschleunigt. Arbeiten im Status „Remote“ oder eine mindestens hybride Arbeit und Kommunikation werden auch die Zukunft der „Manager auf Zeit“ selbst bestimmen. Die Branche gibt sich optimistisch – die Unternehmenslandschaft ist im Zeichen von Corona im Umbruch und wird von den Interim Managern begleitet.

Quelle: Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e. V. (u. a.)