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Firmenpleiten steigen: Mit bester Bonität punkten
Die Wirtschaft kriselt, die Zahl der Insolvenzen ist auf dem höchsten Stand seit 2013. Für Betriebe ist jetzt eine ausgezeichnete Bonität deshalb entscheidend. Im Podcast erklären Sebastian Thieswald, Gesellschafter-Geschäftsführer ASPIDA, und Christophe Holzapfel, Campusleiter ASPIDA Pflegecampus im sächsischen Plauen, warum das Bonitätszertifikat CrefoZert ihnen im Alltag hilft – und was es mit EcoZert auf sich hat.
Lesen statt hören: Podcast-Folge #44 zum Nachlesen
Tanja Könemann: Wenn Kunden ihre Rechnungen nicht bezahlen können, gerät schnell das eigene Unternehmen in eine Krise. Aktuell steigen die Insolvenzzahlen − und Unternehmen im B2B schauen immer genauer hin: Kann mein Kunde auch in Zukunft seine Rechnungen zahlen? Wie sich das Vertrauen unter Geschäftspartnern in dieser schwierigen Zeit stärken lässt, darüber sprechen wir heute bei . . .
Jingle: . . . Gute Geschäfte. Businesswissen in 10 Minuten. Der Creditreform Podcast.
Tanja Könemann: Mein Name ist Tanja Könemann. Ich bin Chefredakteurin des Creditreform Magazins und Podcast-Host. Zugeschaltet sind mir heute Sebastian Thieswald, geschäftsführender Gesellschafter bei Aspida. Hallo Herr Thieswald.
Sebastian Thieswald: Hallo, schönen guten Tag Frau Könemann.
Tanja Könemann: Aspida ist im Bereich Pflege tätig und Creditreform Kunde. Auch mein zweiter Gast arbeitet bei Aspida: Christophe Holzapfel leitet den Pflegecampus im sächsischen Plauen und ist Mitglied der Geschäftsführung. Herzlich willkommen, Herr Holzapfel.
Christophe Holzapfel: Herzlich willkommen, Frau Könemann.
Tanja Könemann: Meine erste Frage geht an Herrn Thieswald. Herr Thieswald, die Zahl der Insolvenzen ist mit 12.900 auf dem höchsten Stand seit 2013 und die Tendenz ist weiter steigend. Wird darüber auch in Ihrem Netzwerk gesprochen?
Sebastian Thieswald: Ja, zweifelsohne. Das ist die allgemeine angespannte wirtschaftliche Situation, die ja quasi eigentlich seit Corona beginnend sich immer weiter fortgesetzt hat.
Tanja Könemann: Herr Holzapfel, mit dem Pflegezentrum in Plauen leiten Sie eine von zwei Einrichtungen von Aspida. Merken Sie im Alltag, dass Dienstleister und Lieferanten genauer hinsehen?
Christophe Holzapfel: Also, wir merken das natürlich dort, wenn es um Finanzierungen geht. Also wenn wir sozusagen größere Anschaffungen tätigen, die dann zum Beispiel in Leasingverträge oder Finanzierungsverträge gepackt werden. Dort wird inzwischen sehr genau hingeschaut, sehr genau geprüft. Wir haben zum Glück dort sehr gute Bedingungen. Das heißt, wir werden in der Regel relativ schnell immer mit einem positiven Bescheid sozusagen versorgt. Aber natürlich, diese Abfragen kommen und die kommen auch sehr gezielt und die kann man nicht mehr einfach ignorieren.
Tanja Könemann: Herr Thieswald, Aspida wurde mit dem CrefoZert ausgezeichnet. Ein Bonitätszertifikat, das Creditreform Kunden mit ausgezeichneter Bonität verleiht. Und das wahrscheinlich auch einer der Gründe ist, warum Herr Holzapfel gerade diese positive Antwort geben konnte. Welche Bedeutung hat das Zertifikat für Sie und wer sind Ihre wichtigsten Stakeholder in Ihrer Finanzkommunikation?
Sebastian Thieswald: Der Beginn der Zusammenarbeit mit der Crefo vom ersten Tag an war einfach von Erfolg gekrönt; weil, auch dort habe ich einfach zugehört, habe persönlich vorgesprochen, habe mir die wichtigsten Do’s und Don’ts gleich von Anfang an in mein Pflichtenheft schreiben lassen und habe mich einfach dran gehalten. Ich habe es sogar noch stärker ausgefeilt, denn ich habe am Anfang monatlich meine Zahlen sozusagen an die Creditreform übermittelt, um einfach so schnell wie möglich meine erste Bonitätseinstufung zu haben, die ich bereits nach sechs Monaten hatte. Und das war bei Weitem nicht üblich. Und das habe ich auch weiterhin so verfolgt. Meine Quartalszahlen, die kommen seitdem immer kommentiert, also nicht nur die Zahlen, sondern auch schon von mir kommentiert an die Creditreform. Ja, ich bin also sehr stolz darauf, dass wir diese hohe Bonität quasi bescheinigt bekommen haben, die uns im Alltag natürlich das Leben durchaus im Vergleich zur Konkurrenz erleichtert. Das kann ich wohl mit Fug und Recht behaupten.
Tanja Könemann: Haben Sie denn ein konkretes Beispiel, wo Sie sagen können, im Alltag hat mir das geholfen oder lässt sich das nicht so genau beziffern? Können Sie uns mal ein bisschen näherbringen, wie das eigentlich aussieht, wenn man damit arbeitet?
Sebastian Thieswald: Naja, das ist ziemlich einfach. Wenn Sie irgendwo eine größere Bestellung machen wollen, die dann eben mal schnell so 100.000, 200.000 überschreitet. Manchmal sind es ja noch größere Summen. Was machen die Kollegen? Die gucken natürlich als erstes und holen sich eine Bonität. Die ziehen sich dann eben die Bonität der Creditreform und sehen dort: Oh wow, überhaupt keine Zahlungsrückstände, zahlt innerhalb von wenigen Tagen und so weiter und so fort.
Tanja Könemann: Und wenn wir jetzt mal die Perspektive wechseln und ich frage mich, ob Sie auch bei den Menschen, denen Sie dann irgendwann eine Rechnung stellen − schauen Sie da auch kritischer hin als noch vor ein paar Jahren? Wie sieht das aus? Herr Holzapfel nickt. Herr Holzapfel kann die Frage beantworten.
Christophe Holzapfel: Ja, sehr gerne. Also die Menschen, die bei uns zum Beispiel einziehen, wir machen grundsätzlich Bonitätsabfragen vor Einzug, auch hier mit der Creditreform. Und sobald dort irgendwelche erkennbaren Anzeichen da sind, und das wird immer mehr, das muss man einfach auch sagen. Also inzwischen würde ich sagen, bei mindestens zwei Dritteln der Neueinzüge haben wir hier negative Merkmale, auf die wir achten müssen. Gehen wir ganz intensiv mit Angehörigen, Betreuern oder eben auch mit den Betroffenen selber, je nachdem, wie die Situation ist, ganz sehr ins Gespräch. Schauen, dass wir uns auch zusätzliche Sicherheiten verschaffen, sei es über Bürgschaften oder eben auch bis hin zur Eintragung von Grundschulden. Also das haben wir inzwischen auch schon gemacht. Und ja, dann natürlich eben auch im gesamten Forderungsmanagement zieht sich das weiter. Also sozusagen, wenn die Verträge dann zustande gekommen sind und Zahlungsausfälle entstehen, ist es inzwischen heutzutage absolut notwendig, eben auch dort frühzeitig zu reagieren, dass die Forderungen sich nicht in unheimlich hohe Höhen aufschrauben, was ja bei den hohen Entgelten unheimlich schnell passiert, sodass man da eben auch wirklich sehr, sehr engmaschig sich die Liquidität anschaut, die offenen Posten anschaut und damit auch frühzeitig Maßnahmen ergreift, erst im Dialog. Und wenn das nicht greift, dann eben auch über die möglichen Schritte, die wir haben.
Tanja Könemann: Herr Thieswald, gab es einen Moment oder eine Situation, die jetzt nichts mit dem CrefoZert zu tun hat, wo Sie aber nochmal ganz besonders froh waren über die Zusammenarbeit und wo Ihnen das was gebracht hat?
Sebastian Thieswald: Naja, also da fällt mir natürlich spontan die Krise überhaupt ein, die wir alle durch haben, nämlich die Corona-Zeit. Und in der Corona-Zeit ist es einfach so gewesen, dass Berater mir vorher schon gesagt haben: Junge, merke dir eins: „Cash is King“. Das heißt, sorge dafür, dass du genügend Liquidität hast. Ich habe sehr eisern gespart die ersten Jahre und hatte damit sozusagen zu Beginn der Corona-Zeit bereits knapp 700.000 Euro liegen. Und habe aber trotzdem der Empfehlung folgend ein entsprechendes Darlehen aufgenommen, ein Liquiditätsdarlehen unter Besicherung der KfW, was teilweise ausfallverbürgt war. Und ich habe diesen Kredit ganz schnell durchbekommen. Und das war einfach ein super Ding. Und das ging deswegen, weil die Bonität halt so gut war und bescheinigt war und das eben wirklich auch von der Creditreform, das weiß ich aus zuverlässiger Quelle. Das heißt also, das hat mich sehr glücklich gemacht. Und ich sage es Ihnen so, wie es ist. Dieses Geld insgesamt hat uns abgesichert, die Corona-Zeit mit all diesen Wahnsinnsausgaben, die wir ja hatten und alle erst vorfinanzieren mussten, sehr positiv zu überstehen. Wir haben alle viel Geld verbraucht, aber meins war am Ende nicht alle.
Tanja Könemann: Ich habe noch eine weitere Frage an Sie, Herr Thieswald. Creditreform hat Sie nicht nur mit dem CrefoZert ausgezeichnet. Ihnen wurde ein weiteres Zertifikat verliehen, und zwar das EcoZert. Damit werden ganz besonders nachhaltige Unternehmen ausgezeichnet. Nachhaltigkeit ist im Moment im öffentlichen Diskurs eher nicht so das Thema. Gut, jetzt wo es heiß ist vielleicht schon, aber die Bemühungen sind doch etwas weniger geworden. Wieso machen Sie das?
Sebastian Thieswald: Ja, auch das EcoZert erfüllt mich mit einer gewissen Genugtuung, vielleicht auch mit ein bisschen Stolz. Aber eigentlich ist mir das gar nicht so wichtig, sondern ich halte es geradezu für meine Verpflichtung. Ich halte es für meine Verpflichtung als Mensch, der auf dieser Erde lebt, der hier einfach nur Gast ist. Ich halte es als Verpflichtung als Vater meiner zwei Kinder, der dafür sorgen möchte, dass die Kinder und Kindeskinder, die hier auf diese Welt kommen werden, ebenfalls überhaupt noch eine Welt vorfinden, die lebenswert ist. Also haben wir eine Verpflichtung als Menschen. Und dann kommt eine dritte Dimension dazu als Unternehmer, über die reden wir heute. Und wenn ich nicht selber als Unternehmer mit Vorbild vorangehe, wer soll es denn dann machen?
Tanja Könemann: Herr Holzapfel, wenn sich der Herr Thieswald ausdenkt, wir werden hier im Unternehmen nachhaltiger, dann sind Sie bei Ihnen am Standort Plauen jemand, der das umsetzen darf. Was haben Sie denn da gemacht?
Christophe Holzapfel: Ja, wir haben angefangen mit den großen Themen und die auch einfach zu beheben waren, dass wir zum Beispiel unseren Strom komplett auf Ökostrom umgestellt haben. Das klingt jetzt gar nicht so dramatisch, macht aber schon unheimlich viel aus. Und wir haben uns darüber hinaus weiterentwickelt. Wir haben geschaut, dass unsere Reinigungschemie auf zertifizierte Produkte umgestellt wurde, die mit dem Blauen Engel ausgezeichnet sind. Das geht bis zu den Müllsäcken, die aus nachhaltigem Kunststoff inzwischen sind oder biologisch abbaubaren Kunststoffen. Wir machen unheimlich viel auch zum Thema Mitarbeitermobilität, so fördern wir Alternativen, wie man eben den Arbeitsplatz erreicht, eben nicht immer das eigene Auto nehmen, sondern Fahrgemeinschaften bilden, mit dem Fahrrad, mit dem Bus, wie auch immer. Das wird sogar noch von uns mit einer kleinen Prämie unterstützt. Und so arbeiten wir uns in diesem Thema immer weiter voran. Jetzt sind wir gerade dabei, unsere Lebensmittel auf biozertifizierte Produkte umzustellen, weil eben auch Lebensmittel unheimlich hohen CO2-Fußabdruck haben können. Und ja, wenn man dann sieht, was dort noch kommen kann, da haben wir auch noch ganz viele Ideen in der Schublade.
Tanja Könemann: Ja, dann sagen Sie mal, was kommt als nächstes?
Christophe Holzapfel: Ja, also auch in Anbetracht der Temperaturen, man könnte jetzt sagen, wir klatschen überall Klimaanlagen rein, aber dann erzeugen wir wieder unheimlich viel Strom. Wir überlegen zum einen natürlich auch so einen kleinen Klassiker, selber Strom zu erzeugen mit Photovoltaikanlagen auf unseren Dächern. Darüber hinaus aber eben auch mit Dachbegrünung, Fassadenbegrünung, aber auch Innenwandbegrünungen eben einfach ganz andere Raumklimata herzustellen und dort auch die Temperatur über solche Dinge intelligent abzusenken, was am Ende nichts kostet, CO2 sogar noch abbaut und eben auch, naja, ich sag mal so, auch im Stadtbild darüber hinaus auch noch ein ganz besonderes Image schafft.
Tanja Könemann: Herr Thieswald, und wenn Sie jetzt als geschäftsführender Gesellschafter dieses Zertifikat betrachten, müssen Sie das bei der Bank vorlegen, wenn Sie einen Kredit haben wollen? Wird das wirklich schon angeguckt oder ist das noch etwas, was in Zukunft kommt?
Sebastian Thieswald: Naja, also ich sage es mal so, wie es ist. Ich bin sehr proaktiv unterwegs, was diese Themen betrifft. Ich gebe denen das von mir aus. In dem Moment, wo ich die Zertifikate verliehen bekommen habe, habe ich meine Stakeholder natürlich proaktiv davon informiert und habe dort eine E-Mail formuliert und habe denen erklärt, warum das für mich und uns so wichtig ist. Und natürlich haben die damit dann davon Kenntnis. Ich bin mir aber absolut sicher, dass diese Stakeholder das auch, wenn ich es nicht gemacht hätte, von sich aus nachgeschaut hätten. Da bin ich mir sogar sehr sicher.
Tanja Könemann: Meine letzte Frage geht an Herrn Thieswald. Wie sorgen Sie auch in Zeiten wie diesen für finanzielle Stabilität und eine gute Kreditwürdigkeit, jetzt mal abgesehen von dem engmaschigen Reporting, was Sie einreichen?
Sebastian Thieswald: Wenn es mir gut geht, muss ich erst recht Rücklagen bilden. Wenn es mir gut geht, muss ich über Liquidität für die Zukunft nachdenken. Und wenn es mir gut geht, muss ich Werbung machen und auf mein Unternehmen aufmerksam machen, an meinem Ruf, an meinem Image weiterarbeiten, einfach nicht nachlassen.
Tanja Könemann: Das ist ein ganz tolles Schlusswort. Ich bedanke mich sehr bei Ihnen beiden, Herr Holzapfel und Herr Thieswald, und wünsche Ihnen weiter gute Geschäfte.
Sebastian Thieswald: Herzlichen Dank.
Christophe Holzapfel: Vielen Dank.
Jingle: Gute Geschäfte. Businesswissen in 10 Minuten. Der Creditreform Podcast.