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Wo gehobelt wird, fallen Späne – und mitunter Smartphones. Nässe, Staub und Stürze vertragen sie schlecht. Anders als spezielle Rugged-Modelle.

Kleine Ursache, große Wirkung: Ein bisschen Dreck, ein kleiner Sturz und schon funktionieren die Tasten nicht mehr oder der Bildschirm zerspringt in Hunderte Scherben. 

Smartphone-Leben enden oft im schlechtesten Moment und dann sind wichtige Kontaktdaten, Apps und Fotos in dem Gerät gefangen. Denn egal ob in der Logistik, auf Baustellen oder im Handwerk – oft steckt das Smartphone als Computerersatz für Aufmaße, Terminvereinbarungen, Dokumentationen oder Besprechungen in der Hosentasche.

Das ist ärgerlich, aber an der Tagesordnung: Stöße, Dreck oder Feuchtigkeit machen konventionellen Geräten schnell den Garaus. 60 Prozent aller Schäden an Smartphones entstehen laut einer Umfrage des Statistikportals Statista durch Stürze, bei denen das Display bricht. Dicht dahinter folgen Akkuausfälle, defekte Tasten und Wasserschäden. 

Wohl dem, der besonders widerstandsfähige Hardware nutzt. Sowohl große Hersteller wie Samsung als auch Spezialhersteller bieten für den Outdoor- und Baustelleneinsatz sogenannte Rugged-Geräte an, englisch für robust. 

Sie besitzen meist ein schlagfestes Metall- oder ein besonders stabiles Kunststoffgehäuse. Eine an den Ecken und Kanten aufgebrachte Gummierung kann Stürze und Stöße abfedern und macht das Smartphone griffig – auch mit Handschuhen, mit denen es selbstverständlich auch zu bedienen ist. 

Weitere Merkmale sind besonders helle und auch draußen gut ablesbare Displays, stärkere Lautsprecher sowie Prozessoren, die wenig Strom benötigen und lange Akkulaufzeiten ermöglichen. Einige Geräte warten zudem mit speziellen Features wie einer Wärmebildkamera auf.

So viel Schutz und ausgefallene Extras haben durchaus ihren Preis. Die teuersten Rugged-Smartphones kosten ähnlich viel wie Spitzen-Businesshandys. Setzt man voraus, dass sie den rauen Alltag länger schadlos überstehen, kann sich die Investition in eins der folgenden Geräte aber durchaus lohnen.


CAT S61: Caterpillar ist als Hersteller schwerer Baumaschinen bekannt. Seit wenigen Jahren verkauft das Unternehmen unter dem Namen Cat Phones aber auch Smartphones. Das derzeitige Topmodell CAT S61 ist mit 899 Euro kein Schnäppchen, dafür aber ein echtes Werkzeug. Neben den üblichen Smartphone-Funktionen sind eine Wärmebild­kamera, ein Innenluftqualitätssensor und eine lasergestützte Distanzmessung integriert.

Weitere Daten: 

Display: 5,2“, mit nassen Fingern und Handschuhen bedienbar
Akku: 4.500 mAh Speicher: 64 GB, über MicroSD erweiterbar
Schutzklassen: MIL-STD-810G, IP68 und IP69
Preis: 899 Euro u.v.P.
catphones.com/de-de

Ruggear RG740: Ruggear ist ein chinesisch-deutscher Hersteller, der sich komplett auf die Entwicklung von robusten Telefonen für den Outdooreinsatz spezialisiert hat. Mit dem RG740, speziell für Firmenkunden, spricht Ruggear Unternehmen an, deren Mitarbeiter sich auf großen Anlagen oder Baustellen bewegen. Das Gerät besitzt eine sogenannte Push-to-Talk-Funktion, mit der Nutzer, ähnlich wie mit einem Walkie-Talkie, direkt kommunizieren können.

Weitere Daten: 

Display: 4,7“, mit Handschuhen bedienbar
Akku: 3.950 mAh Speicher: 32 GB, über MicroSD um bis zu 128 GB erweiterbar
Schutzklasse: IP68
Preis: 460 Euro u.v.P.
ruggear.com

Galaxy XCover 4: Mehr als jedes fünfte weltweit verkaufte Smartphone stammt von Samsung. Klar, dass der Konzern auch eine robuste Variante der Galaxy-Modellreihe anbietet. Wichtigste Eigenschaft des XCover 4: Es ist staub- und wasserdicht. Weitere Funktionen, die über normale Smartphone-Features hinausgehen, sucht man allerdings vergeblich. Besonders macht das XCover eher der in dieser Geräteklasse vergleichsweise günstige Preis.

Weitere Daten:

Display: 5,0“, mit Handschuhen bedienbar
Akku: 2.800 mAh
Speicher: 16 GB, über MicroSD um bis zu 256 GB erweiterbar
Schutzklassen: IP68 und MIL-STD-810G Preis: 209 Euro u.v.P.
samsung.com


Wie hart die Schale wirklich ist

Diese Standards geben Auskunft über den Grad der Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse. 

IP67/68/69: IP ist die Abkürzung für Ingress Protection (Eindringschutz). Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Staub (6 = staubdicht), die zweite für den Schutz gegen Wasser (7 = zeitweiliges, 8 = dauerndes Untertauchen, 9 = Hochdruck/Dampfstrahl). 

MIL-STD 810G: Der vom US-Militär definierte Standard kennzeichnet Geräte, die Schmutz und Wasser, extremer Kälte und Hitze, Vibrationen, mechanischen Schocks und Chemikalien standhalten.


Text: Christian Raschke