Der Entscheidungs-Baukasten
Lieferkettenprobleme, steigende Energiepreise, neue Regulierungen – Unternehmen müssen immer schneller reagieren. Eine neue Plattform hilft dabei, Produktion und Prozesse besser anzupassen.

Das Problem
Ein Unternehmer plant seine Produktion, doch plötzlich kommt ein Auftrag herein, der dazwischengeschoben werden soll. Die Folge: hektisches Umplanen bei vielen offenen Fragen. Gibt es überhaupt genügend Kapazitäten, um den Auftrag anzunehmen? Lohnt es sich, ihn für diesen Preis auszuführen? Ist das Fachpersonal verfügbar?
„Klassische Planungstools sind für solche Fragen kaum gemacht“, sagt Dana Aleff, Gründerin und Co-Geschäftsführerin von Circonomit. Und wenn dann noch externe Faktoren wie Lieferkettenstörungen, Energiepreise oder neue Regulierungen ins Spiel kommen, geraten bestehende Ansätze an ihre Grenzen.
„Unternehmen verfügen zwar über enorme Datenmengen und ausgefeilte Dashboards. Doch häufig fehlt der entscheidende Übersetzungsschritt: Daten in einen systemischen Kontext zu bringen, um daraus fundierte Entscheidungen für die Unternehmenssteuerung abzuleiten“, so die Gründerin. Gleichzeitig steigt neben der Komplexität auch der Entscheidungsdruck: Was früher Monate dauerte, muss heute oft in Minuten entschieden werden.
Die Lösung
Dana Aleff und ihr Geschäftspartner Erik Müller haben einen Modellbaukasten entwickelt, mit dem Unternehmen die zentrale Lücke in der Unternehmenssteuerung schließen können: den fehlenden Zusammenhang zwischen Daten, Entscheidungen und ihren Auswirkungen. „Circonomit macht Abhängigkeiten zwischen Kosten, Produktion, Lieferketten oder externen Faktoren sichtbar“, sagt Aleff. Letztlich gehe es ja meist darum, zu klären, „womit man Geld verdient und womit man Geld verliert“. Ganz konkret: Welche Produktionslinie verursacht aktuell welche Kosten? Wie verändert sich der Deckungsbeitrag bei steigenden Energiepreisen? Lohnt sich der Standort noch? Entscheider können mithilfe des Modellbaukastens Szenarien simulieren, Plan-Ist-Abweichungen früh erkennen und die finanziellen sowie ökologischen Folgen von Entscheidungen berechnen. „Was früher aufwendige Datenprojekte und individuelle Programmierung erforderte, lässt sich mit Circonomit relativ einfach umsetzen“, so die studierte Maschinenbauerin. Der Preis bemisst sich nach der Unternehmensgröße und Nutzung des Modells.
Die Anwendung
Das Aachener Familienunternehmen Ph-Mechanik wendet Circonomit an, um seine Produktion zu optimieren. Beim Systemlieferanten für Baugruppen mit Service und Lagerbevorratung hatten zuvor mehrere Audits gezeigt: Es mangelte an Zwischenergebnissen für die Bewertung von Teilprodukten, Fremdleistungen und Ähnlichem. Mit Circonomit ließen sich Steuerungsfragen schneller und fundierter beantworten. „Damit konnten wir diese Zuordnungen systematisch und in einer einzigen Datenbank zusammenhängend ermitteln, dokumentieren und auch variieren, sodass Produktionsabläufe auch hinsichtlich Nachhaltigkeitsaspekten optimierbar wurden“, sagt Firmeninhaber Oliver Schürings. „Die Zusammenhänge zwischen Kosten, Output, Lieferketten oder Nachhaltigkeitsfaktoren sind nun sichtbar und berechenbar.“ Was Schürings freut: Die Befähigung, Prozesse zu simulieren und Effekte regionaler Lieferketten sichtbar zu machen, hat die Motivation der Mitarbeiter erheblich gestärkt, was sich im Teamgeist und in geringen Krankenständen zeigt. Sein Fazit: „Circonomit bringt einen echten Mehrwert.“
Quelle: Magazin "Creditreform"
Text: Lisa Priller-Gebhardt
Bildnachweis: Getty Images
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