Fachbeiträge &Neuigkeiten

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Creditreform SchuldnerAtlas Region Stuttgart 2020

Auswirkungen der Corona-Krise zeigen sich noch nicht im Jahresvergleich ++ Rückgang der Schuldnerquote in Stuttgart ++ Weniger harte Überschuldungsfälle ++ Jeder Zehnte im Alter von 40 bis 49 ist überschuldet.

Auswirkungen der Corona-Krise zeigen sich noch nicht im Jahresvergleich

In der Region Stuttgart (Landkreise Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg, Rems-Murr-Kreis sowie die Stadt Stuttgart) ist die Zahl der überschuldeten Verbraucher deutlich gesunken. (- 3.600 Personen; - 1,9 Prozent). Zum Stichtag 1. Oktober 2020 wiesen 184.106 erwachsene Einwohner der Region Stuttgart Überschuldungsmerkmale auf (2019: 187.674 Personen). In Baden-Württemberg (- 1,0 Prozent) sowie in Deutschland insgesamt (- 1,0 Prozent) nahm die Zahl der Überschuldungsfälle ab.
Der Creditreform SchuldnerAtlas definiert Überschuldung als einen Status, in dem die Ausgaben einer Person dauerhaft höher sind als deren Einkommen. Indikator für Überschuldungsprozesse sind u. a. juristische Sachverhalte (z. B. ein Antrag auf Restschuldbefreiung) oder unstrittige Inkasso-Fälle.
Die Schuldnerquote, die die Zahl der überschuldeten Personen zur Einwohnerzahl (ab 18 Jahren) ins Verhältnis setzt, verringerte sich von 8,13 auf 7,95 Prozent (- 0,18 Prozentpunkte). In Baden-Württemberg (- 0,12 Prozentpunkte; 8,11 Prozent) sowie in Deutschland (- 0,12 Prozentpunkte; 9,87 Prozent) nahm die Schuldnerquote ebenfalls ab.

Rückgang der Schuldnerquote in Stuttgart

In der Stadt Stuttgart liegt die Schuldnerquote der privaten Verbraucher etwa im Bundesdurchschnitt. Gleichwohl gibt es innerhalb des Stadtgebietes teilweise große Unterschiede: So reicht die Spannweite der Schuldnerquoten von 5,86 Prozent in Sillenbuch bis 15,56 Prozent in Mitte. Nur im Stadtteil Münster hat die Schuldnerquote zugenommen. Deutlich gesunken sind die Schuldnerquoten in Mitte (- 0,59 Prozentpunkte), Hedelfingen und Zuffenhausen (jeweils - 0,40 Prozentpunkte). Insgesamt sind in der Landeshauptstadt 52.977 erwachsene Einwohner überschuldet (2019: 54.197 Personen).

Weniger harte Überschuldungsfälle

Ein Rückgang der sogenannten „harten“ Überschuldung (juristisch belegte Sachverhalte wie ein Antrag auf Privatinsolvenz) ist der Treiber für die aktuell positive Entwicklung in der Region Stuttgart. Die Fälle mit einer hohen Überschuldungsintensität nahmen von 108.255 (2019) auf 102.970 Personen (2020) spürbar ab (- 4,9 Prozent). In allen Kreisen der Region Stuttgart findet sich dieser Trend.
Dagegen weist eine steigende Zahl der Erwachsenen in der Region Stuttgart „weiche“ Überschuldungsmerkmale auf. In diesen Fällen ist die Überschuldung noch nicht gerichtlich belegt. Gleichwohl scheint eine wachsende Zahl der Verbraucher mit ihrem Einkommen nicht „auszukommen“. Vor dem Hintergrund der aktuellen Konjunktur- und Arbeitsmarktprognosen ist das bedenklich. Zum Stichtag 1. Oktober 2020 wiesen demnach 81.136 erwachsene Einwohner eine niedrige Überschuldungsintensität auf (2019: 79.419 Personen; + 2,2 Prozent). Die überwiegende Mehrzahl aller Überschuldeten in der Region ist aber „hart“ überschuldet.

Jeder Zehnte im Alter von 40 bis 49 Jahren überschuldet

Weiter zugenommen hat die Schuldnerquote bei den Senioren. 3,06 Prozent der Personen in dieser Altersgruppe sind als überschuldet anzusehen (2019: 2,95 Prozent). In der Stadt Stuttgart liegt diese Quote mit 4,63 Prozent nochmals höher. Auch in der Altersklasse der 40- bis 49-Jährigen (von 10,00 auf 10,03 Prozent) war ein Anstieg der Überschuldung festzustellen. Somit ist die Überschuldungshäufigkeit in diesem Altersbereich mittlerweile am höchsten. Deutlich zurückgegangen ist die Schuldnerquote bei den 50- bis 59-Jährigen (von 8,45 auf 8,14 Prozent) und auch bei jungen Erwachsenen unter 30 Jahren (von 6,84 auf 6,66 Prozent). Die Schuldnerquote der Männer ist nach wie vor fast doppelt so hoch wie die der Frauen. Allerdings sank sie in der Region Stuttgart von 10,41 auf 10,06 Prozent (- 0,35 Prozentpunkte). Bundesweit sind 12,27 Prozent der Männer von Überschuldung betroffen. Bei den Frauen war ebenfalls ein Rückgang der Schuldnerquote festzustellen – von 5,73 auf 5,56 Prozent. Die niedrigsten Quoten weist der Landkreis Böblingen auf (Männer: 8,41 Prozent; Frauen: 4,72 Prozent). Das liegt klar unter dem Bundesdurchschnitt von 7,58 Prozent. Insgesamt waren in der Region 115.306 Männer und 65.078 Frauen überschuldet.