E-Rechnung: Pflicht, Erstellung und Formate
Ab sofort ist die elektronische Rechnung im B2B-Geschäft in Deutschland Pflicht. Wir erklären, was eine E-Rechnung ist und worauf Sie bei der Erstellung achten müssen.
Zum ArtikelBleiben Zahlungen aus, ist schnelles und professionelles Handeln gefragt. Eine Zahlungsaufforderung ist dabei meist der erste Schritt. Was Sie bei einer Zahlungsaufforderung beachten sollten.
Mit einer Zahlungsaufforderung wird ein Kunde oder Geschäftspartner vom Gläubiger aufgefordert, eine offene Rechnung zu begleichen1. Sie macht den Empfänger auf den offenen Posten aufmerksam und stößt die Zahlung an.
Die Zahlungsaufforderung ist meist der erste Schritt im Forderungsmanagement und dient auch dazu, die Kommunikation mit dem Schuldner nachvollziehbar zu dokumentieren. So schafft sie die rechtliche Grundlage für weitere Maßnahmen.
Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einer Zahlungsaufforderung und einer Mahnung? Die Begriffe "Zahlungsaufforderung", "Zahlungserinnerung" und "Mahnung" werden im Geschäftsalltag oft nicht trennscharf voneinander abgegrenzt. Aus rechtlicher und buchhalterischer Sicht gibt es jedoch eine klare Abgrenzung.
| Begriff | Rechtliche Einordnung | Wirkung auf den Zahlungsverzug |
|---|---|---|
| Reine Zahlungserinnerung | Info-Schreiben mit Hinweis auf offene, fällige Posten, ohne ausdrückliche Aufforderung zur Zahlung | Setzt den Schuldner nicht in Verzug |
| Zahlungsaufforderung/Mahnung | Eindeutige, unmissverständliche Aufforderung, eine fällige Leistung (Zahlung) zu erbringen. | Setzt den Schuldner in Verzug gem. §286 BGB2 |
Im Geschäftsalltag gibt es mehrere Stufen. Oft erfolgt beispielsweise eine „freundliche Zahlungserinnerung“ und im Anschluss die erste und zweite Mahnung. Dieser Aufbau hat jedoch nur organisatorische oder psychologische Gründe. Rechtlich gilt: Sobald eine Zahlungserinnerung nach dem jeweiligen Fälligkeitsdatum eine eindeutige und unmissverständliche Aufforderung zur Zahlung enthält, ist sie bereits eine vollwertige Mahnung. Enthält sie diese nicht, handelt es sich rein rechtlich lediglich um ein Info-Schreiben, das den Schuldner nicht in Verzug setzt.
Jede eindeutige und bestimmte Aufforderung des Gläubigers, eine fällige Leistung (meist Zahlung) zu erbringen, ist eine Mahnung. Das Wort „Mahnung“ muss weder explizit enthalten sein, noch müssen Konsequenzen angekündigt werden. Sie kann den Schuldner unter den Voraussetzungen des § 286 BGB2 in Verzug setzen. Allerdings kann Verzug in bestimmten Fällen auch ohne Mahnung eintreten.
Ausbleibende oder verspätete Zahlungseingänge können für Unternehmen teuer werden und ihre Liquidität belasten. Eine freundlich formulierte Zahlungserinnerung, die durch eine enthaltene Zahlungsaufforderung rechtlich betrachtet als Erstmahnung wirkt, empfiehlt sich, wenn die Zahlungsfrist abgelaufen ist, Sie die Kundenbeziehung jedoch schonen möchten. Sie eignet sich besonders, wenn:
So wahren Sie Ihre Liquidität, ohne die Geschäftsbeziehung unnötig zu belasten und den Kunden zu verärgern.
Formulieren Sie das Schreiben klar, vollständig und sachlich. Sorgen Sie dafür, dass der Empfänger die Forderung eindeutig zuordnen kann.
Enthalten sein sollten:
Entscheidend sind Ansprache und Tonfall des Anschreibens. Eine Zahlungsaufforderung sollten Sie freundlich, aber bestimmt und eindeutig formulieren. Sie dient nicht der Eskalation, sondern einer schnellen Klärung und Begleichung der offenen Forderung.

In der Zahlungsaufforderung ist eine Fristsetzung rechtlich nicht zwingend erforderlich, aber kaufmännisch und als Orientierung für den Adressaten durchaus sinnvoll. Die gesetzte Frist sollte angemessen und umsetzbar sein. Häufig werden 7 bis 14 Tage gewählt.
Besonders wichtig: Nennen Sie ein konkretes Datum, damit keine Missverständnisse entstehen. Die Frist sollte dem Empfänger genug Zeit zur Bearbeitung geben, aber zugleich klar machen, dass zeitnah gehandelt werden soll.
Grundsätzlich gilt: Auch in Form einer freundlichen Zahlungserinnerung muss eine Zahlungsaufforderung immer auf eine konkrete und nachvollziehbare Forderung Bezug nehmen. In der Regel geht ihr eine Rechnung voraus. Fehlt der Nachweis, können schneller Missverständnisse, Rückfragen und Ärger beim Kunden entstehen.
Wichtig ist also, dass deutlich erkennbar ist, wofür die Zahlung verlangt wird. Zum Beispiel mit Verweis auf einen Vertrag, eine Leistung oder eine andere Vereinbarung. Je klarer dies ist, desto einfacher ist die spätere Durchsetzung.
Eine Vorlage kann helfen, Zahlungsaufforderungen effizient und einheitlich zu erstellen. Beachten Sie aber, dass jedes Schreiben an den Einzelfall angepasst werden sollte.
Sehr geehrte/r Frau/Herr [Name],
für die Rechnung mit der Rechnungsnummer [Nummer] vom [Datum] konnten wir bislang noch keinen Zahlungseingang feststellen. Möglicherweise ist die Zahlung untergegangen.
Wir bitten Sie daher, den offenen Rechnungsbetrag in Höhe von [Rechnungsbetrag] Euro bis zum [Zahlungsfrist Datum] auf das angegebene Konto zu überweisen.
Sollten Sie die Zahlung in der Zwischenzeit veranlasst haben, betrachten Sie diese Erinnerung als gegenstandslos.
Bitte beachten Sie, dass bei weiterem Zahlungsverzug Mahngebühren und Verzugszinsen entstehen können.
Bei Rückfragen zur Rechnung können Sie sich gerne bei uns melden.
Mit freundlichen Grüßen
[Unternehmen / Ansprechpartner]
zusätzlich:
Für eine Zahlungsaufforderung gibt es keine festgelegte Vorgaben zur Form5. Sie kann auch telefonisch erfolgen. Zur besseren Nachweisbarkeit empfiehlt sich jedoch eine schriftliche Zahlungsaufforderung. Ob Sie die Zahlungsaufforderung per E-Mail oder per Post versenden, hängt von Ihren Prozessen und der jeweiligen Geschäftsbeziehung ab.

Eine E-Mail ist schnell verschickt, kostengünstig und im Geschäftsalltag meist ausreichend. Sie eignet sich besonders für laufende Geschäftsbeziehungen und standardisierte Abläufe.

Ein Brief kann sinnvoll sein, wenn der Vorgang formeller behandelt werden soll. Etwa, weil der Betrag höher ist oder frühere Schreiben unbeantwortet geblieben sind.

Im Zusammenhang mit Zahlungsaufforderungen im Sinne einer freundlichen Zahlungserinnerung treten in der Praxis immer wieder typische Fehler auf. Diese Punkte sollten Sie beachten, um Ihre Erfolgschancen zu verbessern und Ihren internen Aufwand zu reduzieren:
Unternehmen sollten unbedingt dokumentieren:
Nachweise sind wichtig, falls im Nachgang eine Mahnung, ein Inkassoverfahren oder weitere Schritte folgen.
Bleibt die Zahlungsaufforderung im Sinne einer freundlichen Zahlungserinnerung ohne Reaktion, folgen in der Praxis häufig weitere Mahnschritte oder Maßnahmen des Forderungsmanagements.
Ein typischer Ablauf im Zuge einer Zahlungsaufforderung in Form einer freundlichen Zahlungserinnerung kann wie folgt aussehen – Abweichungen davon sind je nach Unternehmen, Forderungshöhe und Einzelfall möglich:

Rechnungsstellung: Zunächst erhält der Kunde die Rechnung mit einem Zahlungsziel (meist 14 oder 30 Tage).
Zahlungserinnerung ohne direkte Zahlungsaufforderung (1. Stufe): Nach Ablauf der Zahlungsfrist erhält der Kunde eine freundliche Aufforderung, den offenen Betrag zu bezahlen.
Direkte Zahlungsaufforderung im Sinne einer ersten Mahnung (2. Stufe): Nach Ablauf der Zahlungsfrist erhält der Kunde eine freundliche, aber verbindliche Aufforderung, den offenen Betrag zu bezahlen. Dies setzt den Verzug in Gang, sofern nicht bereits nach gesetzlichen Regelungen geschehen.
Zweite Mahnung (3. Stufe): Der Ton wird deutlicher. Mahngebühren und Verzugszinsen können verlangt werden, sobald der Schuldner in Verzug ist. Dafür muss nicht bis zur zweiten Mahnung gewartet werden. Hier gilt: Verzugszinsen nach § 288 BGB ab Tag nach Verzugsbeginn.
Inkasso: Zahlt der Kunde auch weiterhin nicht, kann die Forderung an ein Inkassounternehmen übergeben werden.
Scheitern alle außergerichtlichen Versuche, können Gläubiger ein gerichtliches Mahnverfahren nach § 688 ff. ZPO6 anstreben.
Eine Zahlungsaufforderung ist ein wichtiger erster Schritt, um offene Forderungen frühzeitig, sachlich und strukturiert anzugehen. Sie schafft Transparenz, unterstützt einen professionellen Umgang mit Außenständen und bereitet weitere Maßnahmen vor.
Für mittelständische Unternehmen ist ein klarer Prozess besonders wertvoll: Er schützt die Liquidität, reduziert Verwaltungsaufwand und hilft, Kundenbeziehungen zu erhalten.
Wenn Sie Ihr Forderungsmanagement professionell aufstellen und Zahlungsausfälle frühzeitig begrenzen möchten, lohnt sich ein Blick auf die Lösungen von Creditreform. Sie möchten erfahren, wie man Forderungen im Inkasso erfolgreich realisiert?
Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema
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Unsere Texte dienen dem unverbindlichen Informationszweck und ersetzen keine spezifische Rechts- oder Fachberatung. Für die angebotenen Informationen geben wir keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.
1 IHK Bremen / Bremerhaven: Mahnung und Verzug
2 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB), §286
3IHK Darmstadt: "Verzugszinsen, Abschlagszahlung und Fertigstellungsbescheinigung"
4 IHK Bremen / Bremerhaven: "Mahnung und Verzug"
5 IHK Regensburg: "Mahnung und Verzug"
6 IHK Ruhr "Mahnung und Zahlungsverzug" und §688 ff. Zivilprozessordnung (ZPO)
7IHK zu Essen: "Mahnung und Zahlungsverzug"
8dejure.org: § 286 BGB: "Verzug des Schuldners"
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