Wirtschaftsauskunft: Geschäftspartner im Blick

Wirtschaftsauskunft: Geschäftspartner im Blick

Kennen Sie Ihre Geschäftspartner durch und durch? Eine Wirtschaftsauskunft sorgt für die nötige Transparenz und sichere Geschäfte. Doch wer darf sie einholen und was steht in einer Auskunft?

Geschäftsbeziehung: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Verlässlichkeit ist einer der wichtigsten Faktoren, wenn es um gute Geschäftsbeziehungen geht. Geschäftspartner müssen sich darauf verlassen können, dass Leistungen erbracht und entsprechend bezahlt werden. Vor allem, wenn es sich um langjährige Geschäftsbeziehungen handelt, hat sich Vertrauen in der Vergangenheit oft als gute Basis erwiesen. Doch gerade aktuell wird es immer schwieriger zu beurteilen, ob der ehemals gute Kunde immer noch liquide ist oder ob er angesichts der coronabedingt wirtschaftlich schwierigen Situation sogar zum Risiko werden könnte. Hinzu kommt, dass Geschäfte im Online-Zeitalter immer anonymer werden und es dadurch oft gar nicht möglich ist, Vertrauen aufzubauen.

Neukundengeschäft: Auch neue Kunden unter die Lupe nehmen

Das zeigt sich vor allem beim Geschäft mit neuen Kunden. Denn ohne genaue Informationen über das Unternehmen kann man bei Neukundengeschäften oft nur hoffen, dass alles gut geht und kein Zahlungsausfall droht. Gleichzeitig gilt: Wer zu lange zögert, verpasst möglicherweise rentable Geschäfte. Vor allem im B2B-Geschäft kann das besonders schwerwiegend sein, denn hier stehen nicht selten große Beträge im Raum. Immer, wenn ein Geschäftspartner eine Vorleistung erbringt, sollte er sich vorab also genau über sein Gegenüber informieren. Eine Wirtschaftsauskunft kann hier die Lösung sein.

Was ist eine Wirtschaftsauskunft?

Eine Wirtschafts- auch Firmen-, Bonitäts- oder Unternehmensauskunft genannt, enthält Informationen über die wirtschaftlichen Verhältnisse und im Besonderen die Zahlungsfähigkeit (Bonität) von Unternehmen. Wirtschaftsauskunfteien sammeln und bündeln diese Daten aus unterschiedlichen Quellen und stellen sie anfragenden Firmen zur Verfügung. Auf diese Weise können diese schon vor Geschäftsabschluss einschätzen, ob das Geschäft Risiken birgt, wie hoch diese sind und ob sie bereit sind, sie einzugehen. Auch im Kreditgeschäft sind solche Auskünfte von entscheidender Bedeutung.

In diesen Fällen ist eine Auskunft für Sie interessant:

  • Sie möchten neue Geschäftsbeziehungen aufbauen?
  • Sie müssen auf Veränderungen bei den Entscheidern reagieren?
  • Sie möchten Ihre Geschäftspartner innerhalb laufender Vertragsverhältnisse überprüfen?
  • Sie sind mit Fusionen und Firmenkäufen konfrontiert?
  • Sie planen eine Erhöhung des Kreditlimits?
  • Sie unterhalten Lieferantenbeziehungen?
  • Sie führen Marktuntersuchungen oder eine Inkassovorprüfung durch?
  • Sie müssen den wirtschaftlich Berechtigten ermitteln?
  • Sie wollen Ihre Forderungsausfälle verringern und Ihre Liquidität steigern?
  • Sie wollen umgehend über Insolvenzen informiert werden?

Wer darf sie anfordern?

Nicht jeder hat Anspruch auf eine Wirtschaftsauskunft oder ist berechtigt, diese anzufordern. Maßgeblich ist hier die Datenschutzgrundverordnung (Art. 6 Abs. 1 f) DSGVO). Wichtig ist, dass ein berechtigtes Interesse an den Informationen besteht. Dies muss glaubhaft dargestellt werden – dazu zählen etwa Geschäftsanbahnungen, Vertragsabschlüsse (etwa beim Kauf, Miete oder Leasing) sowie Forderungseinzüge. Wer also eine Auskunft über eine bestimmte Firma einholen möchte, muss belegen, dass er mit dieser in einer geschäftlichen Verbindung steht. Die Berechtigung wird von Datenschutzbeauftragten der Wirtschaftsauskunfteien geprüft. Im Umkehrschluss haben Unternehmen und Personen ebenfalls das Recht, eine Selbstauskunft zu erhalten.

Was steht in einer Unternehmensauskunft?

Eine Firmenauskunft kann – je nach Bedarf – sowohl aus allgemeinen Unternehmensinformationen als auch aus detaillierten Informationen zur finanziellen Situation bis hin zur Kreditwürdigkeit bestehen.

Grundlegende Informationen

Grundlegende Unternehmensinformationen werden erhoben, um Unternehmen und Märkte besser beurteilen zu können, Firmendatenbanken auszubauen oder zu aktualisieren, die Kundenakquise zu erleichtern oder die wichtigen Entscheider zu identifizieren. Dazu zählen etwa die Stammdaten, beispielsweise die Rechtsform, das Gründungsdatum sowie Adressinformationen. Außerdem wird erfasst, wer am Unternehmen beteiligt ist.

Informationen zu Finanzen, Verflechtungen und Bonität

Zu den Finanzinformationen, die erhoben werden, gehören etwa Angaben zu Kapital und Jahresumsatz, vorhandenen Immobilien und Werten. Verflechtungsinformationen, die Unternehmensstrukturen, Beteiligte und Beteiligungen der Geschäftspartner aufzeigen, können unter anderem dazu dienen, neue Geschäftspotenziale in Unternehmensgruppen zu identifizieren oder die Machtstrukturen des Finanzumfeldes von Unternehmen zu beleuchten. Eine Bonitätsprüfung ist hilfreich, um zu erfahren, wie es um die Kreditwürdigkeit eines Geschäftspartners bestellt ist.

Bonitätsauskunft: Risiken abwägen

Um geschäftliche Risiken und Chancen abzuwägen, wird im Rahmen einer Bonitätsauskunft die Bonität – also unter anderem das bisherige Zahlungsverhalten und damit auch das Risiko eines Zahlungsausfalls ausgewertet. Dabei fließen auch Angaben zu Unternehmensentwicklung und Auftragslage, Mitarbeiterzahl, Bankverbindungen sowie weitere Informationen zum Unternehmen ein. Zur schnellen und übersichtlichen Bonitätsbewertung von Unternehmen hat Creditreform den Bonitätsindex eingeführt. Dieser ist wissenschaftlich anerkannt und entspricht den Anforderungen des Bundesdatenschutzgesetzes an Scoring Systeme (§ 31 Abs. 1 BDSG-neu).

Wie wird der Creditreform Bonitätsindex ermittelt?

In die Berechnung des Creditreform Bonitätsindex fließen bonitätsrelevante Informationen wie etwa Zahlungsweise, Umsatz, Branchenrisiko, Krediturteil, Auftragslage oder Mitarbeiterzahl ein. Diese werden nach ihrer Relevanz gewichtet. Am Ende ergibt sich ein Gesamtwert, der die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls beziffert. Dieser kann zwischen 100 und 600 liegen – je niedriger der Wert ist, desto besser ist die entsprechende Bonität. Bei der Berechnung werden mathematisch-statistische Analyseverfahren eingesetzt.

Monitoring: Geschäftliche Risiken immer im Blick

Wer sich eine Unternehmensauskunft einholt, hat nicht selten das Bedürfnis, die weitere Entwicklung der wirtschaftlichen Situation der angefragten Firmen weiter im Blick zu behalten. Für diese eignen sich sogenannte Monitoring-Lösungen, die die anfragenden Unternehmen umgehend über Veränderungen in bestimmten Bereichen informieren – dies kann vor allem bei Großkunden, A-Kunden, wichtigen Lieferanten oder etwas Dauerschuldverhältnissen interessant sein. Wirtschaftsauskunfteien wie Creditreform bieten außerdem an, sich über Veränderungen bei Stammdaten wie Adresse, Firmenstatus oder Kontaktdaten oder Bonitätsveränderungen benachrichtigen zu lassen.

Unternehmensauskunft: Woher stammen die Informationen?

Zu den gängigen Quellen einer Unternehmensauskunft gehören Eintragungen in öffentliche Register (unter anderem Handels- oder Schuldnerregister). Auch Unternehmensdaten wie Bilanzen, Geschäftsberichte oder Rückfragen von Lieferanten fließen ein.

Bei seriösen Auskunfteien wie Creditreform werden die Informationen aus verschiedenen Quellen herangezogen und täglich auf Aktualität und Qualität geprüft. Zu den exklusiven Creditreform-Quellen zählen unter anderem Zahlungserfahrungen der Mitglieder, Daten aus Creditreform Inkassoverfahren, Bilanzanalysen und Forderungen in Bearbeitung sowie umfangreiche Recherchen vor Ort.

Was kostet eine Wirtschaftsauskunft?

So verschieden die Wirtschaftsauskunfteien sind, so verschieden sind auch die Kostenmodelle – je nachdem ob es sich um regelmäßige Auskünfte oder Einzelauskünfte handelt. Creditreform bietet hier optimal auf die jeweiligen Bedürfnisse angepasste Abfragemodelle an.

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Auskunft einholen: Darauf sollten Sie achten

Wirtschaftsauskünfte bieten viele Auskunfteien an – jedoch gibt es maßgebliche Unterschiede. Denn Auskunft ist nicht Auskunft. Wichtig ist es, dass die Daten möglichst aktuell und vollständig sind. Schließlich wäre es fatal, wenn Sie aufgrund schlechter Recherche ein gutes Geschäft ausschlagen würden. Daher ist es besonders wichtig, bei der Auswahl einer entsprechenden Auskunftei besonders auf diese Aspekte zu achten. Auch die Exklusivität der Daten ist ein wichtiges Stichwort: Fließen nur öffentlich zugängliche Daten in die Auskunft ein oder auch darüberhinausgehende Informationen? Achten Sie darauf, dass moderne Technologien zur Datenerfassung und -auswertung eingesetzt werden. Auch individuelle Recherche und Analysen von regional tätigen Experten sowie eine langjährige Erfahrung machen den Unterschied.

Checkliste: Was eine gute Unternehmensauskunft ausmacht:

  • Aktuelle und bedarfsgerechte Informationen
  • Vollständige und qualitativ hochwertige Daten
  • Individuelle Recherchen
  • (Regionales) Insider- und Expertenwissen
  • Digitale Verfügbarkeit der Produkte
  • Langjährige Erfahrung und Seriosität
  • Sicherheit und Datenschutz
  • Rund-um-die-Uhr-Verfügbarkeit der Daten
  • Strukturierte, transparente und nutzerfreundliche Auskünfte

Verlässliche Experten finden

Sie wollen unternehmerische Risiken frühzeitig erkennen und dabei auf verlässliche Experten mit langjähriger Erfahrung setzen? Informieren Sie sich jetzt über die Creditreform Wirtschaftsauskunft.

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