Gut aufgestellt: Risikomanagement in der Krise

Gut aufgestellt: Risikomanagement in der Krise

Vieles hat sich verändert: Das gilt seit der Corona-Pandemie besonders für die Wirtschaft. Wie Unternehmen sich jetzt aufstellen können, um die Krise zu meistern.

Risikomanagement: Systematisch neu aufstellen

Die Corona-Pandemie verbunden mit weitreichenden Lockdown-Szenarien traf die Wirtschaft völlig unvorbereitet. Viele Unternehmen hatten von einem Tag auf den anderen mit dem Wegfall von Importwaren und -leistungen, Einbußen bei der Nachfrage, dem Ausfall von Mitarbeitern oder gar kompletten Schließungen zu kämpfen.

Die Bundesregierung versucht zwar, die Wirtschaft mit zahlreichen Hilfsmaßnahmen zu stützen und die inzwischen wieder erfolgte Öffnung verbreitet leichten Optimismus. Dennoch müssen Unternehmen ihr Risikomanagement jetzt überdenken und genau überlegen, wie sie sich künftig systematisch aufstellen, um am Markt bestehen zu können. Nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass die Industrie sich schon vor Corona auf eine Rezession zubewegte und weiterhin nicht sicher ist, wie sich die Pandemie weiterentwickelt.

Überblick verschaffen: Wer ist ein stabiler Geschäftspartner?

Staatliche Soforthilfen, Hilfskredite, Überbrückungsgelder und das Aussetzen der Insolvenzantragspflicht – all das hat dazu geführt, dass viele Unternehmen trotz der Krise zunächst liquide geblieben sind. Darunter gibt es auch Firmen, die schon vor Corona zu kämpfen hatten.

Die Folge: Die Situation wird immer unübersichtlicher und viele Firmen stellen sich die Frage: Welcher meiner Geschäftspartner ist verlässlich? Mit wem kann ich weiter zusammenarbeiten? Denn schließlich möchten Unternehmer weder unnötige Risiken eingehen, noch zu ängstlich Chancen verstreichen lassen. Daher müssen Sie als Unternehmer ihr Risikomanagement jetzt optimieren und dabei sorgfältig abwägen. Das geht aber nur, wenn Sie gut über die wirtschaftliche Situation Ihrer Geschäftspartner informiert sind - etwa, indem Sie eine Wirtschaftsauskunft einholen.

Kostenloses Online-Event

Creditreform Experten gehen am 20. Juli, von 15 bis 16:45 Uhr in einem interaktiven Live-Event diesen Fragen nach: 

- Wie geht es der deutschen Wirtschaft aktuell in der Corona-Pandemie?
- Wie hat sich die Zahlungsmoral der Unternehmen im 1. Halbjahr 2021 verändert?
- Was können Unternehmen tun, um mit der Situation richtig umzugehen und sicherer durch die Krise zu steuern?

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Strategisches Risikomanagement: Tagesaktuelle Bonitätsdaten sorgen für Durchblick

Strategisches Risikomanagement ist jetzt mehr gefragt, denn je. In der aktuellen Situation kommt es besonders darauf an, dass Sie das eigene Kunden- und Lieferantenportfolio genau unter die Lupe nehmen. Denn mit Corona hat sich plötzlich alles verändert. „Der Spruch »Ging es dir einmal gut, geht es dir immer gut« gilt so nicht mehr. Es reicht auch nicht mehr, sich auf sein Bauchgefühl zu verlassen“, erklärt Ingolf Dorff, Inhaber von Creditreform Herford & Minden. „Im Gegenteil – im Management hat man die Aufgabe, sich aktuell besonders gut aufzustellen, damit man als Firmeninhaber keinen Schaden erleidet und am Ende seine Mitarbeiter nicht bezahlen kann oder sogar Insolvenz anmelden muss“, so der Creditreform Experte.

So wenig angenehm es auch ist, im eigenen Interesse ist eine Neubewertung unverzichtbar: Ist mein vormals guter Kunde auch jetzt noch zahlungsfähig? Ist mein langjähriger Lieferant weiter zuverlässig? Bei der Beantwortung dieser Fragen können Monitoring-Lösungen und Portfolioanalysen eine gute Hilfestellung bieten, um Kunden dauerhaft einschätzen zu können. Dabei werden etwa Ausfallrisiken ermittelt, risikoreiche Geschäftsbeziehungen identifiziert sowie Bonität und Risiko bezogen auf die Branche analysiert. Dabei haben Sie die Möglichkeit, Ihre Geschäftspartner ständig im Blick zu behalten und sich über Änderungen in der finanziellen und geschäftlichen Situation Ihrer Partner unmittelbar informieren zu lassen.

Geschäftspartner im Blick: Konsequentes Mahnwesen und Inkasso

Wer ein Auge auf seine Geschäftspartner hat, sollte es nicht dabei bewenden lassen, Informationen einzuholen und bisherige Abläufe zu überdenken – auch ein konsequentes Mahnwesen gehört zum Risikomanagement: Denn laut einer neuen BDIU-Analyse nimmt die Rechnungstreue aktuell deutlich ab. Daher sind Vorsichtsmaßnahmen angebracht und zwar sowohl bei neuen als auch bei langjährigen Kunden und Geschäftspartnern. Denn nur, wenn Forderungen erfüllt werden, können die eigenen Verbindlichkeiten bedient werden. Diese Maßnahmen können Sie ergreifen:

  • Für eine gut organisierte Buchhaltung sorgen – nur so erkennen Sie mögliche Zahlungsunregelmäßigkeiten rechtzeitig.
  • Je nach ermittelter Bonität sollten Sie die Zahlungsbedingungen anpassen oder die Zahlungsziele verkürzen.
  • Kreditlimits einführen und pflegen.
  • Kontakt zu den Kunden suchen und offene Rechnungen direkt ansprechen.
  • Zahlt der Kunde nicht, sollten Sie konsequent mahnen und auch nicht zögern, strittige Forderungen an einen Anwalt und unstrittige Forderungen an ein Inkassounternehmen zu übergeben.

Gut zu wissen: Wer schnell den Überblick verliert oder Hilfestellung sucht, kann bei erfahrenen Inkassoanbietern wie Creditreform Unterstützung einholen. Wird das Zahlungsziel einer Rechnung überschritten, gehört es zum Inkasso Service, im Namen des Unternehmens Zahlungserinnerungen zu versenden oder Zahlungseingänge im Blick zu behalten.

Auf Banken zugehen - Situation erläutern

Banken nehmen gerade aktuell eine zentrale Rolle ein. Im Auftrag der Bundesregierung fungieren sie als eine Art Kreditverteiler, mit dessen Hilfe die Wirtschaft in Gang gehalten werden soll. Aber auch sie haben mit den aktuellen Risiken zu kämpfen und fürchten um die Zahlungsfähigkeit ihrer Kunden und somit um die Tilgung laufender Darlehen. Entsprechend bewerten sie Kreditrisiken neu. Daher ist es besonders empfehlenswert, auf die Banken zuzugehen. Sprechen Sie mit Ihrem Bankberater und erläutern Sie Ihre Situation und Ihre Pläne angesichts von Shutdown und Lockerungen detailliert. Punkten kann, wer gut vorbereitet und souverän ins Gespräch geht.

Gut zu wissen: Creditreform unterstützt Unternehmer und stellt auch Nicht-Mitgliedern einen kostenlosen Bonitätsnachweis für 2019 aus. Diesen können Sie für Ihren Kreditantrag verwenden.

Gute Bonität nachweisen

Wer einen Hilfskredit beantragen möchte, sollte zusätzlich daran denken, seine gute Bonität vor der Krise nachzuweisen. Denn nicht zuletzt ist diese eine wichtige Voraussetzung für die Bewilligung eines Kredits. Bevor Sie einen Termin zum Kreditgespräch machen, sollten Sie sich daher einen Nachweis über die eigene Bonität einholen. Denn nur Firmen, die nachweisen können, dass sie bis zum 31. Dezember 2019 wirtschaftlich gesund waren, erhalten Geld. Schließlich sollen nur die Unternehmen unterstützt werden, die erst durch die Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind und nicht schon vorher welche hatten.

Eigene Bonität kennen

Auch Sie selbst sollten über Ihre eigene Bonität gut Bescheid wissen. Nur wer sich informiert, hat den optimalen Überblick und behält die Kontrolle. Einmal im Jahr können Sie bei Creditreform eine kostenlose Selbstauskunft anfordern. Darin sind alle Informationen aufgeführt, die Creditreform über Sie gespeichert hat. Angefangen bei Identifikationsdaten wie Name oder Anschrift über amtlich-öffentliche Quellen wie Gerichtsdaten über Hinweise zu Ihrem bisherigen Zahlungsverhalten. Der im Bonitätsindex enthaltene Scorewert zeigt die Wahrscheinlichkeit Ihres künftigen Zahlungsverhaltens an.

Gut zu wissen: Sie können aktiv dazu beitragen, dass Ihre Bonitätsbewertung verbessert wird, indem Sie dafür sorgen, dass Ihre Unternehmensdaten korrekt und vollständig sind.

Warenkreditversicherung: Risikoreiche Geschäfte absichern

Lassen sich risikoreiche Geschäfte nicht umgehen, können Sie diese mit einer Warenkreditversicherung absichern. Durch das Covid-19-Insolvenzaussetzungsgesetz wird es aber auch für die Versicherer schwierig, die Bonität einzelner Unternehmen einzuschätzen. Um einen reibungslosen Warenstrom auch weiterhin abzusichern, übernimmt der Bund zunächst bis zum 30. Juni 2021 eine Garantie für Entschädigungszahlungen der Kreditversicherer. Diese können mithilfe des Schutzschirms bestehende Deckungszusagen aufrechterhalten. Dennoch gilt auch hier: Wer schon vor der Corona-Krise in finanziellen Schwierigkeiten steckte, kann sich wenig Hoffnung auf eine Warenkreditversicherung machen.

Insolvenz: Sanierungsmöglichkeiten nutzen

Im Rahmen der Corona-Maßnahmen der Bundesregierung wurde auch das COVID-19-Insolvenzaussetzungsgesetz verabschiedet, das die Pflicht zur Stellung eines Insolvenzantrags unter bestimmten Bedingungen für einige Zeit aussetzte. Dies geschah laut Erklärung der Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz Christine Lambrecht, „um die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie abzufedern“. In Bedrängnis geratene Unternehmen sollten so die benötigte Luft bekommen, um staatliche Hilfen zu beantragen und Sanierungsbemühungen voranzutreiben.

Seit 01. Mai 2020 gilt nun wieder die allgemeine Insolvenzantragspflicht – dies nicht zuletzt, um wieder Klarheit in die wirtschaftliche Situation zu bringen und den Gläubigerschutz zu stärken. Das bedeutet für die betroffenen Unternehmen, dass sie bei Zahlungsunfähigkeit nun wieder Insolvenz anmelden müssen. Aber das ist nicht unbedingt eine schlechte Nachricht: Für geschwächte Unternehmen kann es sich durchaus lohnen, über ein Insolvenzverfahren nachzudenken. Denn entgegen der landläufigen Meinung bietet das Insolvenzgesetz auch etliche Sanierungsmöglichkeiten. So etwa das Insolvenzgeld, eine mögliche Anpassung von Leasing- und Finanzierungskosten oder besondere Kündigungs- und Rücktrittsregelungen.

Checkliste: Eigene Zahlungsfähigkeit verbessern

Der Staat hilft deutschen Unternehmen aktuell mit umfangreichen Mitteln mit dem Ziel, ihre Zahlungsfähigkeit zu stützen. Doch auch Unternehmer selbst können viel tun, um ihr Risikomanagement zu optimieren und ihr Geschäft in Schwung zu halten. Liquiditätssicherung ist hier ein wichtiges Stichwort. Dies können Sie am besten mit einer guten Mischung aus verschiedenen Maßnahmen erreichen:

  • Zahlungseingänge durch konsequentes Mahnwesen beschleunigen
  • Verbindlichkeiten reduzieren
  • (laufende) Kosten senken
  • Ausgaben auf das Nötige reduzieren
  • Leasingverträge überdenken
  • Bonität von Geschäftspartnern im Blick behalten
  • Gebundenes Kapital freisetzen
  • Eigene Bonität prüfen

 

Um die Liquidität Ihres Unternehmens zu verbessern, brauchen Sie eine solide und begründete Planung. So verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre eigene Situation und leiten daraus Maßnahmen zur Liquiditätssicherung ab. Dabei werden zum Beispiel mögliche Ertrags- und Verlustquellen sowie Einsparpotenziale sichtbar. Ein Ergebnis daraus könnte sein, mit Geschäftspartnern und Mitarbeitern neu zu verhandeln, um sich nötige Spielräume zu verschaffen:

  • Sind Kunden bereit, Ihre Rechnungen zeitnah zu beleichen?
  • Können Lieferanten ihre Zahlungsziele verlängern?
  • Können Mitarbeiter auf Boni oder Urlaubsgeld verzichten, bis sich die Situation verbessert hat?
  • Können Vermieter die monatlichen Zahlungen stunden oder mindern?

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