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Regionale Konjunktur kämpft sich aus dem Pandemie-Tal

Die Konjunktur in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim kämpft sich zur Jahresmitte 2021 aus dem Pandemie-Tal, ist jedoch weiterhin von zahlreichen Unwägbarkeiten beeinträchtigt.

Die Konjunktur in der Wirtschaftsregion Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim kämpft sich zur Jahresmitte 2021 aus dem Pandemie-Tal, ist jedoch weiterhin von zahlreichen Unwägbarkeiten beeinträchtigt. Hierzu zählen neben der unsicheren Pandemieentwicklung auch der sich weiter zuspitzende Rohstoffmangel sowie die dünne Eigenkapitaldecke nicht weniger Unternehmen. Diese Kernergebnisse ihrer aktuellen Konjunkturuntersuchungen stellten die IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim und Creditreform Osnabrück/Nordhorn gemeinsam vor. „Die Konjunkturindikatoren haben sich deutlich verbessert, allerdings sind wir noch nicht über den Berg“, erläuterten IHK-Hauptgeschäftsführer Marco Graf und Armin Trojahn, Prokurist von Creditreform. 

 

Sowohl die Lage als auch die Erwartungen bewerten die Unternehmen positiver als zuletzt. Während sich im Frühjahr die Zahl der optimistischen bzw. pessimistischen Unternehmen die Waage hielt, überwiegen nun mit per Saldo 14 % die Unternehmen, die eine günstigere Geschäftsentwicklung erwarten. Noch deutlicher hellt sich die Lagebeurteilung auf: Aktuell bewerten per Saldo 36 % der Betriebe ihre Lage als gut (Vorquartal: 9 %). Alles in allem steigt der IHK-Konjunkturklimaindex um 20 Zähler und liegt nun bei 125 Punkten. „Die Unternehmen gehen mit Zuversicht in die zweite Jahreshälfte 2021, auch wenn die Bedrohung einer vierten Welle und neuer Lockdowns über der weiteren Entwicklung schwebt“, so Graf. 

Vor allem im Handel und bei den Dienstleistungsunternehmen steigen Geschäftslage und Geschäftserwartungen kräftig an. Im Bereich Tourismus/Gastgewerbe verbessern sich die Indikatoren zwar ebenfalls, die Mehrheit die Betriebe berichtet jedoch weiter von schlecht laufenden Geschäften. In der Industrie und dem Baugewerbe zeigen sich Lage und Erwartungen nochmals verbessert, allerdings werden dort Rohstoffmangel und steigende Preise bei Vorprodukten zum Hemmschuh. 73 % der Betriebe sehen in den Energie- und Rohstoffpreisen ein Risiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung. Im Zuge des Rohstoffmangels sehen sich 77 % der Unternehmen zu Preiserhöhungen gezwungen und fast jeder dritte Betrieb ist damit konfrontiert, dass zugesagte Lieferungen wieder storniert wurden.

 

Weitere Unsicherheiten ergeben sich für viele Unternehmen zudem aus den wirtschaftspolitischen Folgen der Bundestagswahl im September. „Die Finanzlage etlicher Unternehmen hat sich in den letzten eineinhalb Jahren zum Teil drastisch verschlechtert. Daher muss die Eigenkapitalausstattung der Betriebe wieder gestärkt werden. Dies gelingt am besten durch Steuerentlastungen“, so Graf.

Weiterhin hat die Pandemie bisher weder auf Bundesebene noch regional die Ausfallzahlen nach oben getrieben. Dies zeigt die regionale Risikoanalyse von Creditreform auf der Basis von registrierten Zahlungsausfällen. „Danach konnten im IHK-Bezirk 236 Unternehmen im ersten Halbjahr ihren Zahlungen nicht mehr nachkommen und gelten als faktisch insolvent oder akut insolvenzgefährdet“, so Trojahn. Der hieraus berechnete Creditreform Risiko Indikator (CRI) liegt mit einem Wert von 0,83 derzeit klar unter dem bundesweiten Durchschnitt (1,07).

Vor einem Jahr lag der CRI im IHK-Bezirk mit 327 Ausfällen noch bei 1,17. Aktuell gibt es regional die meisten Ausfälle im Bereich Bau sowie im Gastgewerbe und Verkehr und Lagerei. 

 

„Diese guten Zahlen sind aber kein Gesetz für die Zukunft, da die Auswertungen der jüngsten Gespräche und Jahresabschlüsse zeigen, dass viele Unternehmen eine sehr niedrige Gewinnmarge oder auch ein negatives Ergebnis haben – und das ist keine gute Voraussetzung für bewegte Zeiten, v.a. weil wir wissen, dass Staatshilfen nur endlich sein können“, hebt Trojahn hervor.

Alles in allem zeigen die Auswertungen von IHK und Creditreform, dass die konjunkturelle Entwicklung noch nicht auf sicherem Boden steht. „Die Politik sollte nun alle Hebel in Bewegung setzen, um im Herbst besser vorbereitet zu sein als im letzten Jahr. Pauschale Schließungen mit ihren oft gravierenden Folgewirkungen müssen unbedingt vermieden werden“, so Graf und Trojahn.

Weitere Ergebnisse und Grafiken zu den einzelnen Branchen können hier heruntergeladen werden: dem aktuellen IHK-Konjunkturbarometer (www.osnabrueck.ihk.de, Nr. 5197210) oder dem Regionen-Risiko-Check von Creditreform: www.creditreform.de/osnabrueck

 

Weitere Informationen:

IHK, Frank Hesse, Tel.: 0541 353-110 oder E-Mail:hesse@osnabrueck.ihk.de

oder Creditreform, Armin Trojahn, Tel.: 0541 6925530, E-Mail: A.Trojahn@osnabrueck.creditreform.de