Review: Deutscher Großhandelstag 2020 - Besprechen, was wichtig ist

Die Digitalisierung sorgt für einen Umbruch im Großhandel. Creditreform hat mit dem Deutschen Großhandelstag für die Branche ein Forum zum Austausch geschaffen.

Wertvoller Branchentreff

Auf dem Deutschen Großhandelstag 2020 in Frankfurt diskutierten mehr als 100 Teilnehmer gemeinsam mit Experten unter anderem von Kühne + Nagel, Nintendo, B + S Logistik oder der Evan GmbH über Herausforderungen und deren Lösungen für die Branche. Ergänzt wurde das Programm durch Vorträge, Workshops sowie eine Key Note von Dr. Holger Bingmann, Präsident des BGA Bundesverband Key-Note Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen. 

 

Die Großhandelsbranche steht vor gewaltigen Herausforderungen. Vor diesem Hintergrund bietet der Deutsche Großhandelstag, den Creditreform gemeinsam mit dem BGA Bundesverbands Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen jährlich ausrichtet, eine ideale Plattform für einen regelmäßigen Austausch. „Für uns als Creditreform Gruppe ist der Großhandel eine unserer wichtigsten Kundengruppen. Sowohl bei Bonitätsinformationen als auch im Inkasso bauen tausende B2B-Händler national wie international auf unsere Leistungen. Um unsere Mitglieder auch bei ihren täglichen und strategischen Herausforderungen zu begleiten, haben wir dieses Forum ins Leben gerufen“, erläutert Volker Ulbricht, Hauptgeschäftsführer vom Verband der Vereine Creditreform.

 

Die jüngste Veranstaltung in Frankfurt hatte das Thema „Digitalisierung. Chancen. Finanzierung.“ In Vorträgen namhafter Branchenexperten sowie in Workshops erhielten die Teilnehmer Anregungen, wie sie ihr Unternehmen in die digitale Zukunft führen und mit welchen Instrumenten die notwendigen Finanzierungen gestemmt werden können. „In vielen Gesprächen sowie in einer Live-Umfrage unter den Teilnehmern wurde klar, dass kaum ein anderes Thema die Branche so stark bewegt wie die digitale Transformation“, sagt Christian Kramer, Branchenmanager Groß- und Außenhandel beim Verband der Vereine Creditreform. Unsicher seien die Unternehmen vor allem bei der Frage, ob sie ihren Online-Vertrieb in eigener Regie durchführen oder sich einer der großen Plattformen anschließen sollen. 

Unstrittig ist, dass der Großhandel seine E-Commerce-Aktivitäten verstärken muss. Denn der eigene Außendienst und die Abwicklung schriftlicher Bestellungen – aktuell laut ibi research mit die wichtigsten Vertriebskanäle – werden schon bald an Bedeutung verlieren.  Der Aufbau eines eigenen B2B-Online-Shops erfordert jedoch Anstrengungen, die viele Akteure unterschätzen. Mehr als die Hälfte der von ibi research befragten Unternehmen gaben an, dass die Anpassung der eingesetzten Standardsoftware sowie die Aufbereitung der Produktdaten mehr Zeit und mehr Ressourcen in Anspruch genommen haben als erwartet. Nur 15 Prozent der Befragten bauten den Online-Shop mit eigenen Ressourcen auf. Die übrigen Unternehmen bedienten sich der Hilfe eines darauf spezialisierten Dienstleisters.

Bedeutung des Großhandels in Deutschland

Welches sind die nach Umsatz und Beschäftigten stärksten Branchen in Deutschland? Bei dieser Frage denken die meisten an die Automobilindustrie, den Maschinenbau, die Chemie und vielleicht auch noch an die Ernährungswirtschaft. Alles richtig. Eine Branche, die vor allem als Arbeitgeber immense Bedeutung besitzt, haben jedoch nur wenige auf dem Zettel: den Großhandel, umtriebiger Mittler zwischen Herstellern und Kunden. Die etwa 148.000 Großhändler in Deutschland beschäftigen knapp zwei Millionen Menschen. Die Leistungen der Unternehmen sind vielfältig. Sie bündeln Produktsortimente, sind Drehscheibe für die Verteilung von Waren und organisieren deren Transport. Sie lagern die Produkte, finanzieren Handelsgeschäfte und beraten ihre Kunden, beispielsweise in der Beschaffungs- und Sortimentspolitik oder in Fragen des Marketings.

Um auch die zukünftigen Herausforderungen der Branche im Auge zu behalten und mit entsprechenden Experten diskutieren zu können, wird Creditreform in Kooperation mit dem BGA auch in 2021 diesen Branchentreff anbieten. 

In gemütlicher und kommunikativer Atmosphäre haben gut 50 Teilnehmer den Großhandelstag schon am Vorabend im Rahmen unseres Get-Together starten lassen.

Hier wurde noch einmal hervorgehoben, dass gerade in Zeiten von globalem Protektionismus, unsicheren Handelsbestimmungen und einer immer weiter voranschreitenden Digitalisierung die deutsche Großhandelsbranche vor enormen Herausforderungen steht und der gemeinsame brancheninterne Dialog wichtiger denn je ist.

Mit unserem Themen-Mix aus Expertenvorträgen und innovativen Lösungen zu Großhandel, Digitalisierung, Supply Chain, Kreditmanagement und der wichtigen Frage „Mit welchen Instrumenten können die entsprechenden Finanzierungsanlässe bewerkstelligt werden?“ ist es uns gelungen, die wesentlichen strategischen Handlungsfelder des B2B-Handels in einem Kongress zu adressieren.

Die Möglichkeit der Live-Befragung mittels unserer Veranstaltungs-App wurde von den Teilnehmern gut angenommen und führte zu interessanten Ergebnissen im Laufe des Tages.

Dr. Holger Bingmann, Präsident des BGA, sprach in seiner Key-Note über die wachsenden Herausforderungen in der globalen Wirtschaft insgesamt und dem dynamischen Marktumfeld in Europa und Deutschland.

In den parallel stattfindenden Workshops wurde über aktuelle Entwicklungen im Bereich Supply-Chain und zum Kreditmanagement diskutiert. Auch das Networking am Veranstaltungstag ist nicht zu kurz gekommen und wurde von den Teilnehmern sehr geschätzt.

Brexit done! Alles gut? – Perspektiven für das deutsch-britische Geschäft

Über die Auswirkungen des anstehenden Brexits und die unterschiedlichen Szenarien wurde von Herrn Dr. Ratzinger, IHK Frankfurt, ein fundierter Überblick und entsprechende Empfehlungen gegeben.

Erhalten Unternehmen trotz lockerer Zinspolitik ausreichend liquide Mittel?

In der großen Podiumsdiskussion diskutierten Dr. Hendrik Brandis (Earlybird), Unternehmer Jan Krückemeyer, Anja Bukowski (KfW-Mittelstandsbank) und Guy Selbherr (Bürgschaftsbank Baden-Württemberg) die Frage, wie Gründung, Wachstum, Strukturwandel und Übergang im Unternehmen finanziert werden.

In seinem Abschlussvortrag gab Dr. Georg Wittmann, Geschäftsführer von ibi research, einen Überblick zur Digitalisierung des Vertriebs im Großhandel und zeigte einige interessante Ergebnisse unserer gemeinsamen Studie zum Thema B2B-E-Commerce auf.

 



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