Definition & Aufgaben:
Wirtschaftsauskunftei
Eine Wirtschaftsauskunftei recherchiert und bereitet Informationen zur Bonität und damit zur Kreditwürdigkeit von Unternehmen und/oder Privatpersonen auf.
Zum ArtikelErfahren Sie, wie effiziente Verkaufsförderung funktioniert und mit welchen Maßnahmen zur Sales Promotion Sie Geschäftserfolg & Umsatz steigern können.
Was bedeutet Verkaufsförderung? Definition: Verkaufsförderung, auch Sales Promotion genannt, soll den Absatz eines Produktes oder einer Dienstleistung steigern. Das gelingt durch konkrete, zeitlich begrenzte Aktionen, etwa Probieraktionen, auffällige Positionierungen am Point of Sale, Rabatte, Geld-zurück-Garantien und Gutscheine oder Bundles (Produktbündel).
Werbung und Verkaufsförderung: Verkaufsförderung soll sich unmittelbar an der Kasse niederschlagen: es geht um direkte Kaufanreize mit dem klaren Call-to-Action „kauf mich“. Werbung kann Verkaufsförderung bekannt machen, etwa wenn sie aktuelle Aktionen bewirbt. Dann unterstützt sie die Promotion und verschafft ihr Reichweite. Daneben ist Werbung aber meist auf langfristigere Ziele wie Image und Markenbekanntheit ausgerichtet.
Die Hauptzielgruppe von verkaufsfördernden Maßnahmen sind Endkunden, sie sollen mit Rabatten, Angeboten, Gratisproben und Ähnlichem zum Kauf animiert werden. Trotzdem gibt es noch andere wichtige Zielgruppen im Hintergrund. Gerade bei der Platzierung am Point of Sale ist der Handel eine wichtige Zielgruppe und dafür braucht es auch einen geschulten Außendienst, der hinter der Verkaufsförderung steht.
Verkaufsförderung hat das Ziel, den Absatz von Waren kurzfristig zu erhöhen und für Aufmerksamkeit sowie die Sichtbarkeit der Marke sorgen. Zudem soll sie die Kundenbindung stärken und zur Neugewinnung von Kunden beitragen.
Die Verkaufsförderung unterstützt außerdem gezielt die Einführung neuer Produkte und trägt gleichzeitig zur Differenzierung vom Wettbewerb bei, um nachhaltige Wettbewerbsvorteile zu schaffen.
Je nach Zielgruppe gibt es verschiedene Arten der Verkaufsförderung. Grundsätzlich unterscheidet man drei zentrale Arten. Zunächst die Handels-Promotion, die den Absatz über den Handel unterstützt, die Konsumenten-Promotion, die der direkten Ansprache der Endkunden dient, die Außendienst-Promotion, um den Vertrieb zu motivieren und zu unterstützen.
Die Handels-Promotion ist eine nicht zu unterschätzende B2B-Maßnahme, besonders für Marken ohne eigenes Verkaufsnetz. Diese Art der Verkaufsförderung soll Händler davon überzeugen, Produkten eine prominente Verkaufsfläche zu geben, sie auffällig zu platzieren, größere Mengen einzukaufen oder aktiv zu bewerben. Dabei helfen Mengenrabatte oder Werbekostenzuschüsse. Unternehmen zahlen auch Listungsgebühren, wenn neue Produkte ins Sortiment aufgenommen werden. Auch Regalmieten können anfallen oder Gebühren für exklusive Gebietsrechte. All das soll dafür sorgen, dass die jeweiligen Produkte nicht in der Regalecke verstauben, sondern im Handel gezielt in Szene gesetzt werden.
Die Konsumenten-Promotion animiert zum Kauf oder lädt zum Ausprobieren neuer Produkte ein. Coupons, Sonderangebote und Gutscheine locken mit Rabatten oder Extras, Produktproben senken die Kaufschwelle, indem sie zum risikofreien Testen einladen. Gewinnspiele dagegen sind oft Teil einer Marketingaktion und wecken Aufmerksamkeit. Welche Maßnahme zur jeweiligen Kundengruppe passt, ist sehr unterschiedlich. Die Google-Studie „Decoding Decisions: Marketing in the messy middle"1 belegt, dass Kunden sehr loyal sind und bei Preisrabatten eher ihren bevorzugten Einzelhändler als ihre bevorzugte Produktmarke wechseln. Doch der Preis ist nicht alles: 75 Prozent der Kaufentscheidungen werden laut der Studie nicht vom Preis bestimmt.
Auch die Außendienst-Promotion ist ein wichtiges Standbein der Verkaufsförderung. Außendienstmitarbeiter stehen im direkten Kontakt entweder mit den Endkunden oder mit dem Handel, je nach Vertriebskonzept. Daher brauchen sie ein tiefes Wissen über die entsprechenden Produkte, aber auch allgemeine verkäuferische Fähigkeiten. Durch gezielte Schulungen und Trainings lernen sie Verkaufstechniken und Argumentationshilfen. Außerdem brauchen Außendienstmitarbeiter passende Präsentationsmaterialien und Verkaufsleitfäden. Interne Verkaufsanreize, sogenannte Incentives steigern oftmals die Leistung zusätzlich. So etwa Bonuszahlungen, Prämien oder Sachleistungen.
Es gibt verschiedene Arten von verkaufsfördernden Maßnahmen. In unserer Übersicht zeigen wir, welche das sein können:
Bei höherpreisigen Produkten oder Investitionsgütern kann der Preis eine erhebliche Hürde für Käufer darstellen. Bei der Absatzfinanzierung bietet ein Unternehmen nicht nur ein Produkt an, sondern auch dessen Finanzierung, um diese Hürde zu senken. Eine Ratenzahlung oder ein Kredit teilt den Kaufpreis auf. Dies kann bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle spielen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:
Beim Ratenkauf wird der Kaufpreis in mehrere regelmäßige Zahlungen aufgeteilt, die über einen definierten Zeitraum laufen. Kunden können hohe Anschaffungskosten so besser verteilen. Dies kann vor allem bei mittleren bis hohen Warenkörben die Kaufbereitschaft deutlich erhöhen.
Buy Now, Pay Later (BNPL)-Angebote sind vor allem bei jüngeren Zielgruppen beliebt und haben sich als starke Conversion-Treiber erwiesen. Laut Juniper Research2 wird die die Nutzung dieser Angebote weltweit steigen, von 360 Millionen im Jahr 2024 auf das Doppelte bis 2029. Demnach bezahlen bereits 40 Prozent der BNPL-Nutzer mindestens einmal pro Monat mit dieser Zahlungsmethode.
Die 0 %-Finanzierung erlaubt Kunden, den Preis eines Produktes über einen definierten Zeitraum ohne zusätzliche Zinskosten aufzuteilen. Dieser zinsfreie Zeitraum senkt die wahrgenommene finanzielle Belastung und macht die Bestellung daher leichter.
Beim Leasing kauft ein Kunde ein Produkt nicht, kann es aber für einen vereinbarten Zeitraum gegen Leasinggebühren nutzen. Diese Form der Absatzfinanzierung eignet sich besonders für teure Investitionsgüter wie beispielsweise Autos. Auf diese Weise können Kunden mit Budget- oder Liquiditätsengpässen dennoch langfristige Entscheidungen treffen.
Der Mietkauf kombiniert Nutzung und Kauf: Der Kunde nutzt das Produkt und tilgt es über regelmäßige Raten. Doch erst, wenn der festgelegte Zeitraum der Nutzung um ist und die Zahlungen vollständig sind, wechselt das Produkt den Besitzer. Dieser Weg macht große Anschaffungen leichter planbar und langfristig erschwinglicher.
Bei der Händlerfinanzierung stellt ein Unternehmen selbst die Finanzierungsmöglichkeiten zur Verfügung oder arbeitet dafür mit einem Finanzierungspartner zusammen. Der Finanzierungsprozess ist damit Teil des Vertriebs, was Kunden das Gefühl gibt, alles aus einer Hand zu bekommen.
Verkaufsförderung bietet Unternehmen viele Vorteile, da sie auf unterschiedlichen Ebenen ansetzen kann. Die Verkaufsförderung kann sich aber auch nachteilig auswirken. Daher sollten die Instrumente der Verkaufsförderung stets gezielt und maßvoll eingesetzt werden. Verkaufsförderung sollte idealerweise durch Markenaufbau und langfristige Marketingmaßnahmen ergänzt werden. Folgende Vor- und Nachteile gibt es:
| Vorteile | Nachteile |
|---|---|
| Schnelle Absatzsteigerung Ein zentraler Vorteil der Verkaufsförderung ist die schnelle Steigerung des Absatzes. Preisnachlässe, Sonderangebote oder zeitlich begrenzte Aktionen erzeugen einen unmittelbaren Kaufanreiz und führen zu spontanen Kaufentscheidungen. Unterstützend wirken dabei auffällige Platzierungen wie Displays, Zweitplatzierungen oder Impulsregale an der Kasse, die zusätzliche Käufe fördern. | Kurzfristige Wirkung |
Erhöhung der Kaufmenge | Sinkende Gewinnmargen |
Stärkung der Kundenbindung | Gewöhnungs- und Mitnahmeeffekte |
Gewinnung neuer Kunden | Verstärkter Wettbewerbsdruck |
| Ausbau von Marktanteilen Nicht zuletzt ermöglicht Verkaufsförderung, Marktanteile zu sichern oder auszubauen. Durch attraktive Preisaktionen, bessere Konditionen oder gezielte Promotions können Kunden von Wettbewerbern abgeworben und die eigene Marktposition gestärkt werden. |
Für verkaufsfördernde Maßnahmen, Werbung und Marketing gibt es gesetzliche Rahmenbedingungen, die faire Wettbewerbsbedingungen gewährleisten sollen. Auch der Verbraucherschutz spielt dabei eine wichtige Rolle. In Deutschland und auf EU-Ebene gibt es dafür verschiedene rechtliche Grundlagen.
In Deutschland ist vor allem das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)3 relevant. Es regelt, welche Verkaufsaktionen erlaubt sind und welche als unlauter gelten. Unternehmen dürfen demnach keine unlauteren Geschäftspraktiken anwenden. Das bedeutet, dass Kunden nicht durch irreführende Werbung, falsche Versprechungen oder Preisangaben zu Käufen gedrängt werden dürfen. Auch das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB)4 und das Preisangabenverordnungsgesetz (PAngV)5 geben den gesetzlichen Rahmen vor, beispielsweise was Transparenz und korrekte Preisangaben angeht.
Auf europäischer Ebene greifen Vorgaben aus der EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken6 sowie aus der Richtlinie über Verbraucherschutz bei gewerblichen Transaktionen7. Diese stellen sicher, dass Verbraucher vor irreführender Werbung, Täuschung oder unklaren Vertragsbedingungen geschützt sind.
Alle Rabatte, Sonderangebote oder zeitlich begrenzten Aktionen müssen klar, wahrheitsgemäß und nachvollziehbar kommuniziert werden. Dazu gehört, dass der ursprüngliche Preis korrekt angegeben wird, die Bedingungen der Aktion transparent sind und keine versteckten Kosten existieren. Dies soll Verbraucher vor Täuschung schützen.
Verkaufsförderung ist ein wichtiges Instrument im Marketing-Mix: Sie schafft unmittelbare Kaufanreize wirkt sich direkt auf die Verkaufszahlen aus. Im Gegensatz zur klassischen Werbung, die langfristig auf Markenbekanntheit und Image abzielt, konzentriert sich Sales Promotion auf konkrete, zeitlich begrenzte Aktionen mit dem klaren Ziel: den Abverkauf steigern.
Die Bandbreite der Maßnahmen ist groß und reicht von Rabattaktionen über Produktproben bis hin zu Finanzierungsangeboten. Dabei richtet sich Verkaufsförderung nicht nur an Endkunden, sondern auch an den Handel und den eigenen Außendienst. Jede dieser Zielgruppen spielt eine wichtige Rolle im Verkaufsprozess und benötigt passende Anreize.
Erfolgreich ist Verkaufsförderung dann, wenn sie strategisch eingesetzt wird: maßvoll dosiert, rechtlich einwandfrei umgesetzt und in eine übergeordnete Marketingstrategie eingebettet. So wird aus kurzfristigem Absatzerfolg ein nachhaltiger Wettbewerbsvorteil.
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Häufig gestellte Fragen und Antworten zum Thema
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1 Google-Studie „Decoding Decisions: Marketing in the messy middle"
2 Juniper Research
3 Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG)
4 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB)
5 Preisangabenverordnungsgesetz (PAngV)
6 EU-Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken
7 Richtlinie über Verbraucherschutz bei gewerblichen Transaktionen
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