Inkasso-Fake-Brief: Das können Sie tun

Sie haben ein verdächtiges Inkassoschreiben erhalten und werden zu Zahlungen aufgefordert? Wie Sie einen Inkasso-Fake-Brief erkennen und wie Sie sich vor Betrügern schützen.

Was sind Inkasso-Fake-Briefe?

Inkasso-Fake-Briefe sind betrügerische Schreiben, die den Empfänger täuschen sollen. Dabei geben sich Betrüger als vermeintliches Inkassounternehmen aus, das nicht existiert oder nicht für die angegebene Forderung zuständig ist. Sie geben vor, dass ihre Forderung von einem legitimen Inkassounternehmen oder einem Gläubiger stammt.

Meist erhalten die Empfänger Mahnschreiben für angeblich unbezahlte Rechnungen. Dabei wird oft massiv versucht, den Empfänger unter Druck zu setzen, ihm Angst zu machen und ihn zur Zahlung zu drängen. Wer den Betrug nicht durchschaut, kann finanziell und emotional geschädigt werden.

Hier haben wir wichtige Informationen und Tipps zusammengestellt, wie Sie Inkasso-Fake-Briefe von unseriösen Unternehmen erkennen und wie Sie darauf reagieren können.

Inkasso-Fake-Briefe erkennen

Es ist wichtig, Inkasso-Fake-Briefe von legitimen Schreiben zu unterscheiden – also genau zu erkennen, ob es sich um eine berechtigte Forderung handelt oder nicht. Daher gilt:

Sobald Sie einen Inkassobrief von einem vermeintlichen Inkasso-Büro in den Händen halten, überprüfen Sie zunächst, ob die in dem Schreiben genannte Forderung legitim ist. Vergleichen Sie die angegebene Schuld mit Ihren tatsächlichen finanziellen Verpflichtungen. Haben Sie Mahnungen erhalten und diese eventuell vergessen oder ignoriert? Sind Ihnen keine Verpflichtungen bekannt, informieren Sie sich über bekannte betrügerische Inkassobüros oder Unternehmen. Steht das Unternehmen, das Sie kontaktiert hat auf einer einschlägigen Liste?


Sind Sie tatsächlich im Zahlungsverzug?

Es gilt die landläufige Meinung, dass ein Zahlungsverzug erst nach der dritten Mahnung vorliegt. Aber das ist nicht korrekt. Im Zahlungsverzug ist, wer nach einer Rechnung eine Mahnung bekommen oder eine Rechnung mit Mahnhinweis erhalten hat. Bezahlen Sie die Rechnung nach 30 Tagen nicht, sind Sie auch ohne weitere Mahnung im Zahlungsverzug. Wenn Sie vertraglich vereinbart haben, zu einem bestimmten Zeitpunkt zu zahlen und dies nicht tun, sind Sie automatisch im Zahlungsverzug – auch ohne weitere Rechnung oder Mahnung.

Wie Sie Inkassobriefe auf Echtheit prüfen können

Besonders wichtig ist es daher, die Merkmale und Maschen von Inkasso-Fake-Briefen zu kennen, um nicht auf betrügerische Inkassobriefe hereinzufallen. Anhand der folgenden Eigenschaften von Inkasso-Fake-Briefen können Sie ein echtes von einem unechten Schreiben unterscheiden. So etwa hohe Gebühren und Zinsen. Sind die geforderten Beträge angemessen oder extrem überzogen?

Betrügerische Inkassobriefe enthalten oft Angebote zur sofortigen Zahlung mit erheblichen Rabatten. Dies dient dazu, Druck aufzubauen und Sie zur schnellen Zahlung zu bewegen. Verdächtig sind auch Zahlungsaufforderungen per Bargeld oder Gutschein. Betrüger verlangen häufig, dass Zahlungen in bar, per Prepaid-Karten oder Gutscheinen erfolgen, um anonym zu bleiben. Auch ausländische Kontonummern sollten Sie misstrauisch machen.

In betrügerischen Inkassobriefen kommt es oft zu Drohungen mit vermeintlichen rechtlichen Konsequenzen, Haftbefehlen oder anderen drastischen Maßnahmen, um den Druck auf den Empfänger zu erhöhen.

Aktuell bekannte Inkasso-Fake-Absender

Der Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) hat eine Liste mit häufigen Absendern von betrügerischen Inkassoschreiben veröffentlicht, die fortlaufend aktualisiert wird. Auch die Verbraucherzentralen veröffentlichen eine entsprechende Schwarzliste. Kommt Ihnen ein Schreiben seltsam vor, lohnt sich ein Check.

Typische Merkmale von Fake-Briefen:

Echte Inkasso-Briefe erkennen Sie daran:

Schwammige Angaben zur Forderung

Genaue Höhe und Details zur Forderung

Rechtschreib-/Grammatikfehler

Fälligkeitsdatum

Unprofessionelles Layout

Angaben zum Gläubiger

Fragwürdiger Absender

Möglichkeit zur Kontaktaufnahme

Überzogene Gebühren und Zinsen

Informationen über Ihre Rechte als Schuldner

Drohungen, Druck, aggressive Sprache

Faire Ansprache ohne Einschüchterungstaktiken

 

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Was können Sie tun, wenn Sie einen verdächtigen Inkassobrief erhalten?

Wenn Sie einen verdächtigen Inkasso Brief erhalten, sollten Sie folgende Schritte beachten:

Zunächst gilt: Ruhe bewahren. Panik ist nicht hilfreich. Nehmen Sie sich Zeit, das Schreiben zu überprüfen. Der Absender spielt hier eine wichtige Rolle: Inkassobriefe sollten von einem seriösen Inkassounternehmen oder einem legitimen Gläubiger stammen.

Seien Sie vorsichtig bei unbekannten oder fragwürdigen Absendern. Zur Prüfung der Echtheit recherchieren Sie, ob die Daten korrekt sind, und vermeiden Sie es, die im Schreiben angegebenen Kontaktinformationen zu verwenden. Gibt es eine offizielle Website?

Besonders wichtig: Auf keinen Fall voreilig Geld zahlen. Zahlen Sie nichts, ohne die Forderung gründlich geprüft zu haben. Informieren Sie sich über Ihre Rechte, insbesondere im Hinblick auf Inkassoforderungen. Halten Sie alle Korrespondenz und Dokumente als Beweismittel fest. Ihren Betrugsverdacht können Sie auch an die örtliche Verbraucherschutzbehörde oder die Polizei melden.

Check: Seriöses oder unseriöses Inkassounternehmen?

Jedes Inkassounternehmen, das in Deutschland tätig ist, muss seine Sachkunde beim zuständigen Gericht bewiesen haben. Bei der Bekanntmachungsplattform für außergerichtliche Rechtsdienstleistungen finden Sie einen Überblick über registrierte Dienstleistungen im Bereich Inkasso. Die meisten seriösen Inkassoanbieter sind zudem beim Bundesverband Deutscher Inkasso-Unternehmen (BDIU) registriert und haben sich hier zu einem Verhaltenskodex für faires Forderungsmanagement verständigt.  Ein Check kann daher hilfreich sein.

Was sind Ihre Rechte als Verbraucher, wenn es um Inkassobriefe geht?

Um sich vor betrügerischen Inkassobriefen zu schützen und vor finanziellen Schäden zu bewahren, sollten Sie Ihre Rechte als Verbraucher in Bezug auf Inkassobriefe kennen. Diese sind etwa:

  • Recht auf Überprüfung: Sie haben das Recht, die angegebene Schuld und die Echtheit des Inkassoschreibens zu überprüfen.
  • Schutz vor Belästigung: Inkassounternehmen dürfen Sie nicht belästigen, bedrohen oder in unangemessener Weise kontaktieren.
  • Stopp der Kommunikation: Sie können verlangen, dass das Inkassounternehmen die Kommunikation einstellt, solange die Forderung überprüft wird.
  • Rechtliche Schritte: Wenn Sie Opfer von unberechtigten Inkassopraktiken werden, können Sie rechtliche Schritte in Betracht ziehen. So empfiehlt es sich im Zweifel, eine Rechtsberatung einzuholen oder im schlimmsten Fall auch Anzeige bei Strafverfolgungsbehörden zu erwägen, wenn Sie ausreichende Beweise haben. In einigen Fällen können Sie eine zivilrechtliche Klage gegen das betrügerische Inkassounternehmen in Erwägung ziehen, um Schadenersatz oder andere rechtliche Erleichterungen zu erhalten.
  • Schadensersatz beantragen: Wenn Sie finanzielle Schäden erlitten haben, erwägen Sie die Beantragung von Schadensersatz gegen das betrügerische Inkassounternehmen.

Widerspruch bei unberechtigten Forderungen: So gehen Sie vor

Wenn Sie der Meinung sind, dass die Forderung unberechtigt ist, fordern Sie das Inkassounternehmen schriftlich auf, Nachweise wie Verträge, Rechnungen oder Zahlungsbelege bereitzustellen. Verfassen Sie einen schriftlichen Widerspruch, in dem Sie die Gründe für Ihre Ablehnung der Forderung erläutern und alle verfügbaren Beweise vorlegen. Senden Sie den Widerspruch per Einschreiben, um einen Nachweis über den Versand zu haben.

Melden Sie den Vorfall auch den örtlichen Verbraucherschutzbehörden, um Unterstützung und Rat zu erhalten. Wenn Sie Online-Betrug vermuten, können Sie dies auch bei speziellen Internet-Beschwerdestellen melden, die sich mit Online-Kriminalität befassen. Die rechtzeitige Meldung von verdächtigen Inkassobriefen und Abzock-Schreiben hilft dabei, Betrüger zur Rechenschaft zu ziehen und andere Verbraucher zu schützen.

  • Der BDIU hat ebenfalls zahlreiche Informationen zu betrügerischen Inkassoschreiben zusammengestellt. Hier gibt es auch eine Beschwerdestelle, die vermittelt, wenn es Probleme zwischen Inkassounternehmen und Verbrauchern gibt.

Umgang mit berechtigten Forderungen und Inkassogebühren

Sie haben festgestellt, dass es sich nicht um einen Inkasso-Fake-Brief handelt und die Forderung berechtigt ist? Jeder kann einmal vergessen, eine Rechnung zu begleichen. Setzen Sie sich einfach mit dem Inkassounternehmen in Verbindung, um die Einzelheiten der Zahlung zu klären. In einigen Fällen können Sie versuchen, eine Ratenzahlung oder eine Reduzierung der Gebühren zu vereinbaren. Sobald Sie die Forderung beglichen haben, fordern Sie eine schriftliche Bestätigung der Zahlung und die Löschung der Forderung von Ihrer Kreditakte an.

Vorbeugung gegen Inkassobetrug: Maßnahmen ergreifen

Um sich vor Inkassobetrug zu schützen, sollten Sie folgende bewährte Verhaltensweisen beachten:

  • Wachsam bleiben: Seien Sie skeptisch bei unbekannten Inkassoschreiben und recherchieren Sie, bevor Sie handeln.
  • Persönliche Daten schützen: Geben Sie persönliche Informationen nur an vertrauenswürdige Stellen weiter und seien Sie vorsichtig bei der Weitergabe von Daten in unbekannten Situationen – online oder am Telefon.
  • Phishing vermeiden: Öffnen Sie keine Links oder Anhänge in verdächtigen E-Mails oder Schreiben. Überprüfen Sie die Absenderadresse sorgfältig.
  • Online-Sicherheit: Nutzen Sie sichere Passwörter, halten Sie Ihre Software auf dem neuesten Stand und verwenden Sie Antivirenprogramme.
  • Sicherer Online-Handel: Kaufen Sie nur bei seriösen Onlinehändlern und achten Sie auf sichere Zahlungsmethoden.
  • Software aktualisieren: Halten Sie Ihr Betriebssystem, Antivirenprogramm und andere Software auf dem neuesten Stand, um Sicherheitslücken zu minimieren.
  • Finanzen kennen: Halten Sie Ihre Finanzen regelmäßig im Blick, um sicherzustellen, dass Sie keine unbezahlten Rechnungen übersehen.
  • Konten prüfen: Behalten Sie Ihre Bankkonten und Kreditkarten regelmäßig im Auge, um verdächtige Aktivitäten zu identifizieren.

Inkasso-Fake-Briefe: Nichts überstürzen und Ruhe bewahren

Egal, ob es sich um eine berechtigte oder unberechtigte Forderung handelt: Es ist wichtig, in allen Situationen ruhig und sachlich zu bleiben und Ihre Rechte als Verbraucher zu wahren. Rechtliche Schritte sollten immer mit einem Anwalt oder einer entsprechenden Rechtsberatung besprochen werden.

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Unsere Texte dienen dem unverbindlichen Informationszweck und ersetzen keine spezifische Rechts- oder Fachberatung. Für die angebotenen Informationen geben wir keine Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.


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