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„Sie“ sind das Rückgrat unserer Wirtschaft

Über 99 Prozent aller Unternehmen der Privatwirtschaft sind kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Ihre volkswirtschaftliche Bedeutung ist erheblich – und ihre wirtschaftliche Situation hat sich im 2. Quartal 2026 spürbar verbessert. Dies zeigen zwei aktuelle Untersuchungen des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung (IfM).

Mehr als 3,5 Millionen Unternehmen in Deutschland zählen zu den genannten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU), haben also unter 250 Beschäftigte und erzielen einen Jahresumsatz von nicht mehr als 50 Mio. Euro. Wie das Institut für Mittelstandsforschung in Bonn (IfM) im Juli mitteilte, erwirtschafteten die KMU laut den aktuellsten verfügbaren Daten im Jahr 2024 rund 2,8 Bio. Euro. Das entspricht 29 Prozent des gesamten Umsatzes aller Unternehmen in Deutschland.

Nicht nur in dieser Hinsicht bleibt die volkswirtschaftliche Bedeutung der KMU laut der IfM-Untersuchung hoch. Auch als Arbeitgeber spielen sie eine beträchtliche Rolle. In den KMU in Deutschland arbeiten demnach weiterhin mehr als die Hälfte aller abhängig Beschäftigten – nämlich knapp 22 von rund 40 Millionen.

Was die Ausbildung betrifft, ist der Anteil sogar noch deutlich höher: In den Kleinst-, Klein- und mittelgroßen Unternehmen werden 68 Prozent aller Fachkräfte von morgen ausgebildet. Das IfM weist jedoch darauf hin, dass der Anteil der Auszubildenden in den Kleinst- und Kleinbetrieben seit Jahren zurückgeht. Ihr Anteil in den größeren Betrieben zwischen 50 und 250 Beschäftigten sowie mit einem Umsatz zwischen 10 und 50 Mio. Euro steigt hingegen stetig.

Verbesserung bei Umsatz und Gewinn, aber nicht bei Investitionen

Anfang August legte das IfM zudem sein neuestes „KMU-Barometer“ vor, das auf Ergebnisse der regelmäßigen europaweiten Unternehmensbefragung „Survey on the Access to Finance of Enterprises“ im Auftrag der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank zugreift. Demnach hat sich die wirtschaftliche Situation der KMU im Frühjahr spürbar entspannt. Im zweiten Quartal 2026 zeigte sich sowohl in Deutschland als auch im Euroraum eine deutliche Verbesserung bei Umsatz und Gewinn.

So lag der Untersuchung zufolge die Differenz aus dem Anteil der KMU, deren Umsatz in den vergangenen drei Monaten gestiegen oder gesunken ist, bei etwas über null, während sie zwischen Januar und März 2026 noch bei rund minus 16 Prozentpunkten lag. Auch der Anstieg beim Gewinn ist signifikant: Hier lag die Differenz aktuell bei minus 20, im ersten Quartal allerdings noch bei rund minus 32 Prozentpunkten. Das ist eine klare Verbesserung, heißt im Umkehrschluss aber weiterhin, dass mehr kleine und mittlere Unternehmen sinkende Gewinne zu beklagen haben als sich über steigende Gewinne freuen können.

Keine positive Entwicklung sieht das IfM bei den Investitionen. Hier verharrt der entsprechende Differenz-Wert schon seit längerem bei etwa minus fünf Prozentpunkten – mal etwas darüber, mal etwas darunter. Dass sich die Investitionsneigung nicht verbessert, führt das IfM auf die nach wie vor hohe Unsicherheit bei den Unternehmen – etwa angesichts der geopolitischen Herausforderungen – zurück.

Insgesamt hält das IfM in der jüngsten Ausgabe seines „KMU-Barometers“ fest, dass die wirtschaftliche Situation der KMU in Deutschland hinter der im Euroraum zurückbleibe. Bei allen drei Werten – Umsatz, Gewinn und Investitionen – schneiden die KMU im Euroraum besser ab als diejenigen in Deutschland. Dies gilt vor allem bei den Investitionen. Hier legte im gesamten Euroraum der Anteil derjenigen KMU, deren Investitionen gestiegen sind, sogar zu. Der Differenzwert liegt bei rund plus sechs Prozentpunkten – im Vergleich zu minus fünf bei den deutschen KMU.

Quelle:
www.ifm-bonn.org  



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