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Kreditwürdigkeit deutscher Unternehmen, Herbst 2019

Fast 300.000 deutsche Firmen nicht kreditwürdig

Rund 295.000 deutsche Unternehmen und Gewerbebetriebe sind als nicht kreditwürdig einzustufen. Das sind 7,86 Prozent des Unternehmensbestandes. Die betroffenen Unternehmen dürften deutlich anfälliger für den aktuellen Konjunkturabschwung sein. Die Creditreform Wirtschaftsforschung hatte bundesweit mehr als 3,75 Mio. aktive Unternehmen und Gewerbetreibende bis auf die regionale Ebene der Postleitzahlgebiete analysiert. Firmen, die als nicht kreditwürdig gelten, weisen eine sehr schlechte Bonitätseinstufung auf (Creditreform Bonitätsindex 500 bzw. 600). Trotz der konjunkturell guten Jahre haben es einige Unternehmen offenbar nicht geschafft, eine betriebswirtschaftlich tragfähige Basis zu erarbeiten.

Die finanzielle Stabilität dieser Unternehmen ist vor dem Hintergrund ihrer schwachen Bonität fraglich. Es muss mit vermehrten Ausfällen gerechnet werden. Zudem dürften die Unternehmen bei Verhandlungen mit Kreditgebern – wie Lieferanten oder Finanzinstitute – erhebliche Schwierigkeiten haben.

 

Regionale Unterschiede

Im Saarland wies etwa jedes zehnte ansässige Unternehmen (9,63 Prozent) eine negative Bonitätsnote auf. Auch in Sachsen-Anhalt gelten vergleichsweise viele Unternehmen (9,03 Prozent) als nicht kreditwürdig. In der Hansestadt Hamburg sind lediglich 5,43 der Unternehmen mit einer schlechten Bonität ausgestattet. Auch Thüringen und Niedersachsen liegen klar besser als der bundesdeutsche Durchschnitt. Auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte reicht der Anteil der bonitätsschwachen Unternehmen von niedrigen 4,26 Prozent in Jena bis zu 16,25 Prozent in Ludwigshafen. Generell ist die Unternehmensbonität in den Stadtkreisen bzw. kreisfreien Städten und damit in den Ballungsräumen schlechter als in den ländlichen Kreisen.

Wirtschaftsbereiche wie das Gastgewerbe (14,28 Prozent) und der Verkehrssektor (13,63 Prozent) weisen den höchsten Anteil an nicht kreditwürdigen Unternehmen auf. Umgekehrt gelten im Bergbau sowie im Gesundheits- und Sozialwesen nur 2,58 bzw. 2,68 Prozent aller Firmen als nicht kreditwürdig und damit als ausfallgefährdet.

Hintergrund:

Ausschlaggebend für die Bonitätseinstufung eines Unternehmens und damit für dessen Kreditwürdigkeit sind u. a. das Vorliegen gerichtlicher Negativmerkmale. Ein gerichtliches Negativmerkmal wird beispielsweise bei Antrag eines Insolvenzverfahren, bei Beantragung der Restschuldbefreiung oder bei Anordnung von Sicherungsmaßnahmen vergeben.

 

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Neuss/Dresden, 10. Oktober 2019



Pressekontakt

Michael Bretz
Unternehmenskommunikation 
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