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Zukunft der Unternehmensinsolvenzen – wohin weisen Luxemburg und Österreich?

Die Nachbarländer Luxemburg und Österreich mögen im europäischen Maßstab nur klein sein – da Creditreform dort aber selbst ansässig ist, können aktuelle Insolvenzzahlen bereitgestellt werden, wie sie in anderen Ländern Europas durch die statistischen Ämter oft erst mit größerer Verzögerung vorliegen.

Damit lassen sich Entwicklungen außerhalb Deutschlands, aber im europäischen Kontext, frühzeitig erkennen. Gerade in Zeiten großer wirtschaftlicher und politischer Anspannungen gibt die Situation in den beiden Nachbarländern vielleicht schon erste Hinweise, wie die Entwicklung bei der Unternehmensstabilität sich weiter darzustellen vermag.

So weist Luxemburg im ersten Halbjahr 2019 eine Steigerung bei den Firmenpleiten von 2,8 Prozent auf. 628 Unternehmen sind betroffen – im Vorjahreszeitraum (zwischen Januar und Juni 2018) lag die Zahl bei 611 Unternehmen. Dabei ist der Anteil von Betrieben im Alter von über fünf Jahren von 76,6 auf 78,8 Prozent gestiegen. Auch Luxemburg scheint damit (wie Deutschland) eine stärkere Betroffenheit älterer Unternehmen zu registrieren. Dies hängt einerseits damit zusammen, dass in diesen Ländern der Bestand älterer Betriebe parallel zur demographischen Entwicklung der Bevölkerung immer mehr zunimmt. Auf der anderen Seite kommt es im Zeichen der „Internet-Wende“ zu einem Sterben von Unternehmen, die die Digitalisierung nicht mitzumachen vermögen.

Während die Baubranche im Großherzogtum mit nur 29 Firmen einen kleinen Anteil am Gesamtbranchenaufkommen hält, hat der Spitzenreiter, die Dienstleistungsbranche, mit 470 Fällen in 2019 gegenüber 439 Betroffenen in 2018 noch einmal um mehr als 7 Prozent zugelegt. Das Insolvenzgeschehen ist aber auch ein Spiegel der gesamten Unternehmenslandschaft eines Landes. So wurde 2019 bisher nur eine Insolvenz im Bereich des produzierenden Gewerbes gezählt. Dagegen ist der Handel mit 128 Zusammenbrüchen stark vertreten – gegenüber dem Vorjahr ist die Gesamtzahl allerdings um 6,6 Prozent gesunken.

Geschäftsführer Herbert Eberhard weist auf die Lage in Frankreich hin, wo in diesem Jahr höhere Konkurszahlen zu erwarten sind. Er geht davon aus, dass im zweiten Halbjahr 2019 eine weitere Erhöhung bei den Insolvenzen in Luxemburg hinzunehmen sein wird.

Österreich noch stabil

Die aktuelle Situation bei den Unternehmensinsolvenzen in Österreich ähnelt stark der Lage in Deutschland. In beiden Ländern sind leichte Rückgänge auszumachen, die aber nah bei einer Stagnation des Insolvenzgeschehens liegen. In der Alpenrepublik haben die Unternehmensinsolvenzen im ersten Halbjahr 2019 von 2.685 auf 2.656 abgenommen. Dies entspricht einem Rückgang um 1,1 Prozent. Tatsächlich weisen einige Bundesländer in Österreich bereits wieder Zugänge bei den Unternehmensinsolvenzen auf: In Niederösterreich (plus 3,9 Prozent), im Burgenland (plus 9,5 Prozent), vor allem aber in Salzburg (plus 21,3 Prozent) und in Tirol (plus 31,5 Prozent) hat sich der Trend gedreht. Ein weiteres Indiz für eine Gesamt-Trendwende könnten die Branchen der betroffenen Betriebe sein. So legte der Verarbeitende Sektor gegenüber dem Vorjahr um 4,1 Prozent zu, der Bereich Logistik sogar um knapp 21 Prozent. Hinzu kommen noch die unternehmensbezogenen Dienstleistungen ebenfalls mit einem Plus von knapp 3 Prozent. Wie in Deutschland ist eher der industrielle Sektor betroffen, der stärker exportorientiert ist und die internationalen Verwerfungen am stärksten spürt.

Immerhin zeigen die Privatinsolvenzen in Österreich ein weiterhin positives Bild. Mit einem Rückgang von 6,6 Prozent sind im ersten Halbjahr noch 5.715 Bürger betroffen. Gegen diesen Trend agieren die Bundesländer, die von einer Großstadt geprägt sind: In Wien und in Salzburg gibt es einen Zugang bei den Privatinsolvenzen von 1,4 bzw. 1,6 Prozent.

Wie in Deutschland ist das Insolvenzgeschehen bei den Unternehmen tendenziell bei der Nulllinie angekommen. Während es in Luxemburg (schon?) einen Trend zu mehr Insolvenzen gibt, sind in Deutschland und Österreich im ersten Halbjahr 2019 noch ganz geringe Rückgänge zu erkennen.