Kautionsversicherung für Unternehmer

Kautionsversicherung für Unternehmer

Kunden brauchen Sicherheit. Wie besonders kleine und mittelständische Unternehmen ihre Aufträge absichern können und wie eine Kautionsversicherung funktioniert, lesen Sie hier.

Auftraggebern Sicherheit bieten

Der gute Ruf einer Firma spricht meist für sich – doch nicht immer reicht eine gute Reputation aus, um einen potenziellen Kunden restlos vom Angebot eines Unternehmens zu überzeugen. Immer häufiger verlangen Auftraggeber Sicherheiten, bevor Sie einem Betrieb den Zuschlag für einen lukrativen Auftrag geben. Schließlich wollen sie ihr Projekt von Anfang bis Ende in sicheren Händen wissen. Wer dies gewährleisten kann, ist klar im Vorteil.

Kautionsversicherungen für Gewerbetreibende können die Lösung sein, um die gewünschten Sicherheiten zu bieten. Doch was ist das überhaupt? Wir beantworten Ihre wichtigsten Fragen. Lesen Sie hier, wie eine solche Versicherung funktioniert, welche Vorteile sie vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bietet und welche Bedingungen diese erfüllen müssen, um eine Kautionsversicherung abzuschließen.

Was ist eine Kautionsversicherung und wie funktioniert sie?

Kautionsversicherungen gibt es in vielen Bereichen – die wohl bekannteste ist die Mietkautionsversicherung. Sie dient als Mietsicherheit und ist somit eine Alternative zur Mietkaution. Bei dieser Form der Kautionsversicherung erhält der Mieter gegen Zahlung eines Versicherungsbeitrags eine Bürgschaftsurkunde. Diese legt er dem Vermieter anstelle eines Kautionssparbuchs oder einer Barkaution vor. Somit spart er sich die Zahlung der Kaution, kann das Geld anderweitig verwenden und verschafft sich Liquiditätsvorteile. Ganz ähnlich funktionieren Kautionsversicherungen auch in anderen Bereichen – sie fungieren als Bürgschaft oder Zahlungsgarantie, die der Versicherer für den Versicherungsnehmer gegenüber einem Dritten abgibt.

Wofür brauchen Unternehmer eine Kautionsversicherung?

Ohne Sicherheit kein Auftrag - ein Beispiel zeigt, wie die Kautionsversicherung im Handwerk funktioniert: Die Dachdeckerfirma Schmidt hat einen großen Auftrag in Aussicht – die Dachsanierung eines großen Schulgebäudes ist ausgeschrieben. Ein lukratives Projekt, für das Ulrich Schmidt sich gute Chancen ausrechnet – schließlich hat er sich mit solider Arbeit einen guten Namen erarbeitet. Doch Schmidt hat die Rechnung ohne seinen potenziellen Kunden –­ in diesem Fall die Gemeindeverwaltung – gemacht. Denn nicht zuletzt, weil es sich hier um ein längerfristiges Projekt handelt, möchte sie sichergehen, dass es auch zu ihrer Zufriedenheit ausgeführt wird und der Dachdecker nicht zwischenzeitlich Insolvenz anmeldet. Bei vielen Auftraggebern – egal ob sie aus dem öffentlichen oder privaten Sektor kommen – ist das Bedürfnis nach Absicherung gestiegen. Vor allem vor dem Hintergrund einer schwächelnden Konjunktur und steigenden Insolvenzzahlen, müssen die Firmen darauf reagieren, indem sie ihre vertragsgemäße Ausführung entsprechend absichern. Für Unternehmer mit Bürgschaftsbedarf – ob aus dem Maschinen- oder Stahlbau, der Baubranche, dem Handwerk oder der Medizintechnik – gibt es zahlreiche maßgeschneiderte Lösungen. Hier übernehmen Versicherungen beispielsweise Erfüllungs- oder Zahlungsgarantien, Gewährleistungsbürgschaften, Prozessbürgschaften, Vertragserfüllungsbürgschaften oder Zollbürgschaften. Verlangt ein potenzieller Auftraggeber von einer Firma, dass sie sein Auftragsangebot mit einer Bürgschaft absichert, übernimmt der Versicherer die Bürgschaft gegenüber dem Kunden.

So funktioniert die Kautionsversicherung:

Welche anderen Absicherungsmöglichkeiten gibt es?

Ein Kunde, der sich absichern möchte, kann natürlich auch einen Teil der fälligen Zahlung als Sicherheit einbehalten. Der Nachteil für das Unternehmen: Bis zum Abschluss des Auftrags steht ihm das einbehaltene Geld nicht zur Verfügung.

Zu den klassischen Absicherungsarten gehören auch Bankbürgschaften – auch Avalkredite oder Bankavale genannt. In diesen Fällen übernehmen eine Bank oder ein Kreditinstitut die Bürgschaft dafür, dass eine dem Auftraggeber vertraglich zugesicherte Leistung auch tatsächlich erbracht wird. Vor allem dann, wenn der Auftragnehmer seiner Verbindlichkeit nicht nachkommen kann – etwa wegen Insolvenz.

Wo ist der Unterschied zwischen Kautionsversicherung und Bankbürgschaft?

Auch wenn eine Bankbürgschaft grundsätzlich ähnlich funktioniert wie der Bankaval, gibt es dennoch wesentliche Unterschiede: Die Bankbürgschaft ist rechtlich gesehen ein Darlehen. Das hat zur Folge, dass es auf den Kreditrahmen des Unternehmens angerechnet wird. Die Konsequenz: Wichtige Kennzahlen werden durch das Fremdkapital verschlechtert, was sich wiederum negativ auf die Liquidität und die Kreditwürdigkeit der Firma auswirkt. Braucht sie plötzlich einen Kredit für Neuanschaffungen, sind die Konditionen eventuell deutlich weniger günstig. Bei der Kautionsversicherung hingegen wird die Kreditlinie nicht belastet, somit hat sie keine Auswirkungen auf die Liquidität.

Auf einen Blick: Die Vorteile der gewerblichen Kautionsversicherung

  • Keine Sicherheitsleistung erforderlich
  • Die Bankkreditlinie wird nicht belastet
  • Die Liquidität wird nicht mehr durch Sicherheitseinbehalte verringert
  • Der Finanzierungsspielraum kann erweitert werden
  • Bestehende Bürgschaften können abgelöst werden
  • Die Kreditsicherheiten bei Banken können reduziert werden
  • Der Betrieb ist aufgrund höherer Liquidität handlungsfähiger
  • Der gewonnene Finanzierungsspielraum kann für zusätzliche Investitionen genutzt werden
  • Auch für Existenzgründer und Jungunternehmer möglich

Kautionsversicherung: Welche Voraussetzungen müssen Firmen erfüllen?

Grundsätzlich ist es relativ unkompliziert, eine Kautionsversicherung abzuschließen. Meist müssen keine Sicherheiten hinterlegt werden. Dennoch gibt es gewisse Voraussetzungen, die interessierte Firmen erfüllen müssen, damit die Versicherung eine Kaution stellt. Zu den Grundvoraussetzungen gehört eine Prüfung der Vermögensverhältnisse der Firma (Bonitätsprüfung). Wie umfangreich sie durchgeführt wird, hängt von der Versicherungssumme ab. Eine gute Bonität ist hier Pflicht. Außerdem sollte der Betrieb seinen Sitz in Deutschland haben. Eine deutsche Rechtsform ist ebenfalls häufig ein Muss. Bei manchen Versicherungen ist die maximale Höhe der Versicherungssumme bei Neugründern beschränkt. Bei anderen müssen die Unternehmen mindestens 2 Jahre am Markt sein.

Tipp: So finden Sie die passende Versicherungslösung

Ihr potenzieller Auftraggeber erwartet, dass Sie Ihr Auftragsangebot mit einer Bürgschaft absichern?

 

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